Fischlexikon: die Familie "Synbranchidae" (Kiemenschlitzaale)


 Deutsche Bezeichnung auswählen 

 

 Wissenschaftliche Bezeichnung auswählen 

 

Kiemenschlitzaale (Synbranchidae)

Systematik

Familie:
Synbranchidae
(Kiemenschlitzaale)


Klasse:
Osteichthyes
(Knochenfische)

Synbranchidae (Kiemenschlitzaale)

Die Kiemenschlitzaale (Synbranchidae (Gr.: Syn, Symphysis, „brangchia“ = Kieme), früher auch als Kurzschwanz-
aale bezeichnet, sind eine Familie aalähnlicher, hochspezialisierter Knochenfische.


Verbreitung

Kiemenschlitzaale kommen disjunkt in tropischen und subtropischen Süßgewässern in Mittel- und Südamerika, Afrika (Sierra Leone bis Elfenbeinküste), Asien, Neuguinea und Nordaustralien vor.


Anatomie/Merkmale

Kiemenschlitzaale haben einen aalartigen Körper, ohne Brust- und Bauchflossen. Die Brustflossen sind in frühen Jugendstadien einiger Arten noch vorhanden. Rücken- und Afterflosse sind nur rudimentär vorhanden und zu einem fleischigen Grat ohne Flossenstacheln geworden.

Eine Schwanzflosse ist nur noch bei Macrotrema caligans vorhanden, bei den übrigen Arten rudimentär oder völlig fehlend. Bis auf die Arten der Untergattung Amphipnous von Monopterus sind alle Kiemenschlitzaalarten schuppenlos.

Die Augen sind klein, bei einigen Arten liegen sie unter der Haut, so dass die Tiere blind sind. Die vorderen und hinteren Nasenöffnungen liegen weit auseinander. Das Palatoquadratum (der Oberkiefer) ist mit zwei Stellen am Schädel (Neurocranum) befestigt, vorne, in der Nasenregion, und hinten unter Vermittlung der Hyomandibel (Kieferstiel).

Damit sind die Kiemenschlitzaale die einzigen Teleostei mit amphistyler Kieferaufhängung. Die Kiemenöffnungen sind klein und befinden sich als Pore oder kleiner Schlitz in der Kehlregion. Nur Macrotrema caligans hat normal große Kiemenschlitze, die unterhalb der Kehle zusammengewachsen sind. Kiemenschlitzaale können Luft atmen und nehmen die Luft über gefäßreiche Membranen im Schlund, lungenähnliche Aussackungen des Kiemenraums oder einem besonderen Abschnitt des Hinterdarms auf.

Letztere geben die verbrauchte Luft durch den Anus ab. Die Anzahl der Branchiostegalstrahlen liegt bei 4 bis 6, die der Wirbel bei 98 bis 188, davon 51 bis 135 Rumpfwirbel.

Rippen fehlen, ebenso wenig ist eine Schwimmblase vorhanden. Die meisten Kiemenschlitzaale sind protogyne (weiblichen Geschlechtsorgane reifen zuerst) Hermaphroditen. Sie werden 8,5 Zentimeter bis 1,5 Meter lang.

Lebensweise

Kiemenschlitzaale leben oft in sumpfigen Habitaten, viele auch im Brackwasser. Sie bewegen sich teilweise im Schlamm grabend fort.

Einige Arten sind spezialisierte Höhlenbewohner. Zum Luftholen kommen sie regelmäßig an die Wasseroberfläche oder sie stehen senkrecht im Wasser, mit der Schnauze an der Wasseroberfläche und den abgewinkelten Schwanz am Gewässerboden. Trockenzeiten überleben sie eingegraben im Schlamm mit reduziertem Sauerstoffbedart und Atmung (Sommerschlaf).

Bei einigen Arten wurde Brutpflege beobachtet, sie bauen ein Schaumnest, in das sie die Eier legen. Kiemenschlitz-
aale ernähren sich von Würmern, Insekten und deren Larven, kleinen Krebstieren, Fischen und Fröschen.


Systematik

  • Familie Kiemenschlitzaale (Synbranchidae)
    • Gattung Macrotrema (Regan, 1912)
      • Singapur-Kiemenschlitzaal (Macrotrema caligans), Cantor, 1849
    • Gattung Monopterus (Lacepède, 1800)
      • Ostasiatischer Kiemenschlitzaal (Monopterus albus), Zuiew, 1793
      • Monopterus boueti (Pellegrin, 1922)
      • Monopterus cuchia (Hamilton, 1822)
      • Monopterus desilvai (Bailey y Gans, 1998)
      • Monopterus digressus (Gopi, 2002)
      • Monopterus eapeni (Talwar, 1991)
      • Monopterus fossorius (Nayar, 1951)
      • Monopterus hodgarti (Chaudhuri, 1913)
      • Monopterus indicus (Silas y Dawson, 1961)
      • Monopterus roseni (Bailey y Gans, 1998)
    • Gattung Ophisternon (McClelland, 1844)
      • Ophisternon aenigmaticum (Rosen y Greenwood, 1976)
      • Ophisternon afrum (Boulenger, 1909)
      • Ophisternon bengalense (McClelland, 1844)
      • Höhlen-Kiemenschlitzaal (Ophisternon candidum), Mees, 1962
      • Ophisternon gutturale (Richardson, 1845)
      • Blinder Kiemenschlitzaal (Ophisternon infernale), Hubbs, 1938
    • Gattung Synbranchus (Bloch, 1795)
      • Synbranchus lampreia (Favorito, Zanata y Assumpção, 2005)
      • Synbranchus madeirae (Rosen y Rumney, 1972)
      • Marmorierter Kiemenschlitzaal (Synbranchus marmoratus), Bloch, 1795

Urheberrechte

Dieser Artikel wurde der "Wikipedia" entnommen und von uns bearbeitet. Er steht unter dieser Nutzungslizenz.


Nutzungsbedingungen

Viele Bilder unseres Fischlexikons sind durch Creative Commons (abgekürzt CC) lizenzrechtlich geschützt. Creative Commons ist nicht der Name einer einzigen Lizenz. Die verschiedenen Lizenzen von Creative Commons weisen vielmehr große Unterschiede auf. Weitere Informationen zu diesen Lizenzen findet Ihr [hier].


Haftungsausschluss

Alle Artikel unseres Fischlexikons dienen ausschließlich der allgemeinen Information und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Haftung übernommen.