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Fischlexikon: Lophiodes beroe


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Salzwasserfische"

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 weitere Arten dieser Fisch-Familie 
Name: Lophiodes beroe
Ordnung: Lophiiformes
(deutsch) Armflosser
Familie: Lophiidae
(deutsch) Seeteufel
Gattung: Lophiodes
Gattung+Art: Lophiodes beroe
Gesamt: 3232 Fischarten

Übersicht

Lophiodes beroe ist ein Salzwasserfisch aus der Tiefsee, der eine maximale Länge von etwa 45 Zentimetern erreichen kann. Er Lebt im Westatlantik. Lophiodes beroe gehört zur Ordnung der Armflosser (Lophiiformes) und zur Familie der Seeteufel (Lophiidae). Sein englischer Name lautet „White anglerfish“.


Merkmale

Lophiodes beroe

Lophiodes beroe

Merkmale von Lophiodes beroe:

  • der Kopf und der Vorderkörper sind breit und stark dorsoventral abgeflacht. In Richtung Schwanz verjüngt er sich stark und wird zunehmend schlanker
  • der Schwanzstiel ist im Vergleich zum massiven Kopfbereich dünn und schmal. Er besitzt jedoch eine kräftige, abgerundete Schwanzflosse
  • wie alle Seeteufel besitzt auch Lophiodes beroe keine Schuppen. Seine Haut ist nackt und schleimig. Auf dem Kopf und dem Körper ist sie mit verteilten, fransenartigen Hautlappen besetzt, die ihm auf dem Meeresboden zur Tarnung dienen
  • die Schnauze ist im Verhältnis zum restlichen Kopf relativ schmal. Sie weist ein Paar niedriger, glatter Knochenleisten auf, die ohne Stacheln oder starke Zacken von der Schnauzenspitze direkt zu den Augen verlaufen
  • das Maul ist extrem breit und schwach oberständig. Es ist mit zahlreichen langen, spitzen und nach hinten gerichteten Fangzähnen besetzt. Diese sind umklappbar, sodass die Beute leicht hineingleiten, aber nicht mehr entkommen kann. Am Knochen der Unterkiefersymphyse befindet sich ein auffälliger Dorn
  • die großen Augen von Lophiodes beroe sitzen auf der Oberseite des Kopfes. Direkt hinter den Augen befindet sich ein markanter Dorn auf dem Schädelknochen
  • die 1. Rückenflosse besteht aus 5 Stacheln (3 Stacheln auf und 2 Stacheln hinter dem Kopf). Der 1. Rückenflossenstrahl ist als sogenannte Angel („Illicium”) ausgebildet, an deren Spitze sich ein kleiner, fleischiger Köder („Esca”) befindet
  • die 2. Rückenflosse befindet sich weit hinten am Körper und wird von 8 Weichstrahlen gestützt
  • ein Seitenlinienorgan ist zwar vorhanden, aber optisch kaum zu erkennen, da es nur sehr undeutlich ausgeprägt ist
  • die Kiemenöffnung ist sehr groß. Sie beginnt in der „Achselhöhle“ hinter der Basis der Brustflosse und zieht sich bis vor deren Basis. Dadurch unterscheidet sich Lophiodes beroe von anderen Seeteufel-Gattungen
  • da Lophiodes beroe sich hauptsächlich am Meeresboden aufhält und sich kaum im freien Wasser bewegt, besitzt er keine Schwimmblase
  • seine Brust- und Bauchflossen besitzen eine verlängerte, gelenkige Basis, die als gestielte Flossen bezeichnet werden. An ihrer kräftigen, fleischigen Basis sitzen 14 bis 21 Flossenstrahlen. Der Fisch nutzt diese Flossen wie kleine Beine oder Arme, um sich krabbelnd, gehend oder stoßweise über den Meeresgrund fortzubewegen
  • die Grundfärbung variiert auf der Oberseite von einheitlich hellbraun über dunkelbraun bis hin zu grau
  • die Bauchseite ist heller gefärbt als der Rest des Körpers. Das Bauchfell ist durchgehend tiefschwarz
  • gelegentlich zeigt die Haut von Lophiodes beroe unregelmäßige, dunkelbraune Flecken
  • Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Darüber hinaus gibt es keine ausgeprägten äußeren Unterschiede zwischen den Geschlechtern
  • Unterschied zu anderen Tiefsee-Anglerfischen betreiben Arten dieser Gattung keinen sexuellen Parasitismus. Das bedeutet, dass die deutlich kleineren Männchen nicht mit der Haut der Weibchen verwachsen und nicht mit deren Blutkreislauf verschmelzen. Sie verbleiben zeitlebens freischwimmend und begleiten das Weibchen lediglich temporär zur Eiablage
  • Flossenformel: D (gesamt) V-VI/8, A 0/6, P 0/18-21

Größe

Lophiodes beroe kann eine Länge von etwa 45 Zentimetern und ein Gewicht von 1 bis 1,5 Kilogramm erreichen. Die meisten gefangenen Exemplare sind jedoch deutlich kleiner und erreichen in der Regel eine durchschnittliche Länge von 15 bis 23 Zentimetern.


Maximales Alter

Das maximale Alter von Lophiodes beroe ist zurzeit noch unbekannt.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Lophiodes beroe ist im Westatlantik verbreitet. Er lebt von der Küste North Carolinas (USA) über den Golf von Mexiko und die Karibik bis hinunter nach Brasilien.

