Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Zwergpanzerwels stammt aus Südamerika, wo er hauptsächlich im Einzugsgebiet des Der Rio Madeira in Brasilien vorkommt. Er ist außerdem im gesamten Amazonasbecken in Peru, Ecuador und Kolumbien verbreitet.
r bewohnt vorwiegend flache, langsam fließende oder stehende Gewässer sowie Altarme, Uferbereiche und überschwemmte Areale. Sein Lebensraum sind Bereiche mit dichter Vegetation, Wurzeln und Geäst sowie einer dicken Schicht aus Laub. Der Bodengrund besteht überwiegend aus feinem, weichem Sand.
Im Gegensatz zu den meisten Panzerwelsen ist der Zwergpanzerwels kein reiner Bodenfisch. Er schwimmt äußerst agil in großen Schwärmen im freien Mittelwasser.
Aquaristik-Info
Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 - 7,4 (optimal: 6,5-6,8)
Gesamthärte: 2 – 14 °dH (optimal: 5-10 °dH)
Aquariumgröße: ab etwa 60 cm Länge für eine Gruppe von 10 Tieren (Aquariumvolumen berechnen)
Fütterung:
überwiegend fleischhaltiges Futter wie kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex, ab und zu etwas überbrühtes Gemüse
Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er auch Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.
Zwergpanzerwels (G. pygmaeus)
Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias, Javamoos oder Javafarn, vorhanden sein.
Es sollte aber auch reichlich freier Schwimmraum zur Verfügung stehen. Diese Fische sind schwimmfreudig und halten sich im mittleren Beckenbereich auf.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Quarzsand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.
Dieser sehr gesellige Fisch besitzt ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollte daher unbedingt in Gruppen von mindestens 10 (besser 15-20) Tieren gehalten werden. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.
Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte eine mittlere Strömung und eine zusätzliche Belüftung aufweisen.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 6 bis 8 Monaten ein. Das Zuchtbecken sollte mit deutlich mehr Männchen als Weibchen besetzt werden (2-3 M, 1 W).
Häufig wird das Ablaichen durch die Simulation der Regenzeit ausgelöst. Dies kann beispielsweise durch einen Wasserwechsel von bis zu 50 % mit kühlerem Wasser, eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie die Zugabe von sehr weichem (2–5 °dH) und leicht saurem Wasser (pH-Wert 6,0–6,8) erfolgen.
Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es 1 bis 5 Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.
Zwergpanzerwelse sind Dauerlaicher. Sie legen über Tage hinweg immer wieder kleine Gelege von insgesamt nur 30 bis 50 stark klebenden Eiern ab. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) verfüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Da die Jungfische extrem empfindlich auf Keimdichte und Nitrit reagieren, sollten täglich kleine Wasserwechsel durchgeführt und Futterreste abgesaugt werden.