Fischlexikon: die Ordnung "Gadiformes" (Dorschartige)


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Dorschartige (Gadiformes)

Systematik

Ordnung:
Gadiformes
(Dorschartige)

Klasse:
Osteichthyes
(Knochenfische)

Überklasse:
Gnathostomata
(Kiefermäuler)

Gadiformes (Dorschartige)

Die Dorschartigen (Gadiformes) sind eine Ordnung der Echten Knochenfische (Teleostei), die fast ausschließlich im Meer leben.


Verbreitung

Sie kommen vor allem in den Meeren der nördlichen Erdhalbkugel vor. Verbreitungsschwerpunkt ist der Nord-
atlantik, aber auch in südlichen Gewässern bis zum Südpolarmeer finden sich Dorschartige.

Viele Arten leben auch in der Tiefsee bis in Tiefen von 6000 Metern. In tropischen und subtropischen Küsten-
gewässern sind sie selten. Der einzige dorschartige Süßwasserbewohner ist die Quappe (Lota lota).


Anatomie/Merkmale

Köhler

Köhler

Dorschartige sind langgestreckte, meist spindelartig geformte Fische. Sie haben nur obere Rippen, keine Gräten (Bindegewebsverknöcherungen, die keinen Kontakt zur Wirbelsäule haben und zwischen den Muskelsegmenten liegen) und meist keine echten Hartstrahlen in den Flossen, nur bei einigen Arten der Grenadiere (Macrouridae) ist der erste Strahl der Rückenflosse ein gesägter Flossenstachel.

Das alleinige Vorhandensein von Weichstrahlen ist wahrscheinlich sekundär.

Nur die meisten Grenadiere (Macrouridae) haben einen harten, gesägten, zweiten Flossenstrahl in der Rückenflosse. Rückenflosse und Afterflosse sind meist sehr langgestreckt, manchmal auch mit der immer symmetrischen Schwanzflosse zu einem Saum zusammengewachsen.

Die Rückenflosse ist oft in zwei oder drei Teile geteilt, die Afterflosse besteht aus einem bis zwei Teilen. Die Schwanzflosse schließt gerade ab, ist leicht gegabelt, fehlt aber bei vielen Formen, deren Körper in einen ratten-
artigen, spitzen Schwanz ausläuft. Die Bauchflossen fehlen oft, oder stehen, wenn sie vorhanden sind, vor oder direkt unter den Brustflossen, oder bei den Macrouridae, kurz dahinter. Sie sind oft zu filamentartigen Fäden reduziert.

Die Beckenknochen sind lose über ein Ligament mit dem Schultergürtel verbunden und liegen hinter dessen Symphyse. Die Schwanzflosse ist homocerk und hat verkümmerte Hypuralia. Dorschartige sind Physoclisten, d. h. ihre Schwimmblase ist geschlossen, der Gasaustausch erfolgt über Blutgefäße.

Die Schwimmblase wird auch als Resonanzkörper zur Lauterzeugung benutzt. Bei bodenlebenden Arten ist sie reduziert. Der Sacculus ist sehr groß. Im Schädel fehlen Basisphenoid, Myodom, Mesocoracoid und Orbitosphenoid.

Viele Dorschartige haben Kinnbarteln. Der Oberkieferrand wird meist nur von der Prämaxillare gebildet, die stark bezahnt ist. Die Kiemenöffnung ist sehr groß. Die Anzahl der Branchiostegalstrahlen liegt bei sechs bis acht.

Die Schuppen sind normalerweise Rundschuppen, seltener Kammschuppen. Die Otolithen ("Ohrsteine") der Fische sind relativ einheitlich und sind lediglich bei den Phycidae stärker spezialisiert.


Systematik

Schellfisch

Schellfisch

Nächste Verwandte und Schwestergruppe der Dorschartigen sind wahrscheinlich die Petersfischartigen (Zeiformes).

Die Verwandtschafts verhältnisse innerhalb der Dorsch-
artigen ist immer noch umstritten und Gegenstand wissen-
schaftlicher Diskussionen.

Früher wurden auch die Familien der Eingeweidefischartigen (Ophidiiformes) und teilweise auch die Aalmutterartigen (Zoarcoidei) der Ordnung zugerechnet.

Der amerikanische Ichthyologe Joseph S. Nelson teilt die Dorschartigen in seinem Standardwerk zu Fischsystematik in
9 Familien ein.

Diese werden in 11 Unterfamilien, 75 Gattungen und über 600 Arten unterteilt:

  • Familien
    • Einhorndorsche (Bregmacerotidae)
    • Euclichthyidae
    • Dorsche (Gadidae)
    • Grenadiere (Macrouridae)
    • Hochseedorsche (Melanonidae)
    • Seehechte (Merlucciidae)
    • Tiefseedorsche (Moridae)
    • Aaldorsche (Muraenolepididae)
    • Gabeldorsche (Phycidae)

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