Fischarten






Fischname:
Meerneunauge, Meerpricke
(Petromyzon marinus)
Ordnung:
Neunaugenartige
(Petromyzontiformes)
Familie:
Neunaugen
(Petromyzontidae)
Gattung:
Petromyzon
Neunaugen sind urtümliche Wirbeltiere, deren Entwicklungslinie bereits zur Zeit der Steinkohlewälder (vor ca. 350 Millionen Jahren) von derjenigen der Knorpel- und Knochenfische getrennt war.
Abgesehen von den ausschließlich meeresbewohnenden Schleimaalen myxinidae) sind die ca. 40 weltweit existierenden Arten von Neunaugen die einzigen Überlebenden der "Kieferlosen", einer Gruppe fischähnlicher Wirbeltiere, die die Meere des Erdaltertums bewohnten.
Anstelle bezahnter Kiefer dient die Saugscheibe dem Nahrungserwerb.
Neunaugen ernähren sich meistens räuberisch von Aas und Fischen, auf deren Haut sie sich festheften und dabei - je nach Art - Körperflüssigkeiten aufsaugen oder Haut- und Muskelstücke abraspeln.
Da zumindest größere Beutetiere dabei zwar verletzt, aber nicht getötet werden, handelt es sich bei diesem Nahrungserwerb um eine Form von Parasitismus.
Meerneunaugen sind die erste Wirbeltierart, für die ein sogenanntes Transposon nachgewiesen wurde: dies ist ein springendes Gen, welches nicht über Mutation gebildet wurde, sondern von einer anderen Art auf noch nicht vollständig geklärtem Weg übernommen wurde.
k.A.
Die wichtigsten Merkmale des Meerneunauges:
Verwechslungsarten: Alle Neunaugen ähneln sich stark in ihrem Aussehen. Das Meerneunauge ist in Europa die bei weitem größere Art. In Zweifelsfällen erfolgt die Bestimmung anhand der Bezahnung und der Größe der Mundscheibe (breiter als der Körper).
Die Durchschnittsgrößen liegt bei 50 cm bis 75 cm, maximal bis 120 cm. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei ca. 1000 gr.
Meerneunaugen kommen sowohl vor den Flussmündungen der atlantischen Küsten Europas und Nordamerikas als auch im offenen Meer vor.
Im Donaugebiet fehlt die Art. Hier lebt eine nahe verwandte Art, das Donauneunauge (Eudontomyzon danfordi).
Die Erwachsenen, bis zu 1 m langen und ca.1 kg schweren Tiere leben im Meer. Sie wandern im Frühjahr (März-Juni) ins Süßwasser ein, um an relativ tiefen (40-60 cm Wassertiefe) und kiesigen Stellen abzulaichen.
Zuvor wird bei Temperaturen ab 15 ° C eine Nestmulde von bis zu 1 m Länge ausgehoben. Nach der Paarung verenden die Tiere innerhalb einiger Tage bis Wochen.
Die schlüpfenden Larven lassen sich nachts mit der Strömung verdriften um sich in Schlickbänke einzuwühlen. Die Larvalphase im Süßwasser dauert 2- 5, maximal 8 Jahre. Die Metamorphose erfolgt bei einer Länge von 15-20 cm.
Zu Beginn des Winters wandern die umgewandelten Meerneunaugen vorwiegend nachts flußabwärts.
Im Meer ernähren sie sich 2-4 Jahre lang parasitisch von Fischen.
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