Fortpflanzung
Salvelinus kronocius erreicht nach etwa 3 bis 5 Jahren die Geschlechtsreife, wobei die Männchen etwas früher geschlechtsreif werden als die Weibchen.
Die Laichzeit liegt zwischen September und November. Sobald die Wassertemperatur sinkt, wird der Laichtrieb ausgelöst. Die optimalen Wassertemperaturen betragen 4 bis 8 °C.
Zum Laichen ziehen die Fische aus dem offenen See in die angeschlossenen Flüsse und Bäche. Dort schlägt das Weibchen zunächst mit der Schwanzflosse eine Laichgrube in den Kies.
Ein oder mehrere Männchen umschwimmen das Weibchen, drängen sich eng an seine Flanke und versetzen ihren Körper in zitternde Bewegungen. Unter synchronem Zittern und dem Öffnen des Mauls geben beide Partner gleichzeitig Eier und Samen ab.
Gelegentlich versuchen kleinere, sogenannte „Sneaker-Männchen“ (Satellitenmännchen), im Moment der Eiablage herbeizuschießen, um ebenfalls Sperma abzugeben und einen Teil der Eier zu befruchten.
Die ca. 4 mm großen Eier werden in Gruben im Kiesgrund abgelegt und anschließend mit Kies bedeckt. Weibliche Bachsaiblinge legen etwa 2.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach einigen Wochen bis Monaten im darauffolgenden Frühjahr (März bis Mai). In den ersten Wochen zehren die Larven ausschließlich von ihrem Dottersack.
Sobald der Dottersack fast vollständig aufgebraucht ist, entwickeln sich das Maul und die Kieferknochen. Danach steigen die kleinen Jungfische, die sogenannten Brütlinge, aus dem Kiesbett auf, beginnen frei zu schwimmen und jagen eigenständig nach erster Nahrung wie Zooplankton.