Fortpflanzung
Der Feinzahnhai (Carcharhinus isodon) ist lebendgebärend mit Dottersack-Plazenta (plazental vivipar). In den ersten 15 Wochen werden die sich entwickelnden Embryonen durch Dotter ernährt. Anschließend entwickelt sich der erschöpfte Dottersack zu einer Plazenta, die eine Verbindung zur Mutter herstellt.
Im Nordwestatlantik erreichen Männchen bei einer Gabelungslänge (Länge von der Schnauzenspitze bis zur Schwanzflossengabelung) von 99 cm und Weibchen bei 102 cm die Geschlechtsreife. Dies entspricht einem Alter von fünf bzw. sechs Jahren.
Die Individuen der Population im Nordwestatlantik sind größer und erreichen die Geschlechtsreife später als die der Population im Golf von Mexiko. Männchen beider Populationen wachsen ähnlich schnell, Weibchen im Nordwestatlantik jedoch langsamer als Weibchen im Golf von Mexiko.
Im Golf von Mexiko werden Männchen bei einer Gabelungslänge von 94 cm und Weibchen bei 99 cm geschlechtsreif, was einem Alter von vier bzw. fünf Jahren entspricht.
Weibchen bringen alle zwei Jahre zwei bis sechs Junge zur Welt, die bei der Geburt eine Länge von 48 bis 64 cm erreichen. Im Nordwestatlantik findet die Paarung von Anfang Mai bis Anfang Juni statt, und die Jungen werden nach einer Tragzeit von zwölf Monaten etwa zur gleichen Zeit im folgenden Jahr geboren.
Die Männchen beißen die Weibchen, um sie für die Kopulation festzuhalten. Das vom Männchen abgesonderte Sperma verfestigt sich im Uterus des Weibchens zu einer großen, schwammartigen Masse, in die die einzelnen Spermien eingebettet sind. Die Funktion dieser kurzlebigen Struktur, die als „Spermatozeugma” bezeichnet wird, ist unbekannt.
Flache Buchten und Flussmündungen wie Bull's Bay in South Carolina dienen als wichtige Aufzuchtgebiete für neugeborene und junge Tiere.