Fortpflanzung
Stierforellen beim Laichen
Die Stierforelle (Salvelinus confluentus) erreicht die Geschlechtsreife im Alter von 4 bis 10 Jahren.
Die Laichzeit erstreckt sich in der Regel von August bis Oktober. Auslöser hierfür ist eine Wassertemperatur von unter 10 °C.
In der Paarungszeit intensivieren die Männchen ihre Bauchfärbung zu einem rotarangen Farbton und bilden am Unterkiefer einen ausgeprägten Laichhaken aus.
Die Weibchen suchen dazu flache, strömungsreiche Abschnitte in den Oberläufen von Flüssen oder Bächen auf. Der Untergrund muss aus sauberem, lockerem Kies oder Schotter bestehen. Mit kraftvollen Bewegungen seiner Schwanzflosse schlägt es dort eine Mulde, eine sogenannte Laichgrube, in den Kies. Dadurch wird feines Sediment weggespült.
Beim Geschlechtsakt drängt sich ein Männchen eng an die Flanke des Weibchens, und beide versetzen ihre Körper in zitternde Bewegungen. Unter synchronem Zittern und dem Öffnen des Mauls geben beide Partner gleichzeitig Eier und Samen ab. Ein Weibchen laicht je nach Körpergröße und Alter zwischen 5.000 und 12.000 gelbliche bis orangefarbene Eier ab.
Die Elternfische betreiben keine aktive Brutpflege. Das Weibchen deckt die Eier direkt nach der Befruchtung durch erneute Schwanzschläge lediglich mit einer schützenden Schicht Kies ab.
Danach verlassen die Elterntiere das Nest. Im Gegensatz zu vielen pazifischen Lachsen sterben Stierforellen nicht nach dem Laichen, sondern können sich in ihrem Leben mehrfach fortpflanzen. Sie laichen entweder jedes Jahr oder pausieren dazwischen ein Jahr.
Aufgrund der kalten Wassertemperaturen im Winter dauert die Entwicklung der Fischlarven sehr lange. Sie schlüpfen erst im Spätwinter oder Frühjahr (meist zwischen Februar und April).
Nach dem Schlüpfen verbleiben die Larven zunächst noch wochenlang tief im schützenden Kiesbett. In dieser Zeit ernähren sie sich ausschließlich von ihrem körpereigenen Dottersack. Sobald dieser nach etwa einem Monat aufgezehrt ist, steigen die kleinen Stierforellen aus dem Kies auf. Dann beginnen sie, im Fluss aktiv nach Plankton und kleinen Insektenlarven zu jagen.