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Fischlexikon der Süßwasserfische: Seesaibling


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Name: Seesaibling
Ordnung: Salmoniformes
(deutsch) Lachsartige
Familie: Salmonidae
(deutsch) Lachsfische
Gattung: Salvelinus
Gattung+Art: Salvelinus umbla
Gesamt: 1925 Fischarten

Info

Seesaibling (Salvelinus umbla)

Seesaibling (Salvelinus umbla)

Der Seesaibling (Salvelinus umbla), auch Rotforelle genannt, ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Lachsfische (Salmonidae).

Der Seesaibling kann eine Länge von etwa 80 cm und ein Gewicht von etwa 10 kg erreichen. Durchschnittlich wird dieser Fisch jedoch nur etwa 40 cm lang und 5 kg schwer. Seine englische Bezeichnung lautet „Lake char”.

Der Seesaibling lebt in zahlreichen alpinen und subalpinen Gletscherseen in Mitteleuropa zwischen Frankreich und Österreich sowie zwischen Deutschland und Norditalien. In kleinen Seen leben auch kleinwüchsige Formen des Seesaiblings, die als Schwarzreuter oder Schwarzreiter bezeichnet werden.

Die Eutrophierung (Überdüngung) der subalpinen Seen, die in den 1950er Jahren begann und 1979 ihren Höhepunkt erreichte, hat die Populationen des Seesaiblings stark reduziert.

In Seen wie dem Mondsee in Österreich starb der Seesaibling lokal aus und auch andere Saiblingarten wie der Tiefseesaibling (Salvelinus profundus) wurden im gleichen Zeitraum ausgerottet. Derzeit erholen sich die meisten Saibling-Populationen jedoch allmählich wieder.


Maximales Alter

Die Lebenserwartung des Seesaiblings (Salvelinus umbla) liegt bei etwa 10 bis 15 Jahren. Unter optimalen Bedingungen kann er vermutlich sogar bis zu 40 Jahre alt werden.


Merkmale

Seesaibling (Salvelinus umbla)

Seesaibling (Salvelinus umbla)

Die wichtigsten Merkmale des Seesaiblings:

  • der Seesaibling besitzt einen schlanken, langgestreckten Körperbau, der seine größte Höhe zwischen Brust- und Rückenflosse erreicht. Ältere Tiere sind teilweise auch hochrückiger
  • der Rücken und die Körperflanken des Seesaiblings sind bräunlich-grün gefärbt und mit zahlreichen rundlichen, rötlich-orangenfarbenen (manchmal auch gelblichen oder rosafarbenen) Flecken bedeckt
  • die Bauchseite ist außerhalb der Paarungszeit weißlich bis blass-orange
  • das große Maul ist fast endständig und tief gespalten; wobei die Mundspalte bis weit hinter die Augen reicht
  • die Kieferknochen sind gut bezahnt. Das Pflugscharbein (Vomer) trägt im vorderen Bereich eine Querreihe Zähne
  • die großen Augen des Seesaiblings sitzen relativ weit vorne und hoch am Kopf
  • das Seitenlinienorgan ist vollständig ausgebildet und verläuft von den Kiemendeckeln bis zur Schwanzwurzel
  • die Flossen des Seesaiblings sind rötlich gefärbt und besitzen einen leuchtend weißen Vorderrand. Durch dieses Merkmal ist er leicht von der Forelle (Salmo trutta) zu unterscheiden
  • der Seesaibling besitzt, wie alle Arten dieser Gattung, eine Fettflosse
  • während der Paarungszeit färben sich die Bäuche und die bauchseitigen Flossen der Männchen intensiv leuchtend rot bis tief orange
  • bei älteren Männchen kann sich zudem ein leichter Laichhaken am Unterkiefer bilden
  • Schuppenformel: 130-140 SL
  • Kiemenrechen: 25–31

Größe

Der Seesaibling (Salvelinus umbla) kann eine Länge von etwa 80 cm und ein Gewicht von etwa 10 kg erreichen. Durchschnittlich wird dieser Fisch jedoch nur etwa 40 cm lang und 5 kg schwer.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Seesaibling (Salvelinus umbla) kommt ausschließlich in hochgelegenen, relativ tiefen und kalten Gewässern vor. So lebt er in zahlreichen alpinen und subalpinen Gletscherseen in Mitteleuropa zwischen Frankreich und Österreich sowie zwischen Deutschland und Norditalien.


