Fortpflanzung
Der Japan-Saibling (Salvelinus leucomaenis) wird im Alter von etwa 3 bis 5 Jahren geschlechtsreif. Dabei werden die Männchen früher geschlechtsreif als die Weibchen. Die Laichzeit ist in den Herbstmonaten (September bis November).
Das Weibchen sucht dazu flache, strömungsreiche Abschnitte in den Oberläufen von Flüssen oder Bächen auf. Der Untergrund muss aus sauberem, lockerem Kies oder Schotter bestehen. Mit kraftvollen Bewegungen seiner Schwanzflosse schlägt es dort eine Mulde, eine sogenannte Laichgrube, in den Kies. Dadurch wird feines Sediment weggespült.
Ein oder mehrere Männchen umschwimmen das Weibchen, drängen sich eng an seine Flanke und versetzen ihren Körper in zitternde Bewegungen. Unter synchronem Zittern und dem Öffnen des Mauls geben beide Partner gleichzeitig Eier und Samen ab. Ein Weibchen laicht, je nach Körpergröße, Alter und Unterart, zwischen 1.000 und 4.000 Eier ab.
Die Elternfische betreiben keine aktive Brutpflege. Das Weibchen deckt die Eier direkt nach der Befruchtung lediglich durch erneute Schwanzschläge mit einer schützenden Schicht Kies ab.
Danach verlassen die Elterntiere das Nest. Im Gegensatz zu vielen Pazifischen Lachsen sterben Saiblinge nicht zwingend nach dem Laichen, sondern können im nächsten Jahr erneut laichen.
Aufgrund der kalten Wassertemperaturen im Winter dauert die Entwicklung der Fischlarven sehr lange. Sie schlüpfen erst im Spätwinter oder Frühjahr (meist zwischen Februar und April).
Nach dem Schlüpfen verbleiben die Larven zunächst noch wochenlang tief im schützenden Kiesbett. Sie ernähren sich in dieser Zeit ausschließlich von ihrem körpereigenen Dottersack. Sobald dieser aufgezehrt ist, steigen die kleinen Saiblinge aus dem Kies auf. Dann beginnen sie, im Fluss aktiv nach Plankton und kleinen Insektenlarven zu jagen.