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Fischlexikon der Salzwasserfische: Amerikanischer Seeteufel


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Name: Amerikanischer Seeteufel
Ordnung: Lophiiformes
(deutsch) Armflosser
Familie: Lophiidae
(deutsch) Seeteufel
Gattung: Lophius
Gattung+Art: Lophius americanus
Gesamt: 1301 Fischarten

Info

Amerikanischer Seeteufel (Lophius americanus)

Amerikanischer Seeteufel (Maul)

Der Amerikanische Seeteufel (Lophius americanus) ist ein Salzwasserfisch, der eine maximale Länge von etwa 140 Zentimetern und ein Gewicht von etwa 23 kg erreichen kann.

Der Seeteufel gehört zur Ordnung der Armflosser (Lophiiformes) und zur Familie der Seeteufel (Lophiidae). Sein englischer Name lautet „American angler“.

Der Amerikanische Seeteufel lebt im Westatlantik, wo er von der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador (einschließlich Quebec) südwärts bis in den Nordosten Floridas verbreitet ist.

Er lebt dort über sandigen, schlammigen oder felsigen Böden. In der Regel findet man ihn in Wassertiefen bis etwa 600 Metern. Er toleriert Temperaturschwankungen von 0 bis 21 °C.


Maximales Alter

Das maximal veröffentlichte Alter des Amerikanischen Seeteufel (Lophius americanus) beträgt 30 Jahre.


Merkmale

Amerikanischer Seeteufel (Lophius americanus)

Amerikanischer Seeteufel

Merkmale des Amerikanischen Seeteufels:

  • der Amerikanische Seeteufel hat einen extrem großen, breiten und abgeflachten Kopf
  • beide Kiefer sind mit mehreren Reihen langer, spitzer und nach hinten gerichteten Fangzähnen besetzt. Diese sind umklappbar, sodass die Beute leicht hineingleiten, aber nicht mehr entkommen kann
  • der Vorderkörper ist breit und dorsoventral stark abgeflacht. Der gesamte Körper ist schuppenlos, schleimig und elastisch. Er verjüngt sich in Richtung Schwanz
  • die breite Schnauze des Amerikanischen Seeteufels ist mit knöchernen, rauen Kämmen mit kleinen Knubbeln und Dornen zwischen den Augen und der Schnauzenspitze bedeckt
  • die Augen sind verhältnismäßig klein und nach oben gerichtet. Damit kann er im Sand vergraben potenzielle Beute erspähen
  • die Oberseite des Amerikanischen Seeteufels ist dunkelbraun, olivgrün oder gräulich marmoriert. Sie ist mit zahlreichen sehr kleinen, dunkleren braunen Punkten und Flecken übersät, was dem Fisch auf sandigem oder schlammigem Grund eine perfekte Tarnung verleiht
  • die Bauchseite ist hell, weißlich bis hellbeige gefärbt. Das innere Bauchfell (Peritoneum) ist weiß
  • die Oberseite der Brustflossen entspricht der Körperfärbung. Sie wird zum Rand hin jedoch dunkler. Die Unterseite der Brustflossenbasis ist hell. Im äußeren Drittel schlägt die Färbung jedoch abrupt in ein dunkles Braun oder Grau um. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu verwandten Arten
  • die Spitzen aller Flossenstrahlen sind hell gefärbt
  • über dem Maul befindet sich ein modifizierter 1. Rückenflossenstrahl, die sogenannte Angel („Illicium”), an deren Spitze sich ein kleiner, fleischiger Köder („Esca”) befindet. Dieser Köder ist oft grünlich gefärbt und besitzt einen dunklen Fleck an der Basis
  • der Amerikanische Seeteufel besitzt keine Schwimmblase. Da er sich hauptsächlich am Meeresboden aufhält und kaum im freien Wasser, benötigt er keinen hydrostatischen Auftrieb
  • seine Brust- und Bauchflossen besitzen eine verlängerte, gelenkige Basis (sogenannte gestielte Flossen). Diese nutzt er wie kleine Beine oder Arme, um sich krabbelnd, gehend oder stoßweise über den Meeresgrund fortzubewegen
  • Flossenformel: D VI/11-12, A 0/9-10, P 0/25-28, V I/5

Größe

Der Amerikanische Seeteufel (Lophius americanus) kann eine Länge von bis zu 140 cm und ein Gewicht von bis zu 23 kg erreichen. erreichen. Seine Durchschnittslänge beträgt etwa 100 cm.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Amerikanischer Seeteufel (Lophius americanus)

Amerikanischer Seeteufel

Der Amerikanische Seeteufel (Lophius americanus) ist im Westatlantik verbreitet. Er kommt von der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador (einschließlich Quebec) bis in den Nordosten Floridas vor.

Am häufigsten kommt er jedoch nördlich von Cape Hatteras vor. Er lebt dort auf sandigen, schlammigen oder felsigen Böden sowie über Muschelfragmenten.

In der Regel findet man ihn in Wassertiefen bis etwa 600 Metern. Er toleriert Temperaturschwankungen von 0 bis 21 °C.

Der Amerikanische Seeteufel ist perfekt an das Leben am Meeresboden angepasst. Die vielen kleinen Hautanhängsel an den Körperseiten und seine farbliche Anpassung an den Untergrund lassen ihn wie einen mit Algen bewachsenen Stein aussehen.