Fortpflanzung

Seesaibling (Salvelinus umbla)

Schwarzreuter (Schwarzreiter)

Der Seesaibling (Salvelinus umbla) wird im Alter von zwei bis sechs Jahren geschlechtsreif. Er ist ein Winterlaicher und laicht hauptsächlich zwischen November und Januar

Die Weibchen (Rogner) laichen ihre Eier an Kies- oder Geröllböden in Wassertiefen von bis zu 80 Metern (manchmal bis zu 120 Metern) ab.

Ein Weibchen (Rogner) produziert etwa 2.000 bis 4.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht.

Das Weibchen sucht einen sauerstoffreichen Platz mit Grundwasserzustrom. Durch heftige Schläge mit der Schwanzflosse schlägt es eine flache Laichgrube in den Kies.

Ein oder mehrere Männchen umschwimmen das Weibchen, drängen sich eng an seine Flanke und versetzen ihren Körper in zitternde Bewegungen. Unter synchronem Zittern und dem Öffnen des Mauls geben beide Partner gleichzeitig Eier und Samen ab.

Nachdem das Weibchen alle Eier abgelaicht hat, werden diese vom Männchen befruchtet. Anschließend bedeckt das Weibchen die Eier vorsichtig mit Kies, um sie vor Strömung und Räubern zu schützen.

Im Gegensatz zu anderen Saiblingen zeigt die biochemische Verhaltensforschung, dass die Weibchen des Seesaiblings nach dem Laichakt auf ein bestimmtes, wellenförmiges Fächeln verzichten. Es findet keine Brutpflege statt.

Die Entwicklung der Eier im kalten Wasser der Bergseen dauert vergleichsweise lange und ist stark temperaturabhängig. Sie benötigt etwa 440 Tagesgrade (Tagesgrade = Wassertemperatur in °C multipliziert mit der Anzahl der Tage; bei konstant 4 °C dauert es somit etwa 110 Tage).

Die Larven schlüpfen im zeitigen Frühjahr und ernähren sich zunächst von ihrem Dottersack, bevor sie als Jungfische im Flachwasser aktiv auf Planktonjagd gehen.


Nahrung

Die Nahrung junger Seesaiblinge (Salvelinus umbla) besteht in den ersten Lebensjahren fast ausschließlich aus Zooplankton und kleinen Insektenlarven. Erwachsene Seesaiblinge ernähren sich dagegen vorwiegend von benthischen Organismen (Bodentieren wie Larven, Schnecken und Muscheln).

Man unterscheidet drei Formengruppen, die sich unterschiedlich ernähren:

  • Tiefseesaiblinge (auch Schwarzreuther oder Schwarzreiter genannt)
    eine kleinwüchsige Form aus nährstoffarmen Seen mit einer maximalen Länge von etwa 15 cm
  • Wildfangsaiblinge
    diese Gruppe erreicht Längen von 65 bis 80 cm und ernährt sich von kleinen Fischen
  • Normalsaiblinge
    diese Gruppe wird maximal 25 bis 40 cm lang und ernährt vorwiegend von benthischen Organismen (Bodentiere wie Larven, Schnecken und Muscheln).

Fangmethoden

empfohlene Angelmethode

Posen-Schleppfischen, Fliegenfischen, Spinnfischen, Schleppen mit Sbirolinos
(die nachfolgenden Beschreibungen sind nur Vorschläge - natürlich können auch andere Methoden bzw. Gerätschaften benutzt werden)

Rute

Matchrute, Fliegenrute, Spinnrute, Sbirolinorute (3,30 - 4,60 m, ca. 30-60 gr. WG)

Rolle

Stationärrolle, Fliegenrolle

Hauptschnur

0,18 - 0,25 monofil

Vorfach, Montage

0,16 - 0,20

Haken, System

6er - 8er

Köder

Naturköder: Fliegenmaden, Bienenmaden, Würmer, Insekten, kleine Köderfische
Kunstköder: (Mini-) Wobbler, Spinner, künstliche Fliegen

Fangzeit

das ganze Jahr (außerhalb der Schonzeiten)

zusätzliche Tipps

Der Seesaibling ist ein guter Kämpfer und liefert einen guten Drill (daher nur gute Materialien verwenden). Da der Seesaibling bodennah im Wasser steht, sollten die Köder entsprechend tief angeboten werden.


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