Steckbrief: Flaggenschwanz-Panzerwels (Brochis robineae)
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Süßwasserfische"
| Name: | Flaggenschwanz-Panzerwels | |
| Ordnung: | Siluriformes | |
| (deutsch) | Welsartige | |
| Familie: | Callichthyidae | |
| (deutsch) | Panzer- und Schwielenwelse | |
| Gattung: | Brochis | |
| Gattung+Art: | Brochis robineae | |
| Gesamt: | 3235 Fischarten | |
Übersicht
Der Flaggenschwanz-Panzerwels (Brochis robineae, Synonym: Corydoras robineae) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Brochis. Er kann eine maximale Länge von etwa 7 bis 8 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Bannertail catfish“.
Der Flaggenschwanz-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika, wo er im Rio Aiuana, einem südlichen Nebenfluss im mittleren Teil des Rio Negro im brasilianischen Bundesstaat Amazonas, verbreitet ist.
Merkmale
Merkmale des Flaggenschwanz-Panzerwelses:
- sein Körperbau ist hochrückig, kräftig, kompakt und seitlich abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
- die Bauchlinie des Flaggenschwanz-Panzerwelses ist gerade
- die Schnauze ist langgestreckt und läuft vorne spitz zu. Die dorsale Seite ist schwach konkav
- das Maul ist unterständig. Es ist von 2 Paar Maxillarbarteln (Oberkieferbarteln) und 1 Paar Mandibularbarteln (Unterlippenbarteln) umgeben. Diese dienen als Tast- und Geschmacksorgane und sind sind äußerst empfindlich
- die relativ großen und sehr beweglichen Augen sitzen ziemlich weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden, sodass es scheint, als würde der Fisch blinzeln
- auf den Körperseiten des Flaggenschwanz-Panzerwelses verlaufen, wie bei allen Arten dieser Gattung, 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten. Auch die Haut auf seiner Schnauze ist mit stabilen Knochenplatten bedeckt
- das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen Arten dieser Familie äußerlich stark reduziert. Es zieht sich nur über wenige Knochenplatten im vorderen Bereich des Körpers, direkt hinter den Kiemendeckeln, und ist kaum sichtbar
- die vorderen Strahlen der Rückenflosse und der Brustflossen sind zu kräftigen, harten Stacheln (Wehrstacheln) umgewandelt
- der hintere Rand des vorderen Stachels der Rückenflosse ist mit gleichmäßigen Zacken ausgestattet, die in der Regel zur Stachelbasis hin zeigen
- der Oberkörper des Flaggenschwanz-Panzerwelses variiert von silbrig-grau bis weißlich-cremefarben
- bei entsprechendem Lichteinfall zeigt sich oft ein feiner, metallischer Glanz
- die Körperflanken sind mit zahlreichen, dunklen Punkten und feinen, waagerecht unterbrochenen Linien bedeckt
- das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu anderen Arten ist die Schwanzflosse. Sie besitzt 5 bis 6 waagerechte, schwarz-weiße Streifen. Diese horizontale Streifung ist bei Panzerwelsen einzigartig, da andere gemusterte Arten dort fast immer senkrechte Streifen tragen
- die Kiemendeckel zeigen unten oft einen rötlichen Bereich
- wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch der Flaggenschwanz-Panzerwels eine Fettflosse. Diese besitzt ebenfalls einen kleinen, harten Stachel an der Vorderkante
- die Schwanzflosse ist mittig stark eingekerbt
- weibliche Exemplare werden etwas größer und hochrückiger und wirken deutlich massiver. Männchen besitzen eine höhere und spitzere Rückenflosse und sind etwas intensiver gefärbt
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.
Größe
Der Flaggenschwanz-Panzerwels (Brochis robineae) erreicht eine maximale Länge von etwa 7 bis 8 Zentimetern. Die Weibchen werden etwas größer als die Männchen.
Maximales Alter
Bei guter Pflege kann der Flaggenschwanz-Panzerwels (Brochis robineae) in einem Aquarium voraussichtlich etwa 8 bis 10 Jahre alt werden.
Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Flaggenschwanz-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort ist er im Rio Aiuana, einem südlichen Nebenfluss des Rio Negro im brasilianischen Bundesstaat Amazonas, verbreitet.
Er bewohnt die flachen, langsam fließenden Uferbereiche dieses Schwarzwassersystems. Der Boden dieser Gewässer ist oft mit Totholz, herabgefallenem Laub und dichten Wurzeln bedeckt. Das Wasser ist sehr sauber, sehr weich und leicht sauer.
Aquaristik-Info
Temperatur: 21 bis 26 °C
pH-Wert: 6,0 bis 7,5
Gesamthärte: bis 14 °dH
Aquariumgröße: ab etwa 100 cm (Aquariumvolumen berechnen)
Schwierigkeitsgrad: Die Haltung ist einfach, die Zucht jedoch schwieriger
Fütterung:
Wir empfehlen abwechslungsreiches und schnell sinkendes Futter, zum Beispiel kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter oder Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Verfüttern Sie mehrmals täglich kleine Portionen.
Haltung:
Panzerwelse sind akzessorische Darmatmer. Sie müssen daher freien Zugang zur Wasseroberfläche haben. Die Wasseroberfläche darf niemals vollständig mit Schwimmpflanzen zugewuchert sein.
Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen wie Hornkraut (Ceratophyllum), Tausendblatt (Myriophyllum) oder Sumpffreunde (Limnophila) vorhanden sein.
Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum und bewuchsfreie Bodenfläche zum Gründeln vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.
Da dieser Fisch ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt und sehr gesellig ist, sollte er unbedingt in Gruppen von mindestens 6 (besser jedoch 10 oder mehr) Tieren gehalten werden.
Er darf niemals allein gehalten werden. Auch in kleineren Gruppen können diese Fische verkümmern. Er lässt sich gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.
Weitere Informationen zur Haltung und Lebensweise dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.
Zucht:
In der Regel tritt die Geschlechtsreife im Alter von etwa 10 bis 12 Monaten ein. Das Ablaichen wird häufig durch die Simulation der Regenzeit ausgelöst. Dies kann beispielsweise durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere, intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie durch weiches Wasser mit einer Gesamthärte von unter 5 °dH und einem pH-Wert von 6,0 bis 6,5 erreicht werden.
Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C gesenkt werden.
Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter auf etwa 8 bis 12 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diese Distanz und verhindert so das Ertrinken der Larven.
Weitere Informationen zur Zucht und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.
Fortpflanzung
(siehe unter „Aquaristik“)
Nahrung
Der Flaggenschwanz-Panzerwels (Brochis robineae) ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven und Würmern sowie gelegentlich von Detritus und Algen.
Krankheiten
Werden Welse gemeinsam mit anderen Fischarten gehalten, die mit dem Medikament „Malachitgrün” behandelt werden, sollte dieses nur mit Vorsicht und in der vorgeschriebenen Dosierung verwendet werden. Kupferhaltige Medikamente sind für Welse giftig und führen in der Regel zu ihrem Tod.
Weitere Informationen zu Krankheiten von Panzer- und Schwielenwelsen findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.
Literaturhinweis
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