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Fischlexikon: Seeteufel (Lophius piscatorius)


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Salzwasserfische"

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Name: Seeteufel
Ordnung: Lophiiformes
(deutsch) Armflosser
Familie: Lophiidae
(deutsch) Seeteufel
Gattung: Lophius
Gattung+Art: Lophius piscatorius
Gesamt: 3232 Fischarten

Übersicht

Seeteufel (Lophius piscatorius)

Seeteufel (Lophius piscatorius)

Der Seeteufel (Lophius piscatorius) ist ein Salzwasserfisch, der eine maximale Länge von etwa 200 cm und ein Gewicht von 50–60 kg erreichen kann.

Der Seeteufel gehört zur Ordnung der Armflosser (Lophiiformes) und zur Familie der Seeteufel (Lophiidae). Andere Namen für den Seeteufel sind Mönchsfisch, Lotte oder Baudroie. Sein englischer Name lautet „Angler“.

Der Seeteufel lebt im Nordostatlantik von der Küste Marokkos über die Barentssee bis nach Norwegen und Island sowie in der Nord- und Ostsee, dem Mittelmeer, der Adria und dem Schwarzen Meer.

Er lebt dort über sandigen, schlammigen oder felsigen Böden. In der Regel findet man ihn in Wassertiefen von 20 bis 1.000 Metern. Während der Laichzeit wandert er jedoch in tiefere Regionen ab und kommt dann in bis zu 1.800 Metern Tiefe vor.


Merkmale

Seeteufel (Lophius piscatorius)

Seeteufel (Lophius piscatorius)

Merkmale des Seeteufels:

  • der Seeteufel hat einen extrem großen, breiten und abgeflachten Kopf. Sein riesiges Maul ist mit spitzen, kräftigen und nach hinten gerichteten Zähnen besetzt
  • der Vorderkörper ist breit und stark abgeflacht. Der gesamte Körper ist schuppenlos und verjüngt sich zum Schwanz hin
  • die Oberseite des Kopfes ist mit zahlreichen kräftigen Knochenstacheln bewehrt
  • die Färbung des Rückens und der Körperoberseite ist braun, die Unterseite ist weißlich
  • das Bauchfell des Seeteufels ist in der Bauchhöhle hell gefärbt (im Gegensatz zum Schwarzen Seeteufel, dessen Bauchfell schwarz ist)
  • der gesamte Körper ist mit dunklen, unregelmäßig geformten Flecken bedeckt
  • über dem Maul befindet sich ein modifizierter 1. Rückenflossenstrahl, die sogenannte Angel („Illicium”), an deren Spitze sich ein kleiner, fleischiger Köder („Esca”) befindet. Mit diesem lockt er kleine Beutetiere an
  • der Seeteufel besitzt keine Schwimmblase. Da er sich hauptsächlich am Meeresboden aufhält und kaum im freien Wasser, benötigt er keinen hydrostatischen Auftrieb
  • er benutzt seine kräftigen, armähnlichen Brust- und Bauchflossen, um sich über den Meeresgrund zu „bewegen“ oder um für kurze Angriffe blitzschnell nach oben zu stoßen
  • Flossenformel: D VIII/11-12, A 0/9-10
  • Wirbel: 26-31

Verwechslungsarten: Er sieht dem Schwarzen Seeteufel sehr ähnlich, dieser hat jedoch ein schwarzes Bauchfell. Im Gegensatz zum Schwarzen Seeteufel besitzt der Seeteufel (Lophius piscatorius) 11-12 Flossenstrahlen in der zweiten Rückenflosse.


Größe

Der Seeteufel (Lophius piscatorius) kann eine Länge von bis zu 200 cm und ein Gewicht von 50-60 kg erreichen. erreichen. Seine Durchschnittslänge beträgt etwa 100 cm, sein Durchschnittsgewicht 10 kg.


