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Fischlexikon der Süßwasserfische: Stromlinien-Panzerwels


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Name: Stromlinien-Panzerwels
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Hoplisoma
Gattung+Art: Hoplisoma granti
Gesamt: 1892 Fischarten

Info

Der Stromlinien-Panzerwels (Hoplisoma granti, Synonym: Corydoras granti) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Hoplisoma. Er kann eine maximale Länge von etwa 5–6 Zentimetern erreichen.

In der Vergangenheit wurde dieser Panzerwels im Handel unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Corydoras arcuatus geführt. Im Jahr 2014 bezweifelte der (Amateur-) Ichthyologe Steven Grant diese Zuordnung, da der Stromlinien-Panzerwels eine abgerundete Schnauze hat, während der Holotyp von Corydoras arcuatus spitzschnäuzig ist. Daraufhin wurde der Stromlinien-Panzerwels zunächst als neue Art Corydoras granti beschrieben und 2024 in die Gattung Hoplisoma (Kurzschnäuzige Panzerwelse) überführt.

Der Stromlinien-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika, wo er im Rio Negro, Río Napo, Río Caquetá, Río Putumayo, Rio Juruá, Rio Purus und Rio Javari, sowie in kleineren Nebenflüssen des Amazonas in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru.verbreitet ist.


Maximales Alter

Der Stromlinien-Panzerwels (Hoplisoma granti) kann bei guter Pflege in einem Aquarium etwa 8 bis etwa 12 Jahre alt werden.


Merkmale

Stromlinien-Panzerwels (Hoplisoma granti)

Stromlinien-Panzerwels (H. granti)

wichtige Merkmale des Stromlinien-Panzerwelses:

  • sein Körperbau ist leicht hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die Schnauze des Stromlinien-Panzerwelses ist kurz und abgerundet
  • das Maul ist von mehreren Bartelpaaren umgeben
  • die Augen sind relativ groß und sitzen weit oben
  • die Grundfärbung des Stromlinien-Panzerwelses ist silbrig-gräulich. Auf den Kiemendeckeln zeigt sich oft ein grünlicher oder gelblicher Schimmer
  • auf dem Rücken kann sich eine bräunliche Färbung zeigen
  • vom Maul über die Augen bis zum Schwanzflossenansatz verläuft entlang des Rückens ein breites schwarzes Band
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt der Stromlinien-Panzerwels eine Fettflosse
  • wie bei allen Panzerwelsen fehlt zwischen der Rücken- und Fettflosse eine Knochenplattenreihe
  • weibliche Exemplare werden etwas größer und hochrückiger, sie wirken deutlich massiver. Sie werden ca. 1 cm länger und sind im vorderen Körperbereich deutlich breiter als die Männchen
  • Flossenformel: D II/7–9, A II/5-6, P I/8-9, V I/5, C I/11-12

Verwechslungsarten: Auch Brochis arcuatus, Corydoras narcissus, Gastrodermus gracilis und Hoplisoma urucu zeigen dieses schwarze Band entlang des Rückens. Der Stromlinien-Panzerwels unterscheidet sich jedoch von diesen Arten durch seine relativ großen und zusammengewachsenen Knochenplatten am Bauch.


Größe

Der Stromlinien-Panzerwels (Hoplisoma granti) erreicht eine maximale Länge von etwa 5–6 Zentimetern. Dabei werden die Weibchen etwas größer als die Männchen. Männchen bleiben etwa einen Zentimeter kleiner.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Stromlinien-Panzerwels (Hoplisoma granti) stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort ist er im Rio Negro, im Río Napo, im Río Caquetá, im Río Putumayo, im Rio Juruá, im Rio Purus und im Rio Javari sowie in kleineren Nebenflüssen des Amazonas in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru verbreitet.

Dieser Wels bewohnt bevorzugt flache, langsam bis schnell fließende Bäche und Schwarzwasserflüsse. Dort lebt er bodenorientiert auf weichem, sandigem Bodengrund, den er nach Nahrung durchwühlt.


Aquaristik-Info

Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 2 – 15 °dH
Aquariumgröße: ab etwa 80 cm Länge für eine Gruppe von 6 Tieren (Aquariumvolumen berechnen)
Schwierigkeit: auch für Anfänger geeignet (sehr robust, anpassungsfähig und leicht zu pflegen)

Fütterung:
abwechslungsreiche und schnellsinkendes Futter wie kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex, Algentabletten

Haltung:
Da der Stromlinien-Panzerwels ein Darmatmer ist, nimmt er auch Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Das Becken sollte daher am besten abgedeckt werden. Er liebt sauerstoffreiches, klares und schwach durchströmtes Wasser.

Stromlinien-Panzerwels (Hoplisoma granti)

Stromlinien-Panzerwels (H. granti)

Das Becken sollte im Hintergrund eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen – beispielsweise Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn – aufweisen, aber auch freien Schwimmraum bieten.

Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen.

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein. Dieser sehr gesellige Fisch besitzt ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollte daher in Gruppen von mindestens fünf bis zehn Tieren gehalten werden. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 8 bis 12 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist oft die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser sowie eine intensiven Fütterung mit proteinreicher Nahrung.

Bei der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es ein bis vier Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.

Ein Weibchen kann pro Laichgang insgesamt 30 bis über 100 stark klebende Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa drei bis fünf Tagen. Nach weiteren zwei bis drei Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Hoplisoma.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Der Stromlinien-Panzerwels (Hoplisoma granti) ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstierchen und Würmern, jedoch auch von Detritus.


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