Glossar




Die Fischläuse oder Karpfenläuse (Branchiura) auch Fischzecken sind ein Taxon der Krebstiere (Crustacea).
Sie leben als Ektoparasiten an wechselnden Wirten. Heute sind etwa 130 Arten bekannt.
Karpfenläuse sind bis zu zehn Millimeter groß, bleiben im Normalfall allerdings kleiner als zwei Millimeter. Sie sind stark dorsoventral abgeflacht und besitzen einen großen Carapax, der einen großen Teil des Körpers weitestgehend abdeckt.
Die Körpergliederung in Kopf, Brustbereich (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) ist sehr gut erkennbar.
Das letzte Thoraxsegment und das zweilappige, flossenförmige Abdomen ragen an der Hinterseite unter dem Carapax hervor. Am Kopf tragen die Tiere sehr deutlich erkennbare Komplexaugen, außerdem ist ein zentrales Naupliusauge vorhanden. Die Kopfextremitäten und Mundwerkzeuge sind an die ektoparasitische Lebensweise angepasst.
So sind die beiden Antennenpaare hakenförmig ausgebildet und dienen zum Festhalten an der Haut des Wirtes. Die 1. Maxillen tragen an ihrer Basis zusätzlich Saugnäpfe und die 2. Maxillen sind unterseits mit Krallen und oberseits mit Raspelflächen ausgestattet.
Die Mandibel ist zu einem Stachel umgebildet, der entweder in einem Saugrüssel (Proboscis) oder einfach zwischen der Ober- und der Unterlippe liegt (bei der Gattung Dolops) und ausfahrbar ist. Die Thoraxbeine sind zweiästig und dienen als Schwimmäste. Der Hinterleib ist unsegmentiert und abgeflacht, die Furca ist bis auf zwei kurze Anhängsel reduziert.
Karpfenläuse parasitieren auf verschiedenen Fischarten und anderen Wirbeltieren im Wasser (etwa Kaulquappen). Sie können sowohl im Süßwasser als auch im Meerwasser vorkommen und vermehren sich auch im Aquarium gut.
Die Wirte werden zunächst erst beim Herumschwimmen angestoßen und dann gezielt angeschwommen. Die Orientierung erfolgt entgegen der Strömung, die durch die Atmung im Bereich der Kiemen sowie hinter den Flossen des Fisches entsteht.
Auf diese Weise finden die Karpfenläuse die Kiemen und die Flossenbasen, an denen sie sich mit ihren Mundwerkzeugen festkrallen. Um einen optimalen Ort zum Einstechen zu finden, können sie mit Hilfe ihrer Antennen an der
Haut des Fisches entlangkriechen. Sie können die gesamte Körperoberfläche des Fisches befallen. Haben sie eine gute Stelle gefunden wird der Stachel eingesetzt. Die Karpfenläuse injizieren mit ihm einen gerinnungshemmenden Speichel, danach wird die Wunde mit den Mandibeln solange weiter geöffnet, bis der Rüssel an ein Gefäß gebracht werden kann.
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