Maximales Alter

Das maximal veröffentlichte Alter des Schwarzen Seeteufels (Lophius piscatorius) beträgt 24 Jahre.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Seeteufel (Lophius piscatorius)

Seeteufel (Lophius piscatorius)

Der Seeteufel lebt im Nordostatlantik von der Küste Marokkos über die Barentssee bis nach Norwegen und Island sowie in der Nord- und Ostsee, dem Mittelmeer, der Adria und dem Schwarzen Meer (75°N - 30°N, 28°W - 46°O).

Er lebt dort über sandigen, schlammigen oder felsigen Böden. In der Regel findet man ihn in Wassertiefen von 20 bis 1.000 Metern. Während der Laichzeit wandert er jedoch in tiefere Regionen ab und kommt dann in bis zu 1.800 Metern Tiefe vor.

Der Seeteufel ist perfekt an das Leben am Boden angepasst. Die vielen kleinen Hautanhängsel an den Körperseiten und die farbliche Anpassung an den Untergrund lassen ihn wie einen mit Algen bewachsenen Stein aussehen.


Fortpflanzung

Seeteufel (Lophius piscatorius)

Seeteufel (Lophius piscatorius)

Männliche Seeteufel (Lophius piscatorius) erreichen, je nach Lebensraum, nach etwa 4-6 Jahren und einer Länge von 40 bis 50 Zentimetern die Geschlechtsreife. Weibchen werden dagegen erst nach etwa 6 bis 14 Jahren und einer Länge von 70 bis 85 Zentimetern geschlechtsreif.

Die Laichzeit des Seeteufels liegt im Ostatlantik im Frühjahr zwischen Februar und Juni.

Die Laichgründe liegen in Wassertiefen zwischen etwa 400 und über 1.000 Metern. Beliebte Laichgründe befinden sich in den tiefen Gewässern westlich und nördlich der Britischen Inseln sowie Irlands.

Die Weibchen produzieren je nach Körpergröße zwischen 300.000 und 2.800.000 Eier pro Saison. Diese werden nicht einzeln ins Wasser abgegeben, sondern sind in ein riesiges, schwimmfähiges, violett gefärbtes und bis zu 10 Meter langes sowie 45 Zentimeter breites Gallertband (Laichband) eingebettet.

Dieses treibt frei in der obersten (epipelagialen) Wasserschicht. Durch Strömung und Wellengang wird das Band mit der Zeit zerrissen, wodurch die Eier über weite Strecken im Meer verteilt werden.

Je nach Wassertemperatur schlüpfen die nur wenige Millimeter großen Fischlarven nach einigen Tagen bis Wochen. Nach dem Schlüpfen leben sie zunächst pelagisch nahe der Wasseroberfläche. Dort treiben sie über Wochen oder Monate hinweg oft hunderte Kilometer weit mit den Meeresströmungen mit.

Anfangs sehen sie relativ sehr bizarr aus, da ihre Bauchflossen zu extrem langen, fadenförmigen Fortsätzen verlängert sind. Diese unterstützen sie beim Schweben im Wasser. Zunächst ernähren sie sich von ihrem Dottersack, danach von winzigen Krebstieren und Plankton.

Sobald die Jungfische eine Länge von etwa 7 bis 9 cm erreicht haben, verändert sich ihr Körper: Sie verlieren die langen Schwebefortsätze und führen von nun an eine benthische Lebensweise in tieferen Bereichen. Dort graben sie sich im Sand oder Schlamm ein und beginnen ein Leben als Lauerjäger.


Nahrung

Die Hauptnahrung des Seeteufels (Lophius piscatorius) sind Meeraale (Conger conger), Knurrhähne, Rochen und andere bodennah lebende Fische.

Außerdem frisst er Krabben, Hummer und Garnelen. Wenn er im freien Wasser schwimmt, erbeutet er in seltenen Fällen auch Seevögel.

Der Seeteufel ist ein Lauerjäger, der sich im Sand oder Schlamm vergräbt und dort perfekt getarnt auf seine Opfer wartet.

