Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Sichelfleckpanzerwels stammt aus Südamerika und ist in den Einzugsgebieten des Amazonas sowie des Río Paraguay in Argentinien, Bolivien und Brasilien heimisch.
Im Gegensatz zu vielen anderen Arten dieser Gattung lebt der Sichelfleckpanzerwels freischwimmend in den mittleren Wasserschichten. Er besiedelt flache, stehende oder sehr langsam fließende Gewässerabschnitte wie Uferzonen, kleinere Bäche, schattige Waldbäche und Überschwemmungsgebiete.
Für diese Welsart ist dichte Unterwasservegetation oder große Bestände an Schwimmpflanzen lebensnotwendig. Die Fische nutzen die feinen Blätter und Wurzeln als Deckung und Ruheplätze. Der Boden dieser Gewässer besteht überwiegend aus feinem Sand oder organischem Detritus (Schlamm und Laub), in dem die Fische nach Nahrung suchen.
Aquaristik-Info
Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 - 7,4
Gesamthärte: 2 – 14 °dH
Aquariumgröße: ab etwa 70 cm Länge für eine Gruppe von 10 Tieren (Aquariumvolumen berechnen)
Fütterung:
abwechslungsreiche und schnellsinkenwdes Futter wie kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex, ab und zu etwas überbrühtes Gemüse
Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er auch Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.
Sichelfleckpanzerwels (G. hastatus)
Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.
Es sollte aber auch reichlich freier Schwimmraum zur Verfügung stehen. Diese Fische sind schwimmfreudig und halten sich im mittleren Beckenbereich auf.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.
Dieser sehr gesellige Fisch besitzt ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollte daher unbedingt in Gruppen von mindestens 10 Tieren gehalten werden. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.
Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte eine mittlere Strömung und eine zusätzliche Belüftung aufweisen.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 6 bis 8 Monaten ein. Das Zuchtbecken sollte mit deutlich mehr Männchen als Weibchen besetzt werden (2-3 M, 1 W).
Häufig wird das Ablaichen durch die Simulation der Regenzeit ausgelöst, beispielsweise durch einen kräftigen Wasserwechsel (bis zu 50 %) mit kühlerem Wasser, eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie sehr weiches (2–5 °dH) und leicht saures Wasser (pH-Wert 6,0–6,8).
Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es 1 bis 5 Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.
Ein Weibchen kann pro Laichgang mehrere hundert stark klebende Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) verfüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Da die Jungfische extrem empfindlich auf Keimdichte und Nitrit reagieren, sollten täglich kleine Wasserwechsel durchgeführt und Futterreste abgesaugt werden.