Fischlexikon: Stierforelle (Salvelinus confluentus)
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Süßwasserfische"
| Name: | Stierforelle | |
| Ordnung: | Salmoniformes | |
| (deutsch) | Lachsartige | |
| Familie: | Salmonidae | |
| (deutsch) | Lachsfische | |
| Gattung: | Salvelinus | |
| Gattung+Art: | Salvelinus confluentus | |
| Gesamt: | 3227 Fischarten | |
Übersicht
Die Stierforelle (Salvelinus confluentus) ist ein Süßwasserfisch aus der Gattung Salvelinus und der Familie der Lachsfische (Salmonidae).
Die Stierforelle stammt aus dem nordwestlichen Nordamerika. Sie benötigt klares und sehr kaltes Wasser. Es existieren stationäre Inlandsformen und anadrome Wanderformen.
Die Stierforelle kann eine maximale Länge von etwas über 100 cm und ein Gewicht von knapp 15 kg erreichen. In der Roten Liste der IUCN wird die Stierforelle als „gefährdet“ (vulnerable) gelistet.
Merkmale
Merkmale der Stierforelle:
- die Stierforelle hat einen gestreckten, kräftigen und spindelförmigen Körperbau. Der Körper ist seitlich nur schwach komprimiert
- der Kopf der Stierforelle ist für einen Salmoniden ungewöhnlich groß (daher die Bezeichnung)
- die große Maulspalte reicht bis zum hinteren Ende der Augen. Ihr Maul ist endständig und mit zahlreichen kräftigen Zähnen besetzt
- auf dem Pflugscharbein fehlen Zähne
- während der Laichzeit verformen sich die Kiefer der Männchen hakenförmig (Laichhaken)
- die Schuppen sind extrem klein, rundlich (Cycloidschuppen) und tief in der dicken Schleimhaut eingebettet. Dadurch fühlt sich die Haut fast glatt an
- die gut sichtbare Seitenlinie ist vollständig ausgebildet und verläuft nahezu geradlinig von den Kiemendeckeln bis zur Basis der Schwanzflosse
- die Rückenfärbung der Stierforelle variiert von Olivgrün über Bronzefarben bis Bläulich-Grau. In Richtung Bauch hellen sich die Körperseiten auf
- die Körperflanken sind mit runden, blassgelben, orangefarbenen oder kräftig roten Punkten bedeckt
- während der Paarungszeit intensivieren besonders die Männchen ihre Färbung. Ihr heller Bauch färbt sich dann leuchtend gelb, orangefarben oder rot
- die vorderen Flossenstrahlen der Stierforelle sind leuchtend weiß gefärbt
- dieser Saibling besitzt, wie alle Lachsfische, eine Fettflosse
Größe
Die Stierforelle (Salvelinus confluentus) kann eine Länge von mehr als einem Meter erreichen.
Maximales Alter
Die Stierforelle (Salvelinus confluentus) kann ein maximales Alter von etwa 12 Jahren erreichen.
Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Die Stierforelle (Salvelinus confluentus) ist in kalten, klaren Gebirgsbächen und Küstengegenden im Nordwesten Nordamerikas, einschließlich Yukon, British Columbia, Washington, Oregon, Idaho und West-Montana sowie im Jarbidge-Fluss im Norden Nevadas, beheimatet (61° N – 39° N). Sie bevorzugt Wassertemperaturen unter 10 °C.
Einige Formen der Stierforelle leben stationär im Inland. Anadrome Wanderformen leben etwa 3 bis 5 Jahre im Meer und wandern, nachdem sie die Geschlechtsreife erlangt haben, zurück in ihre Geburtsgewässer.
Fortpflanzung
Die Stierforelle (Salvelinus confluentus) erreicht die Geschlechtsreife im Alter von 4 bis 10 Jahren.
Die Laichzeit erstreckt sich in der Regel von August bis Oktober. Auslöser hierfür ist eine Wassertemperatur von unter 10 °C.
In der Paarungszeit intensivieren die Männchen ihre Bauchfärbung zu einem rotarangen Farbton und bilden am Unterkiefer einen ausgeprägten Laichhaken aus.
Die Weibchen suchen dazu flache, strömungsreiche Abschnitte in den Oberläufen von Flüssen oder Bächen auf. Der Untergrund muss aus sauberem, lockerem Kies oder Schotter bestehen. Mit kraftvollen Bewegungen seiner Schwanzflosse schlägt es dort eine Mulde, eine sogenannte Laichgrube, in den Kies. Dadurch wird feines Sediment weggespült.
Beim Geschlechtsakt drängt sich ein Männchen eng an die Flanke des Weibchens, und beide versetzen ihre Körper in zitternde Bewegungen. Unter synchronem Zittern und dem Öffnen des Mauls geben beide Partner gleichzeitig Eier und Samen ab. Ein Weibchen laicht je nach Körpergröße und Alter zwischen 5.000 und 12.000 gelbliche bis orangefarbene Eier ab.
Die Elternfische betreiben keine aktive Brutpflege. Das Weibchen deckt die Eier direkt nach der Befruchtung durch erneute Schwanzschläge lediglich mit einer schützenden Schicht Kies ab.
Danach verlassen die Elterntiere das Nest. Im Gegensatz zu vielen pazifischen Lachsen sterben Stierforellen nicht nach dem Laichen, sondern können sich in ihrem Leben mehrfach fortpflanzen. Sie laichen entweder jedes Jahr oder pausieren dazwischen ein Jahr.
Aufgrund der kalten Wassertemperaturen im Winter dauert die Entwicklung der Fischlarven sehr lange. Sie schlüpfen erst im Spätwinter oder Frühjahr (meist zwischen Februar und April).
Nach dem Schlüpfen verbleiben die Larven zunächst noch wochenlang tief im schützenden Kiesbett. In dieser Zeit ernähren sie sich ausschließlich von ihrem körpereigenen Dottersack. Sobald dieser nach etwa einem Monat aufgezehrt ist, steigen die kleinen Stierforellen aus dem Kies auf. Dann beginnen sie, im Fluss aktiv nach Plankton und kleinen Insektenlarven zu jagen.
Nahrung
Junge Stierforellen (Salvelinus confluentus) ernähren sich hauptsächlich von Wasserinsekten und deren Larven, insbesondere von Eintagsfliegen (Ephemeroptera), Steinfliegen (Plecoptera), Köcherfliegen (Trichoptera) sowie Zuckmücken (Chironomidae) und Libellenlarven.
Mit zunehmendem Alter werden sie zu Fischfressern. Zu ihren wichtigsten Beutefischen zählen Renken, Prosopium williamsoni, aber auch Groppen, Grundbarsche, kleinere Lachsfische und deren Laich.
Krankheiten
Weitere Informationen zu Krankheiten von Lachsfischen findet ihr in der Beschreibung der Familie Salmonidae.
Literaturhinweis
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