Er lebt bathydemersal in Wassertiefen zwischen 350 und 860 Metern. Er bevorzugt sandige oder mit Geröll bedeckte Böden. Häufig findet man ihn in der Nähe von Tiefseekorallenriffen und Trümmerfeldern der Kaltwasserkoralle Lophelia pertusa. Die Wassertemperaturen in seinem Lebensraum liegen meist in einem kühlen Bereich von etwa 6 °C bis 13 °C.


Fortpflanzung

Wann Lophiodes beroe die Geschlechtsreife erlangt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend erforscht.

Auch die genaue Laichzeit ist noch nicht bekannt. Bei verwandten Seeteufel-Arten liegt der Schwerpunkt meist in den Winter- bis Sommermonaten. Vermutet wird, dass die Fische zum Laichen in noch tiefere Gewässerabschnitte abwandern.

Die Weibchen geben ihre Eier nicht einzeln ins Wasser ab, sondern betten diese in ein riesiges, schwimmfähiges Gallertband (Laichband) ein. Dieses Laichband treibt frei in der obersten, sogenannten pelagialen Wasserschicht. Durch Strömung und Wellengang wird das Band mit der Zeit zerrissen, wodurch die Eier über weite Strecken im Meer verteilt werden.

Konkrete Zahlen, wie viele Eier die Weibchen produzieren, liegen derzeit nicht vor. Je nach Körpergröße des Weibchens vermutet man jedoch mehrere hunderttausend bis über eine Million Eier.

Die Befruchtung erfolgt durch eine äußere Befruchtung. Dabei gibt das Männchen seine Spermien direkt ins Wasser ab, wo sie in die Gallerthülle des treibenden Laichbands eindringen.

Je nach Wassertemperatur schlüpfen die nur wenige Millimeter großen Fischlarven nach wenigen Tagen bis Wochen. Nach dem Schlüpfen bleiben die winzigen Larven zunächst noch für einige Tage im schützenden Schleimband und ernähren sich von ihrem Dottersack. Sobald dieser aufgezehrt ist, verlassen sie das Schleimband und leben als Teil des Zooplanktons pelagisch im offenen Wasser.

Anfangs sehen sie relativ sehr bizarr aus, da ihre Bauchflossen zu extrem langen, fadenförmigen Fortsätzen verlängert sind. Diese unterstützen sie beim Schweben im Wasser.

Sobald die Jungfische eine Länge von etwa 4 bis 6 cm erreicht haben, verändert sich ihr Körper: Sie verlieren die langen Schwebefortsätze und führen von nun an eine benthische Lebensweise in tieferen Bereichen. Dort graben sie sich im Sand oder Schlamm ein und beginnen ein Leben als Lauerjäger.


Nahrung

Lophiodes beroe ernährt sich von kleinen, bodenbewohnenden und freischwimmenden Organismen der Tiefsee. Dazu gehören Flohkrebse (Amphipoda), Ruderfußkrebse (Copepoda) und Vielborster (Polychaeta) sowie kleine Fische und Garnelen.

Lophiodes beroe ist ein Lauerjäger, der sich im Sand oder Schlamm vergräbt und dort perfekt getarnt auf seine Opfer wartet. Zum Beutefang nutzt er eine hochspezialisierte Jagdtechnik: Über dem Maul befindet sich ein modifizierter erster Rückenflossenstrahl, die sogenannte Angel („Illicium”). An dessen Spitze befindet sich ein kleiner, fleischiger Köder („Esca”), der wie ein kleiner, zappelnder Wurm oder ein Fischchen hin und her bewegt wird.

Neugierige Beutetiere werden von diesem Köder angelockt und schwimmen direkt vor sein Maul. Sobald sich das Opfer nah genug vor dem riesigen Maul befindet, reißt er dieses schnell auf. Der dadurch entstehende gewaltige Unterdruck saugt die Beute in den Schlund hinein. Dieser Vorgang dauert nur wenige Millisekunden.

Das Maul ist mit spitzen, nach innen gebogenen Zähnen besetzt. Sie funktionieren wie eine Reuse: Die Beute kann leicht hineingleiten, aber nicht mehr nach draußen entkommen. Er kann Beutetiere fressen, die fast so groß sind wie er selbst. Vorausgesetzt, sie passen in sein Maul.


Krankheiten

Häufige Krankheiten bei Seeteufeln:

  • Parasitäre Infektionen
    Die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Erkrankung bei Seeteufeln wird durch den Einzeller Spraguea lophii verursacht. Dieser Parasit infiziert das Nervensystem des Fisches, insbesondere die Nervenganglien, das Rückenmark und das Gehirn.
  • Fadenwürmer (Nematoden)
    Wie viele marine Raubfische nimmt auch dieser Seeteufel durch seine Beute verschiedene Fadenwürmer auf. [Weiterlesen...]
  • Ruderfußkrebse (Ektoparasiten)
    Ruderfußkrebse können sich vorwiegend an den Kiemen oder in der Mundhöhle des Fisches festklammern. Ein starker Befall kann das Gewebe schädigen, die Atmung beeinträchtigen und Eintrittspforten für sekundäre bakterielle Infektionen bieten. [Weiterlesen...]

Literaturhinweis
  1. Wikipedia (englisch)
  2. FishBase (englisch)
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