Glossar




Fangschreckenkrebse (Stomatopoda) verdanken ihre Bezeichnung ihren Fangwerkzeugen. Es existieren ungefähr 400 Arten weltweit.
Die meisten Arten der Fangschreckenkrebse leben solitär. Als Lauerjäger leben sie benthisch am Grund warmer Meere.
Bei den meisten Arten paaren sich die Männchen mit mehreren Weibchen, einige leben auch monogam als Paar zusammen.
Die Augen der Fangschreckenkrebse sind äußerst komplex, das Sehvermögen hoch entwickelt. Bei der Beutejagd unterscheidet man „Speerer“ und „Schmetterer“:
Diese Fangschreckenkrebse verhaken zum Schmettern Teile ihres Exoskeletts, spannen die starken Muskeln an und lassen sodann die Fangarme in einer explosionsartigen Bewegung vorschnellen.
Das Schlagbein der Fangschreckenkrebse entwickelt dabei eine Geschwindigkeit von 23 m/s (entspricht 82,8 km/h); die dabei auftretenden Beschleunigungen betragen bis zum 8000fachen der Erdbeschleunigung. Ein menschlicher Lidschlag dauert etwa 40-mal so lange wie dieser Beinschlag. Dieser Schlag ist eine der schnellsten von einem Tier ausgeführten Bewegungen.
Die Aufprallwucht ähnelt der einer Pistolenkugel. Die volle Kraft entfalten diese Fangschreckenkrebse jedoch erst mit der Hilfe von Gasbläschen. Wenn sich die Hammerarme mit hoher Geschwindigkeit durchs Wasser bewegen, erzeugen sie einen hohen Unterdruck. Es bilden sich winzige Gasbläschen, die dann implodieren und dabei extrem viel Energie freisetzen (Kavitation). Dies erzeugt einen Knall und manchmal sogar einen Lichtblitz. Das Opfer wird durch den Schlag betäubt. Der Aufprall der Hammerbeine ist heftig genug, um die Schalen oder Panzer von Meerestieren zu zertrümmern, Experten für Aquarien berichten auch von Glasbruch. Gelegentlich sollen Treffer beim unvorsichtigen Ergreifen von Schmetterern die spätere Amputation eines Fingers notwendig gemacht haben.
Die Keulen von Fangschreckenkrebsen sind aus drei unterschiedlichen Schichten aufgebaut, wodurch diese hohen Kräften bei einem Aufprall auf einen Gegenstand unbeschadet widerstehen.
Die oberste, stark mineralisierte Schicht der Keulen besteht im Bereich der Aufschlagsfläche unter anderem aus kristallisiertem Hydroxyapatit und dem Biopolymer Chitin.
Die darunter angeordnete Schicht dient der Vermeidung von Rissbildungen und besteht ebenfalls aus Chitin, welches dort in gegeneinander gedrehten Stapeln angeordnet ist, und einer amorphen mineralischen Matrix.
Eine dritte Faserschicht befindet sich an den Seiten der Keulen und dient durch Straffung der gesamten Struktur zur Dämpfung der einwirkenden Kräfte bei einem Aufprall auf einen Gegenstand. Ein ähnliches Verhalten ist auch von Knallkrebsen (Alpheidae) bekannt, auch Pistolenkrebse genannt.
Beispiele von Schmetterern: Odontodactylus scyllarus oder Odontodactylus scyllarus
Bei "Speerern" sind Endglieder ihrer Beine deutlich spitz ausgeformt. Mit ihrer Hilfe können sie ihre Beute durchbohren bzw. aufspiesen.
Arten von "Speerern": Harpiosquilla raphidea oder Squilla empusa
Die meisten Arten der Fangschreckenkrebse lebt im am Gewässergrund tropischer und subtropischer Meere, zum Beispiel vor Florida und Kalifornien, oder bei Thailand. Es existieren jedoch auch Arten in kälteren Gewässern, wie z.B. im Mittelmeer.
Fangschreckenkrebse leben räuberisch und sind meist territoriale Einzelgänger, die zum größten Teil versteckt am Gewässergrund tropischer Meere zwischen Felsen und Steinen oder in komplexen Gangsystemen im Sand des Meeresbodens auf Beute lauern. Sie verlassen ihre Verstecke möglichst nur zur Nahrungssuche oder um in ein neues Versteck umzusiedeln und sind überwiegend nachtaktiv.
Alle Fangschreckenkrebse sind getrenntgeschlechtlich. Manche Arten sind monogam, andere trennen sich nach der Paarung oder suchen einen weiteren Partner.
Die Weibchen betreiben eine sehr intensive Brutpflege, indem sie bis zu 50.000 Eier verkitten und bis 10 Wochen mit sich herumtragen. In dieser Zeit verzichten sie auf Nahrungsaufnahme. Aus den Eiern schlüpfen fast durchsichtige Larven mit weitgehend ausgebildeten Gliedmaßen, die die ersten drei Monate im pelagischen Zustand verbringen.
Die Tiere leben meist mehrere Jahre und können sich in ihrem Leben bis zu 30-mal fortpflanzen.
In der japanischen Küche bezeichnet man Fangschreckenkrebse als Shako, während die italienische Küche sie als Canocchie oder Cicali di mare bezeichnet. In der chinesischen Küche sind die Tiere ebenfalls sehr beliebt und als „Pisskrebs“ bekannt, da sie beim Kochvorgang meist urinieren.
Vor dem Kochen werden sie deshalb aufgespießt, um schon vor dem Kochen die Harnblase zu entleeren. Das gekochte Fleisch schmeckt ähnlich dem eines Hummers.
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