Zum Beutefang nutzt er eine hochspezialisierte Jagdtechnik: Über dem Maul befindet sich ein modifizierter erster Rückenflossenstrahl, die sogenannte Angel („Illicium”). An dessen Spitze befindet sich ein kleiner, fleischiger Köder („Esca”), der wie ein kleiner, zappelnder Wurm oder ein Fischchen hin und her bewegt wird.

Neugierige Fische und Krebse werden von diesem Köder angelockt und schwimmen direkt vor das Maul des Seeteufels. Sobald sich das Opfer nah genug vor dem riesigen Maul befindet, reißt der Seeteufel dieses schnell auf. Der dadurch entstehende gewaltige Unterdruck saugt die Beute in den Schlund hinein. Dieser Vorgang dauert nur wenige Millisekunden.

Das Maul ist mit spitzen, nach innen gebogenen Zähnen besetzt. Sie funktionieren wie eine Reuse: Die Beute kann leicht hineingleiten, aber nicht mehr nach draußen entkommen. Ein Seeteufel kann Fische fressen, die fast so groß sind wie er selbst. Vorausgesetzt, sie passen in sein Maul.


Bedeutung als Speisefisch

Omega 3 Fettsäuren

Der Seeteufel (Lophius piscatorius) ist ein äußerst beliebter und hochpreisiger Speisefisch. Kulinarisch wird er zusammen mit seiner Schwesterart, dem Schwarzen Seeteufel (Lophius budegassa), unter dem gemeinsamen Handelsnamen „Seeteufel” verkauft. Im Handel wird meist nicht zwischen den beiden Arten unterschieden.

Sein Fleisch ist mager, fest und sehr aromatisch. Bis auf die Wirbelsäule ist der Seeteufel grätenlos. Aufgrund seiner festen Struktur zerfällt das Fleisch nicht beim Braten, Grillen oder Dünsten und bleibt stets saftig. Im Handel wird meistens nur der küchenfertige Seeteufelschwanz ohne Kopf angeboten.

Frischen Seeteufel erkennt man daran, dass er nicht „riecht”. Nach dem Kauf sollte er möglichst schnell zubereitet werden, da sein Fleisch sehr schnell verdirbt.

Der Seeteufel versorgt unseren Körper mit wichtigen Nährstoffen wie beispielsweise Vitamin A, B2, B6, B12, Jod, wichtigen Mineralstoffen und Omega-3-Fettsäuren. Weitere Informationen zu den Nährwerten dieses Fisches gibt es [hier].

Leckere Seeteufel-Rezepte:


Krankheiten

Häufige Krankheiten bei Seeteufeln:

  • Parasitäre Infektionen
    Die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Erkrankung bei Seeteufeln wird durch den Einzeller Spraguea lophii verursacht. Dieser Parasit infiziert das Nervensystem des Fisches, insbesondere die Nervenganglien, das Rückenmark und das Gehirn.
  • Fadenwürmer (Nematoden)
    Wie viele marine Raubfische nimmt auch dieser Seeteufel durch seine Beute verschiedene Fadenwürmer auf. [Weiterlesen...]
  • Ruderfußkrebse (Ektoparasiten)
    Ruderfußkrebse können sich vorwiegend an den Kiemen oder in der Mundhöhle des Fisches festklammern. Ein starker Befall kann das Gewebe schädigen, die Atmung beeinträchtigen und Eintrittspforten für sekundäre bakterielle Infektionen bieten. [Weiterlesen...]

Angelmethoden (so fängt man diese Fische..)

Der Seeteufel (Lophius piscatorius) wird industriell gefangen, meist mit Schleppnetzen oder Langleinen. Beim Bootsangeln mit der Handangel werden Seeteufel meist zufällig als Beifang beim Pilken oder Naturköderangeln gefangen.

Ein gezieltes Angeln auf diese Tiefseefische ist kaum möglich, da Seeteufel Lauerjäger sind und nicht aktiv jagen. Man muss dem Seeteufel die Beute schon direkt vor das Maul halten, damit er zuschnappt. Daher bleibt der Fang mit der Handangel ein Glücksspiel.


Literaturhinweis
  1. Wikipedia
  2. FishBase (englisch)
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