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Fischlexikon der Süßwasserfische: Schrägband-Panzerwels


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Name: Schrägband-Panzerwels
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Hoplisoma
Gattung+Art: Hoplisoma loxozonum
Gesamt: 1892 Fischarten

Info

Der Schrägband-Panzerwels (Hoplisoma loxozonum, Synonym: Corydoras loxozonus), auch Deckers Panzerwels genannt, ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Hoplisoma. Er kann eine maximale Länge von etwa 6 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Dirty bandit cory“.

Der Schrägband-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika und ist endemisch im Stromgebiet des Río Meta und des Río Guaviare im Orinokobecken in Kolumbien beheimatet.


Maximales Alter

Der Schrägband-Panzerwels (Hoplisoma loxozonum, Synonym: Corydoras leopardus) kann bei guter Pflege in einem Aquarium voraussichtlich etwa 6 bis 8 Jahre alt werden.


Merkmale

Schrägband-Panzerwels (Hoplisoma loxozonum)

Schrägband-Panzerwels

Merkmale des Schrägband-Panzerwelses:

  • sein Körperbau ist hochrückig und seitlich abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die Schnauze des Schrägband-Panzerwelses ist kurz und vorne dorsal abgerundet
  • das unterständige Maul ist von mehreren Bartelpaaren umgeben
  • die relativ großen Augen sitzen oben an Kopf
  • auf den Körperseiten des Schrägband-Panzerwelses verlaufen, wie bei allen Arten dieser Gattung, 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten
  • das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen hochentwickelten Welsen stark reduziert und im vorderen Bereich nur als winzige Porenreihe auf den vorderen Panzerplatten sichtbar
  • die Grundfärbung des Schrägband-Panzerwelses variiert von gelblich-braun über perlmuttweiß bis rosa-fleischfarben. Bereiche direkt hinter dem Kopf und auf den Körperflanken glänzen golden
  • auf den Körperseiten verläuft eine breite, dunkle Längsbinde vom Ansatz der Rückenflosse schräg nach hinten unten bis in den unteren Lappen der Schwanzflosse (das namensgebende Schrägband)
  • auf dem Kopf des Schrägband-Panzerwelses verläuft ein markantes, vertikales schwarzes Band durch die Augen
  • auf den Körperseiten verlaufen außerdem weitere, unregelmäßige, feine Längsreihen aus kleinen schwarzen Punkten
  • die vorderen Strahlen und Membranen der Rückenflosse sind intensiv schwarz gefärbt. Die restlichen Flossen sind weitgehend transparent oder weisen eine leicht gelbliche Tönung auf.
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch der Schrägband-Panzerwels eine Fettflosse
  • die Rückenflosse des Schrägband-Panzerwelses besitzt kräftige Stacheln. Die Brustflossen sind mit harten, gezähnten Stachelstrahlen ausgestattet. Die Flossenspitzen geschlechtsreifer Männchen laufen oft etwas spitzer zu als bei den Weibchen
  • weibliche Exemplare werden etwas größer und hochrückiger, sie wirken deutlich massiver. Sie werden ca. 1 cm länger und sind im vorderen Körperbereich deutlich breiter als die Männchen
  • Knochenplatten: 24/20

Größe

Der Schrägband-Panzerwels (Hoplisoma loxozonum) erreicht eine maximale Länge von etwa 6 Zentimetern. Dabei werden die Weibchen etwas größer als die Männchen. Die Männchen bleiben etwa einen Zentimeter kleiner.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Schrägband-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika und ist endemisch im Stromgebiet des Río Meta und des Río Guaviare in Kolumbien im Orinokobecken beheimatet. Die offizielle Typuslokalität befindet sich südöstlich der Stadt Villavicencio im Río Ariari.

Er bevorzugt flache Uferzonen mit feinem Sanduntergrund, in dem er nach Nahrung wühlen (gründeln) kann. Der Untergrund besteht hauptsächlich aus weichem Sand oder feinem Schlamm, in dem die Fische mit ihren empfindlichen Barteln nach Nahrung gründeln können.

Sein Lebensraum zeichnet sich durch dichte Beschattung, mäßige Strömung sowie reichlich Falllaub und Totholz aus, das den Fischen Schutz und Verstecke bietet. Das Wasser dieser Gewässer ist neutral bis schwach sauer und weist Temperaturen zwischen 21 und 25 °C (teilweise bis 26 °C) auf.


Aquaristik-Info

Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 21 °C – 25 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,0
Gesamthärte: 2 – 15 °dH
Aquariumgröße: ab etwa 80 cm Länge für eine Gruppe von 8 Tieren (Aquariumvolumen berechnen)

Fütterung:
abwechslungsreiche und schnell sinkendes Futter wie z. B. kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden.

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.

Schrägband-Panzerwels (Hoplisoma Hoplisoma loxozonum)

Schrägband-Panzerwels

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum zur Verfügung stehen.

Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.

Dieser sehr gesellige Fisch besitzt ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollte daher unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis10 Tieren gehalten werden. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte schwach durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 9 bis 12 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist häufig die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie sehr weiches (2–8 °dH) und leicht saures Wasser (pH-Wert 6,0–6,8). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte etwa 25 cm betragen.

Das Zuchtbecken sollte mit 2 bis 3 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es 2 bis 5 Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.

Ein Weibchen kann pro Laichgang bis zu 100 stark klebende Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Weitere Informationen:
Weitere Infos zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Hoplisoma.


Fortpflanzung

Weitere Informationen zu Krankheiten von Panzer- und Schwielenwelsen findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.


Nahrung

Der Schrägband-Panzerwels (Hoplisoma loxozonum) ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren und Würmern sowie gelegentlich von Detritus.


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