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Südlicher Blauflossen-Thunfisch
Der Südliche Blauflossen-Thunfisch (Thunnus maccoyii) ist eine Thunfischart, ist eine Thunfischart, die vor allem in den offenen Gewässern der Südhalbkugel aller Weltmeere zwischen 30° und 60° südlicher Breite anzutreffen ist.
Der Südliche Blauflossen-Thunfisch kann eine Länge von etwa 245 cm und ein Gewicht von etwa 260 kg erreichen.
Er gehört zur Familie der Makrelen und Thunfische (Scombridae) sowie zur Gattung Thunfische (Thunnus). Die englische Bezeichnung für diesen Fisch lautet „Southern bluefin tuna“.
Der Weltrekord für den schwersten jemals offiziell mit der Angel gefangenen Südlichen Blauflossen-Thunfisch beträgt 173,6 Kilogramm. Den Fisch fing Charles Baty im Jahr 2022 in White Island, Neuseeland.
Ist das Fleisch des Südlichen Blauflossen-Thunfisches belastet?
Wie andere große Raubfische steht der Südliche Blauflossen-Thunfisch am Ende der Nahrungskette und reichert Schwermetalle wie Methylquecksilber an.
In der EU gilt für Thunfisch ein Grenzwert von 1 mg Quecksilber pro Kilogramm. Aktuelle Untersuchungen von wildlebenden Exemplaren zeigen, dass etwa jede zehnte Thunfischprobe, insbesondere bei Dosenware, diesen Grenzwert überschreitet. In Zuchtexemplaren (Aquakultur) wurden dagegen durchschnittliche Werte von etwa 0,35 mg/kg gemessen, die deutlich unter dem Grenzwert liegen.
Bei unsachgemäßer Kühlung nach dem Fang kann sich in Thunfischen das giftige Histamin bilden, das zu einer Scombroid-Vergiftung (Histamin-Intoxikation) führen kann. Dies ist jedoch ein Problem der Lagerung und nicht der Fischart selbst.
Aufgrund des hohen Gehalts an Methylquecksilber sollten besonders empfindliche Gruppen wie Schwangere, Stillende und Kleinkinder den Verzehr großer Thunfischarten wie dem Südlichen Blauflossen-Thunfisch einschränken oder ganz vermeiden.
Wirtschaftliche Nutzung und Gefährdung
Der Südliche Blauflossen-Thunfisch wird von Fischereiflotten aus verschiedenen Ländern befischt. Dies geschieht auf hoher See sowie innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszonen von Australien, Neuseeland, Indonesien und Südafrika.
Die industrielle Fischerei, die in den 1950er Jahren begann, und sich ständig verbessernde Technologien wie GPS, Fischfinder, Satellitenbilder usw., in Verbindung mit der Kenntnis der Wanderrouten, haben zu einer Überfischung dieser Thunfischart in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet geführt.
Verbesserte Kühltechniken und ein anspruchsvoller globaler Markt führten dazu, dass die weltweiten Fänge von 80.000 Tonnen pro Jahr in den 1960er Jahren auf 40.000 Tonnen pro Jahr im Jahr 1980 zurückgingen. Die australischen Fänge erreichten 1982 mit 21.500 Tonnen ihren Höhepunkt. Seither ist die Gesamtpopulation des Südlichen Blauflossen-Thunfisches um etwa 92 Prozent zurückgegangen.
Mitte der 1980er Jahre bestand daher die dringende Notwendigkeit, den Fangdruck auf diese Populationen zu verringern. Die wichtigsten Fangnationen passten ihre Praktiken an, um ihre Fänge zu regulieren, obwohl keine offiziellen Quoten festgelegt wurden.
Mit dem im Jahr 1994 geschlossenen Übereinkommen zur Erhaltung dieser Thunfischart wurden die bestehenden freiwilligen Bewirtschaftungsmaßnahmen zwischen Australien, Neuseeland und Japan formalisiert.
Gleichzeitig wurde die Kommission zur Erhaltung des Südlichen Blauflossen-Thunfisches (CCSBT) ins Leben gerufen, die sich fortan für den Erhalt dieser Fischart einsetzt. Ihr Ziel ist es, durch geeignete Bewirtschaftungsmaßnahmen die Erhaltung und optimale Nutzung der weltweiten Fischbestände zu gewährleisten.
Das Übereinkommen gilt nur für den Südlichen Blauflossen-Thunfisch (Thunnus maccoyii) in seinem gesamten Wanderungsgebiet und nicht nur für einen bestimmten geografischen Bereich. Seitdem sind Südkorea, Taiwan, Indonesien und die Europäische Union der Kommission beigetreten; Südafrika und die Philippinen arbeiten als Nichtmitglieder mit ihr zusammen. Die CCSBT hat ihren Sitz in Canberra, Australien.
Die derzeitigen Quotenbeschränkungen wurden im Jahr 2010 reduziert, um der Gefährdung der Wildbestände Rechnung zu tragen. So wurden die Quoten für die Saison 2010/2011 auf 80 % der Vorjahre gesenkt. Die weltweit zulässige Gesamtfangmenge (TAC) wurde von 11.810 Tonnen auf 9.449 Tonnen gesenkt.
Nach der Quotenkürzung hatte Australien mit 4.015 Tonnen die höchste „effektive Fanggrenze”, gefolgt von Japan mit 2.261 Tonnen, der Republik Korea und der Fischereiorganisation Taiwans mit jeweils 859 Tonnen, Neuseeland mit 709 Tonnen und Indonesien mit 651 Tonnen.
Der Fischereidruck außerhalb der zugeteilten globalen TAC bleibt jedoch ein großes Problem. Im Jahr 2006 erklärte die australische Regierung, dass Japan zugegeben habe, in den letzten 20 Jahren mehr als 100.000 Tonnen über seine Quote hinaus gefischt zu haben.
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) listet den Südlichen Blauflossen-Thunfisch in der Roten Liste gefährdeter Arten als „gefährdet“. Vor September 2011 wurde er als „vom Aussterben bedroht“ gelistet.
Wie wertvoll ist der Südliche Blauflossen-Thunfisch
Der Südliche Blauflossen-Thunfisch ist eine der wertvollsten Thunfischarten. Laut Wikipedia ersteigerte der Chef einer japanischen Restaurantkette 2019 einen Südlichen Blauflossen-Thunfisch für 3,1 Millionen US-Dollar.
Der hohe Preis resultiert dabei maßgeblich aus dem Fettgehalt und der Qualität des Fleisches. Der Handel mit dem Südlichen Blauflossen-Thunfisch erwirtschaftet schätzungsweise über 1 Mrd. Euro pro Jahr.