Fischlexikon: die Familie "Apogonidae" (Kardinalbarsche)


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Kardinalbarsche (Apogonidae)

Systematik

Familie:
Apogonidae
(Kardinalbarsche)


Klasse:
Osteichthyes
(Knochenfische)

Apogonidae (Kardinalbarsche)

Kardinalbarsche

Die Familie der Kardinalbarsche (Apogonidae) gehört zur Ordnung der Barschartigen und umfasst 20 Gattungen mit etwa 343 Arten.

Die Familie der Kardinalbarsche (Apogonidae) besitzt eine weltweite Verbreitung in tropischen und subtropischen Meeren, meist in Fels- oder Korallenriffen, einige wenige auch im Brackwasser, die 9 Arten der Gattung Glossamia nur in Süßgewässern Australiens und Neuguineas. Dabei bevorzugen die Korallenriffbewohner unter ihnen die geschützten Innenriffe und meiden die steilen Außenriffe.

Im Mittelmeer lebt der Meerbarbenkönig (Apogon imberbis). Erst in jüngster Zeit sind Apogonichthyoides nigripinnis und Apogonichthyoides taeniatus durch den Suezkanal in das Mittelmeer eingewandert.


Verbreitung

Die Tiere leben im Atlantik und im Indopazifik.


Anatomie/Merkmale

Kardinalbarsche werden 3 bis 25 Zentimeter lang und sind oft rötlich gefärbt. Die meisten Arten bleiben kleiner als 10 Zentimeter. Ihr Maul ist protraktil (vorstülpbar) und leicht oberständig, die großen Augen sind an die Dunkelheit (Hauptaktivitätszeit) angepasst.

Die zwei Rückenflossen sind deutlich getrennt. Die Schuppen sind für gewöhnlich ctenoid (Kammschuppen), bei einigen Gruppen cycloid (Rundschuppen). Die Gattung Gymnapogon ist schuppenlos. Die Arten der Gattung Siphamia haben am Bauch gelegene Leuchtorgane.

Lebensweise

Kardinalbarsche sind überwiegend dämmerungs- oder nachtaktive Schwarmfische und verstecken sich am Tag zwischen Steinkorallen, in Höhlen oder Spalten.

Fast alle Kardinalbarsche ernähren sich von Zooplankton, einige Arten, wie der Wolfskardinalbarsch (Cheilodipterus artus) fressen auch größere Beute, wie kleine Fische. Wahrscheinlich sind alle Milchner dieser Art Maulbrüter.

Aquarienhaltung

Einige Arten, wie der Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni), der Pyjama-Kardinalbarsch (Sphaeramia nemanoptera) und der Fadenflossen-Kardinalbarsch (Zoramia leptacantha) sind beliebte Zierfische.

Das Aquarium sollte mit Höhlen und Unterständen eingerichtet sein, um ihr natürliches Biotop nachzuahmen. Die meisten Kardinalbarsche fressen nur Lebend- und Frostfutter.

Von ihnen sind keine Übergriffe auf sessile Wirbellose zu befürchten. Kardinalbarsche sind allerdings sehr transport-
empfindlich und sterben in großer Zahl beim Händler oder im Heimaquarium. Pterapogon kauderni lässt sich auch nachzüchten.


Systematik

Äußere Systematik

Die Familie der Kardinalbarsche wurde früher in die Ordnung der Barschartigen (Perciformes) gestellt, einer Sammelgruppe, die in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung nur ungenügend durch abgeleitete Merkmale definiert und mit Sicherheit nicht monophyletisch war.

Vergleichende DNA-Sequenzanalysen ergaben eine relativ nahe Verwandtschaft mit den Grundelartigen (Gobioidei) und Kurtern (Kurtidae), so das Christine Thacker und Kollegen die Kardinalbarsche der Ordnung der Gobiiformes zuordnen und die Glas- oder Beilfische (Pempheridae) als Schwestergruppe der Kardinalbarsche bestimmte.

Ricardo Betancur-R. und Mitarbeiter stellen dagegen eine neue Ordnung auf, die Kurtiformes, in der Kardinalbarsche und Kurter als Schwesterfamilien vereint sind. Die Kurtiformes sind hier die Schwestergruppe der Gobiiformes und bilden mit diesen die Serie Gobiomorpharia. Diese Verwandtschaftsverhältnisse werden von Thomas Near und Kollegen in ihrer auf DNA-Sequenzanalysen beruhenden Untersuchung über die Phylogenie der Acanthomorpha bestätigt können von Fraser in seiner auf morphologischen Vergleichen beruhenden Untersuchung über die Verwandtschaft von Kardinalbarschen und Kurten aber nicht bestätigt werden.

Innere Systematik

Es gibt zwei Unterfamilien, über 25 Gattungen und etwa 350 Arten:

  • Apogoninae
    • Amioides (Smith, 1912)
    • Apogon (Lacépède, 1801)
    • Apogonichthyoides (Smith, 1949)
    • Apogonichthys (Bleeker, 1854)
    • Archamia (Gill, 1863)
    • Astrapogon (Fowler, 1907)
    • Cercamia (Randall & Smith, 1988)
    • Cheilodipterus (Lacepède, 1801)
    • Foa (Jordan & Evermann in Jordan & Seale, 1905)
    • Fowleria (Jordan & Evermann, 1903)
    • Glossamia (Gill, 1863)
    • Holapogon (Fraser, 1973)
    • Jaydia (Smith 1961)
    • Lachneratus (Fraser & Struhsaker, 1991)
    • Lepidamia (Gill 1863)
    • Neamia (Smith & Radcliffe in Radcliffe, 1912)
    • Nectamia
    • Ostorhinchus
    • Paxton (Baldwin & Johnson 1999)
    • Phaeoptyx (Fraser & Robins, 1970)
    • Pristiapogon (Klunzinger 1870)
    • Pristicon (Fraser 1972)
    • Pterapogon (Koumans, 1933)
    • Rhabdamia (Weber, 1909)
    • Sphaeramia (Fowler & Bean, 1930)
    • Siphamia (Weber, 1909)
    • Taeniamia (Fraser, 2013)
    • Vincentia (Castelnau, 1872)
    • Zapogon (Fraser 1972 )
    • Zoramia
  • Pseudaminae(13 Arten)
    Langgestreckte oft transparente Körper. Schuppen cycloid oder fehlend. Große Fangzähne, Seitenlinienorgan unvollständig oder fehlend. Sehr versteckt lebend.
    • Gymnapogon (Regan, 1905)
    • Paxton (Baldwin & Johnson, 1999)
    • Pseudamia (Bleeker, 1865)
    • Pseudamiops (Smith, 1954)

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