Fischlexikon: Der Stickstoffkreislauf im Aquarium


Ein hoher Anteil ihrer Verdauungsprodukte werden von den Fischen über ihre Kiemen abgegeben. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Ammonium (NH4).

Ammonium ist normalerweise relativ ungefährlich, jedoch entsteht bei einem ph-Wert von knapp unter 7 (Grenze sauer bis neutral), vor allem jedoch über 7 (alkalisch) das giftige Ammoniak (NH3). Je höher der ph-Wert steigt, desto mehr Ammoniak entsteht.


Stickstoffkreislauf - Author: Lukas3 - Lizenz: CC BY-SA 3.0

Stickstoffkreislauf im Aquarium

Stickstoff-Kreislauf

  1. hinzufügung der Nahrung und Nährstoffe
  2. Produktion des Harnstoffs und Ammoniaks durch
    Fische
  3. Ammoniak wird durch Nitrosomonas-Bakterien zu Nitrit umgesetzt
  4. Nitrit wird durch Nitrobacter-Bakterien zu Nitrat
    umgesetzt
  5. Verdampfung (Evaporation)
  6. Licht
  7. Boden
  8. Sauerstoff erzeugt durch Pflanzen
  9. Kohlenstoffdioxid erzeugt durch Fische

In einem funktionierenden Aquarium setzen Nitrosomonas- Bakterien das Ammonium zu Nitrit (NO2) um. Aus dem Nitrit entsteht nun die äußerst giftige Salpetrige Säure (Hydrogennitrit oder HNO2). Je niedriger der ph-Wert ist, umso mehr Salpetrige Säure entsteht.

Erst danach entsteht durch Nitrobacter-Bakterien das relativ ungiftige Nitrat (NO3), welches von Wasserpflanzen aufgenommen wird und durch Verdampfung bzw. Wasserwechsel teilweise beseitigt wird.

Eine Ammoniakvergiftung oder eine Vergiftung durch Salpetrige Säure haben die gleiche Symptomatik: obwohl genügend Sauerstoff im Wasser vorhanden ist, bewegen sich die Fische an der Wasseroberfläche und schnappen nach Luft. Außerdem schwimmen die Fisch äußerst unruhig oder schießen durch das Becken.

Die Bakterien, die am Stickstoffkreislauf beteiligt sind, benötigen alle viel Sauerstoff.Daher ist es zwingend notwendig, dass das Filtermaterial ständig durchspült und die dort angesiedelten Bakterien mit Suaerstoff versorgt werden.

Wird diese Zufuhr z.B. bei einem Stromausfall unterbrochen, sterben diese Bakterien ab und das Filtermaterial muss zunächst neu mit Bakterien besiedelt werden. Diese Neuansiedlung geschieht bei Nitrosomonas-Bakterien recht schnell, bei den Nitrobacter-Bakterien dauert dies jedoch etwas länger.

Wenn ein Aquarium neu eingerichtet wird oder der Filter durch einen Defekt oder Stromausfall längere Zeit nicht in Betrieb war, sollen die Fische über einen Zeitraum von ca. 3 Wochen nur äußerst vorsichtig gefüttert werden. um die Verdauungsprodukte zu minimieren.

Der Fachhandel bietet außerdem Bakterienkulturen (Starterbakterien) an, die bei einer Neueinrichtung oder einem Filterausfall die Neuansiedlung von Bakterien unterstützen bzw. fördern. Gekühlt angebotene Bakterienkulturen sind hierbei besonders wirksam, da sie sofort "loslegen" und direkt in das Beckenwasser oder den Filter gegeben werden.

Auch kann ein neuer Filter mit Filtermaterial aus einem anderen (funktionierenden) Aquarium "geimpft" werden.

In einem intakten Aquarium lassen sich mit den üblichen Testverfahren weder Ammonium, Ammoniak oder Nitrit nachweisen. Leider ist uns für Salpetrige Säure kein Testverfahren bekannt.


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