Fortpflanzung

Männliche Amerikanische Seeteufel (Lophius americanus) erreichen nach etwa 3 Jahren und einer Länge von etwa 37 Zentimetern. die Geschlechtsreife. Weibchen werden dagegen erst nach etwa 4 Jahren und einer Länge von knapp 50 Zentimetern geschlechtsreif.

Die Laichzeit des Amerikanischen Seeteufels erstreckt sich insgesamt über etwa 6 Monate. Die Hauptlaichzeit liegt im Spätfrühling und Sommer mit einem deutlichen Höhepunkt im Mai und Juni.

Die Laichgründe liegen, je nach Verbreitungsgebiet, in Wassertiefen zwischen etwa 30 und deutlich über 200 Metern.

Die Weibchen produzieren je nach Körpergröße zwischen 300.000 und 2.800.000 Eier pro Saison. Diese werden nicht einzeln ins Wasser abgegeben, sondern sind in ein riesiges, schwimmfähiges, violett gefärbtes und bis zu 10 Meter langes sowie 25 Zentimeter breites Gallertband (Laichband) eingebettet. Die Weibchen sind Portionslaicher und können pro Saison mehrmals ablaichen.

Dieses Laichband treibt frei in der obersten, sogenannten pelagialen Wasserschicht. Durch Strömung und Wellengang wird das Band mit der Zeit zerrissen, wodurch die Eier über weite Strecken im Meer verteilt werden.

Je nach Wassertemperatur schlüpfen die nur wenige Millimeter großen Fischlarven nach 6 bis 100 Tagen. Nach dem Schlüpfen bleiben die winzigen Larven zunächst noch für einige Tage im schützenden Schleimband und ernähren sich von ihrem Dottersack. Sobald dieser aufgezehrt ist, verlassen sie das Schleimband und leben als Teil des Zooplanktons pelagisch im offenen Wasser.

Anfangs sehen sie relativ sehr bizarr aus, da ihre Bauchflossen zu extrem langen, fadenförmigen Fortsätzen verlängert sind. Diese unterstützen sie beim Schweben im Wasser. Zunächst ernähren sie sich von ihrem Dottersack, danach von winzigen Krebstieren und Plankton.

Sobald die Jungfische eine Länge von etwa 7 bis 8 cm erreicht haben, verändert sich ihr Körper: Sie verlieren die langen Schwebefortsätze und führen von nun an eine benthische Lebensweise in tieferen Bereichen. Dort graben sie sich im Sand oder Schlamm ein und beginnen ein Leben als Lauerjäger.


Nahrung

Der Amerikanische Seeteufel (Lophius americanus) steht an der Spitze der Nahrungskette in seinem Lebensraum und frisst fast alles, was sich bewegt und in sein Maul passt. Er bevorzugt kleine bis mittelgroße Fische wie Heringe, Sardinen, Makrelen, Kabeljau, Hechte und verschiedene Plattfische.

Außerdem stehen Tintenfische, Tintenfische, Krabben, Garnelen, sonstige Krebstiere und Schnecken auf seinem Speiseplan. Dank seines extrem dehnbaren Magens und Mauls kann er Beutetiere verschlingen, die bis zu zwei Drittel seiner eigenen Körperlänge erreichen. Wenn er an der Wasseroberfläche schwimmt, erbeutet er in seltenen Fällen auch Seevögel.

Der Seeteufel ist ein Lauerjäger, der sich im Sand oder Schlamm vergräbt und dort perfekt getarnt auf seine Opfer wartet. Zum Beutefang nutzt er eine hochspezialisierte Jagdtechnik: Über dem Maul befindet sich ein modifizierter erster Rückenflossenstrahl, die sogenannte Angel („Illicium”). An dessen Spitze befindet sich ein kleiner, fleischiger Köder („Esca”), der wie ein kleiner, zappelnder Wurm oder ein Fischchen hin und her bewegt wird.

Neugierige Fische und Krebse werden von diesem Köder angelockt und schwimmen direkt vor das Maul des Seeteufels. Sobald sich das Opfer nah genug vor dem riesigen Maul befindet, reißt der Seeteufel dieses schnell auf. Der dadurch entstehende gewaltige Unterdruck saugt die Beute in den Schlund hinein. Dieser Vorgang dauert nur wenige Millisekunden.

Das Maul ist mit spitzen, nach innen gebogenen Zähnen besetzt. Sie funktionieren wie eine Reuse: Die Beute kann leicht hineingleiten, aber nicht mehr nach draußen entkommen. Ein Amerikanischer Seeteufel kann Fische fressen, die fast so groß sind wie er selbst. Vorausgesetzt, sie passen in sein Maul.


Fangmethoden

Der Amerikanische Seeteufel (Lophius americanus) wird industriell gefangen, meist mit Schleppnetzen oder Langleinen. Beim Bootsangeln mit der Handangel werden Seeteufel meist zufällig als Beifang beim Pilken oder Naturköderangeln gefangen.

Ein gezieltes Angeln auf diese Tiefseefische ist kaum möglich, da Amerikanische Seeteufel Lauerjäger sind und nicht aktiv jagen. Man muss dem Seeteufel die Beute schon direkt vor das Maul halten, damit er zuschnappt. Daher bleibt der Fang mit der Handangel ein Glücksspiel.


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