Fischlexikon: die Familie "Cetorhinidae" (Riesenhaie)


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Riesenhaie (Cetorhinidae)

Systematik

Familie:
Cetorhinidae
(Riesenhaie)


Klasse:
Chondrichthyes
(Knorpelfische)

Cetorhinidae (Riesenhaie)

Der Riesenhai (Cetorhinus maximus) ist mit einer Körperlänge bis zu zehn Metern und einem Gewicht bis zu rund vier Tonnen nach dem Walhai der zweitgrößte bekannte Fisch der Erde.


Verbreitung

Riesenhaie kommen in beiden Hemisphären vor. Sie bevorzugen die kalten bis gemäßigt warmen Gewässer, wo sie dem jeweiligen Planktonangebot folgen.

Auf der Grundlage von Sichtungen, die in der Regel in Küstennähe erfolgten, wurde ihre Verbreitung bisher auf die küstennahen und pelagischen Bereiche des Atlantischen Ozeans (Neufundland bis Florida, südliches Brasilien und Argentinien, Südafrika, Mittelmeer, Nordsee, Norwegen und Island) und des Pazifiks (Japan, Korea, China, die Südküste Australiens, Neuseeland, Tasmanien, Chile, Peru, Ecuador und Golf von Kalifornien bis zum Golf von Alaska) eingeschränkt.

Die Haie dringen bei ihrer Nahrungssuche auch in Buchten und Ästuare vor.


Anatomie/Merkmale

Der Riesenhai erreicht eine Körperlänge von durchschnittlich 6,70 m bis 8,80 m und kann maximal bis zu 10 m, nach anderen Quellen auch 12 m lang werden. Er ist damit nach dem Walhai (Rhincodon typus) die zweitgrößte Hai- und zugleich Fischart der Erde.

Rund 25 Prozent des Körpergewichtes des Riesenhais macht die ölhaltige Leber aus, die den Tieren den Auftrieb im Wasser ermöglicht.

Die Färbung ist fast einfarbig dunkelgrau, graubraun bis schwärzlich, wobei der Rücken dunkler als die Unterseite ist.

Häufig besitzen die Tiere helle bzw. dunkle Flecken auf dem Rücken und den Körperseiten, außerdem unterhalb des Kopfes. Auch die Flossenunterseiten sind dunkelgrau gefärbt, bei Jungtieren sind sie allerdings weiß mit einer scharfen Abgrenzung gegenüber den dunklen Bereichen. In sehr seltenen Fällen kann Albinismus auftreten.

Die Brustflossen sind sehr breit. Er hat zwei Rückenflossen, von denen die erste die zweite deutlich überragt und hinter dem freien hinteren Ende der Brustflossen ansetzt.

Außerdem besitzt er ein Paar Bauchflossen, eine Analflosse, die fast genau so groß ist wie die zweite Rückenflosse, und eine mondsichelartige Schwanzflosse mit breiten Seitenkielen auf dem Schwanzflossenstiel und einem sehr langen oberen Lobus, während der untere etwas kürzer ist (homozerke Schwanzflosse). Die Flosse ist an der oberen Spitze deutlich eingekerbt.

Die Schnauze ist konisch-spitz und langgezogen und ragt weit über das Maul hinaus; die zahlreichen und mehrreihig stehenden einspitzigen Zähne des Ober- und des Unterkiefers sind sehr klein und gebogen. Sowohl die Augen, als auch die Spritzlöcher sind sehr klein.

Das auffälligste Merkmal des Riesenhais sind, neben seiner Größe, die fünf Paare riesiger Kiemenspalten, die seinen Körper hinter dem Kopf wie einen Kragen umgeben und sich an der Körperober- und -unterseite fast treffen.

An der Innenseite sind die Kiemenbögen mit Reusen aus modifizierten Zähnen in einer Schleimhaut ausgestattet, die der Ernährung dienen.


Systematik

Der Riesenhai stellt die einzige Art der damit monotypischen Gattung Cetorhinus sowie ebenfalls den einzigen Vertreter der Familie Cethorinidae dar. Dies ergibt sich durch seine sehr abgeleiteten Merkmale und die innerhalb seiner Verwandtschaft, den Makrelenhaiartigen, einzigartige Lebensweise mit entsprechenden Anpassungen.

Andere Gattungen und Arten der Makrelenhaiartigen sind durchweg fleischfressende Jäger und gehören zu den größten und bekanntesten fleischfressenden Haien, darunter der Weiße Hai (Carcharodon carcharias), die Fuchshaie (Alopias), die Makohaie (Isurus) und die Heringshaie (Lamna).

Auf der Basis von morphologischen Merkmalen wurde der Riesenhai als Schwesterart eines aus den Gattungen Isurus, Carcharodon und Lamna gebildeten Taxons betrachtet.

Diese Verwandtschaftsbeziehungen wurden auch durch molekularbiologische Untersuchungen bestätigt, wobei die anatomischen Ähnlichkeiten mit dem Riesenmaulhai (Megachasma pelagios) als konvergente Anpassungen an eine vergleichbare Lebensweise identifiziert wurden.


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