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Fischlexikon der Süßwasserfische: Spitzkopf-Smaragdpanzerwels


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Name: Spitzkopf-Smaragdpanzerwels
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Brochis
Gattung+Art: Brochis multiradiatus
Gesamt: 1892 Fischarten

Info

Der Spitzkopf-Smaragdpanzerwels (Brochis multiradiatus, Synonym: Corydoras multiradiatus) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Brochis. Er kann eine maximale Länge von etwa 12 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Hognosed brochis“.

Der Spitzkopf-Smaragdpanzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika, wo er im Stromgebiet des oberen Río Napo, in Ecuador und Peru verbreitet ist.


Maximales Alter

Der Spitzkopf-Smaragdpanzerwels (Brochis multiradiatus) kann bei guter Pflege in einem Aquarium voraussichtlich über 12 bis 15 Jahre alt werden.


Merkmale

Spitzkopf-Smaragdpanzerwels (Brochis multiradiatus)

Spitzkopf-Smaragdpanzerwels

Merkmale des Spitzkopf-Smaragdpanzerwelses:

  • sein Körperbau ist hochrückig, kräftig und seitlich abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die Schnauze des Spitzkopf-Smaragdpanzerwelses ist extrem langgezogen und spitz (Spitzkopf)
  • das unterständige Maul ist von mehreren Bartelpaaren umgeben
  • die relativ großen und unabhängig voneinander beweglichen Augen sitzen relativ weit oben
  • auf den Körperseiten des Spitzkopf-Smaragdpanzerwelses verlaufen, wie bei allen Arten dieser Gattung, 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten
  • das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen Arten dieser Familie äußerlich stark reduziert. Es zieht sich nur über wenige Knochenplatten im vorderen Bereich des Körpers, direkt hinter den Kiemendeckeln, und ist kaum sichtbar
  • die oberen Körperflanken und der Rücken des Spitzkopf-Smaragdpanzerwelses schimmern je nach Lichteinfall intensiv metallisch grün bis smaragdähnlich. Die darunterliegende Grundfärbung ist matt bräunlich-grau
  • die Bauchseite ist kontrastierend gefärbt und reicht von weißlich-cremefarben über gelblich bis hin zu einem rötlichen Orange
  • der Kopf des Spitzkopf-Smaragdpanzerwelses ist oberhalb der Augen annähernd bräunlich, die Kiemendeckel und der Bereich unterhalb der Augen schimmern intensiv grün
  • junge Exemplare besitzen in den ersten Wochen eine völlig andere Zeichnung mit dunklen Punkten und Flecken sowie eine proportional noch größere Rückenflosse. Erwachsene Tiere sind dagegen zeichnungslos und schimmern metallisch
  • Rücken-, Brust-, Bauch-, After- und Schwanzflossen sind in der Regel transparent bis hellgrau. Die Brustflossen besitzen kräftige, harte Stacheln zur Verteidigung
  • das wichtigste Merkmal des Spitzkopf-Smaragdpanzerwelses ist die segelförmig verlängerte Rückenflosse mit 15 bis 18 weichen Flossenstrahlen. Andere Arten dieser Gattung besitzen normalerweise nur sieben bis acht Weichstrahlen.
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch der Spitzkopf-Smaragdpanzerwels eine Fettflosse
  • weibliche Exemplare werden etwas größer und hochrückiger, sie wirken deutlich massiver. Sie werden ca. 1 cm länger und sind im vorderen Körperbereich deutlich breiter als die Männchen
  • Flossenformel: D I/15-17, A 0/7, P I/10
  • Knochenplatten: 24-26/21-23

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Größe

Der Spitzkopf-Smaragdpanzerwels (Brochis multiradiatus) erreicht eine maximale Länge von etwa 8 bis 12 Zentimetern. Dabei werden die Weibchen etwas größer als die Männchen. Die Männchen bleiben etwa einen Zentimeter kleiner.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Spitzkopf-Smaragdpanzerwels (Brochis multiradiatus) stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort ist er im Stromgebiet des oberen Río Napo in Ecuador, Bolivien und Peru verbreitet.

Er bewohnt ruhige Flussabschnitte, kleinere Nebenflüsse, Altwasserarme und Uferseen im westlichen Amazonasbecken, vor allem im Stromgebiet des oberen Río Napo.

Sein natürliches Habitat ist geprägt von weichen, schlammigen oder sandigen Untergründen sowie Zonen mit viel Laub am Gewässergrund.


Aquaristik-Info

Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 23 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 2 – 15 °dH
Aquariumgröße: ab etwa 120 cm Länge für eine Gruppe von 6 Tieren (Aquariumvolumen berechnen)

Fütterung:
abwechslungsreiche und schnell sinkendes Futter wie z. B. kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden.

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.

Spitzkopf-Smaragdpanzerwels (Brochis multiradiatus)

Spitzkopf-Smaragdpanzerwels

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum zur Verfügung stehen.

Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner, runder Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.

Dieser sehr gesellige Fisch besitzt ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollte daher unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis 10 Tieren gehalten werden. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte mäßig durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 12 bis 18 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist häufig die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie sehr weiches (2–10 °dH) und leicht saures Wasser (pH-Wert 6,0–7,0). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte etwa 25 bis 30 cm betragen.

Das Zuchtbecken sollte mit 3 bis 5 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es 1 bis 3 Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.

Ein Weibchen kann pro Laichgang über etwa 140 bis 180 stark klebende Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken und das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.

Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 5 bis 10 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.

Weitere Informationen:
Weitere Infos zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Der Spitzkopf-Smaragdpanzerwels (Brochis multiradiatus) ist ein Allesfresser und ernährt sich in freier Natur vorwiegend von Algen, zerfallenen organischen Substanzen, Zooplankton, kleinen Krebstierchen und Pflanzenteilen. In der Regel gründelt bzw. "kaut" er den Gewässerboden nach Nahrung durch.


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