Fischlexikon: die Familie "Potamotrygonidae" (Süßwasserstechrochen)


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Süßwasserstechrochen (Potamotrygonidae)

Systematik

Familie:
Potamotrygonidae
(Süßwasserstechrochen)


Klasse:
Chondrichthyes
(Knorpelfische)

Potamotrygonidae (Süßwasserstechrochen)

Die Süßwasserstechrochen (Potamotrygonidae) in Südamerika sind die einzige Familie der Knorpelfische (Chondrichtyes), die ausschließlich im Süßwasser vorkommt. Zu ihnen zählen drei Gattungen mit 23 Arten.

Die Potamotrygonidae sind wahrscheinlich monophyletisch und Nachfahren von Stechrochen, die im Mündungs-
gebiet des Uramazonas lebten, als dieser noch in den Pazifik floss. Durch die Auffaltung der Anden wurden sie von ihrem bisherigen Lebensraum abgeschnitten.

Die Familie entwickelte sich wahrscheinlich am Ende der Kreide oder im frühen Tertiär. Aus dem Eozän sind die Potamotrygonidae fossil überliefert.

Sie zeigen durch die Reduzierung der Rektaldrüse und den geringen Harnstoffgehalt im Blut ihre Anpassung an das Süßwasser.


Verbreitung

Die Süßwasserstechrochen sind ausschließlich in den tropischen Zonen Südamerikas heimisch. Sie leben jedoch
nur in Flüssen, die in den Atlantik oder in die Karibik münden, nicht jedoch im Bassin des Rio São Francisco.

Die meisten Arten leben nur in einem Flusssystem, einige endemisch nur in einem bestimmten Fluss (z.B. Potamo-
trygon leopoldi). Nur wenige Arten, wie Potamotrygon motoro und Potamotrygon orbignyi haben ein weiteres Verbreitungsgebiet, das mehrere Flusssysteme einschließt.


Anatomie/Merkmale

Süßwasserstechrochen sind oft kreisrund, die Gattung Paratrygon etwas länger als breit. Sie haben keine Rückenflossen und keine Schwanzflosse.

Der Schwanz ist peitschenförmig, mit einem giftigen, mit Widerhaken versehenen Stachel. Alle 6 bis 12 Monate wächst ein neuer Stachel nach.

Ihre Farbe ist meist braun, grau oder schwarz mit einer Zeichnung von farbigen Punkten, Flecken oder Kringeln. Sie erreichen je nach Art einen Durchmesser von 25 Zentimeter bis knapp über einen Meter. Wie die meisten Rochen sind die Süßwasserrochen lebendgebärend (ovovivipar). Sie haben eine innere Befruchtung.

Meist werden zwischen zwei und sieben, seltener bis zwölf Jungfische geboren, die noch Reste des Dottersacks haben können.


Systematik

Es gibt 4 Gattungen, die fast 20 Arten enthaltende Gattung Potamotrygon und 3 weitere, zu denen nur 2 bzw. 1 Art gehören.

  • Gattung Heliotrygon (Carvalho & Lovejoy, 2011)
    • Heliotrygon gomesi (De Carvalho & Lovejoy, 2011)
    • Heliotrygon rosai (De Carvalho & Lovejoy, 2011)
  • Gattung Paratrygon (Duméril, 1865)
    • Paratrygon aiereba (Müller & Henle, 1841)
  • Gattung Plesiotrygon (Rosa, Castello et Thorson, 1987 )
    • Plesiotrygon iwamae (Rosa, Castello & Thorson, 1987)
    • Plesiotrygon nana (de Carvalho & Ragno, 2011)
  • Gattung Potamotrygon (Garman, 1877 )

Neben diesen im Süßwasser lebenden Gattungen, werden von einigen Wissenschaftlern auch die für gewöhnlich zu den Stechrochen (Dasyatidae) gezählten marinen Arten der Gattung Taeniura sowie Himantura pacifica und Himantura schmardae zu den Potamotrygonidae gezählt.


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