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Fischlexikon der Süßwasserfische: Netz-Panzerwels


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Name: Netz-Panzerwels
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Brochis
Gattung+Art: Brochis reticulatus
Gesamt: 1899 Fischarten

Info

Der Netz-Panzerwels (Brochis reticulatus, Synonym: Corydoras reticulatus) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Brochis. Er kann eine maximale Länge von etwa 6 bis 7 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Reticulated corydoras“.

Der Netz-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika und ist im unteren Amazonasbecken, hauptsächlich in Flüssen in Peru, Brasilien und Kolumbien, verbreitet.


Maximales Alter

Bei guter Pflege kann der Netz-Panzerwels (Brochis reticulatus) in einem Aquarium voraussichtlich etwa 8 bis 10 Jahre alt werden.


Merkmale

Netz-Panzerwels (Brochis reticulatus)

Netz-Panzerwels

Merkmale des Netz-Panzerwelses:

  • sein Körperbau ist hochrückig, kräftig, kompakt und seitlich abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die Bauchlinie des Netz-Panzerwelses ist gerade
  • die Schnauze ist langgestreckt und läuft vorne spitz zu. Die dorsale Seite ist schwach konkav
  • das Maul ist unterständig. Es ist von 2 zwei Paaren Maxillarbarteln (Oberkieferbarteln) und einem Paar Mandibularbarteln (Unterkieferbarteln) umgeben. Diese dienen als Tast- und Geschmacksorgane und sind sind äußerst empfindlich
  • die relativ großen und sehr beweglichen Augen sitzen ziemlich weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden, sodass es scheint, als würde der Fisch blinzeln
  • auf den Körperseiten des Netz-Panzerwelses verlaufen, wie bei allen Arten dieser Gattung, 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten. Die erste Reihe besteht aus 21 bis 24 Knochenplatten, die zweite aus 19 bis 21. Auch die Haut auf seiner Schnauze ist mit stabilen Knochenplatten bedeckt
  • das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen Arten dieser Familie äußerlich stark reduziert und verläuft flach entlang der Körperflanken. Es erstreckt sich nur über wenige Knochenplatten im vorderen Bereich des Körpers, direkt hinter den Kiemendeckeln, und ist kaum sichtbar
  • die vorderen Strahlen der Rückenflosse und der Brustflossen sind zu kräftigen, harten Stacheln (Wehrstacheln) umgewandelt
  • der hintere Rand des vorderen Stachels der Rückenflosse ist mit gleichmäßigen Zacken ausgestattet, die in der Regel zur Stachelbasis hin zeigen
  • die hinteren Ränder der Brustflossenstacheln sind gleichmäßig gezähnt, die Zacken zeigen überwiegend zum Körper hin
  • die Grundfärbung des Netz-Panzerwelses variiert von silbrig-grau bis hellbraun. Bei seitlichem Lichteinfall zeigt sich ein attraktiver, goldgrüner bis grünlich-gelber Glanz
  • über den gesamten Körper und den Kopf zieht sich ein feines, dunkles Netzmuster
  • auch die Flossen zeigen feine, dunkle Musterungen
  • das wichtigste Merkmal, dass den Panzerwels von anderen Arten dieser Gattung unterscheidet, ist ein markanter, großer schwarzer Fleck auf der Rückenflosse
  • die Kiemendeckel zeigen unten oft einen schwachen rötlichen Bereich
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch der Netz-Panzerwels eine Fettflosse
  • die Schwanzflosse ist mittig stark eingekerbt
  • weibliche Exemplare werden etwas größer und hochrückiger und wirken deutlich massiver. Männchen besitzen eine höhere und spitzere Rückenflosse und sind etwas intensiver gefärbt

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Größe

Der Netz-Panzerwels (Brochis reticulatus) erreicht eine maximale Länge von etwa 6 bis 7 Zentimetern. Die Weibchen werden etwas größer als die Männchen.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Netz-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika und ist im unteren Amazonasbecken, vor allem in peruanischen, brasilianischen und kolumbianischen Flüssen, verbreitet. Er ist in Flüssen wie dem Rio Solimões, dem Rio Nanay und dem Rio Ampiyacu beheimatet.

Er bewohnt die flachen, langsam fließenden Uferbereiche von Flussarmen, Bächen und Nebenflüssen. Der Boden dieser Gewässer besteht aus aus feinem Sand oder feinem Kies und ist oft mit Totholz, herabgefallenem Laub und dichten Wurzeln bedeckt. Das Wasser ist sehr sauber, sehr weich und leicht sauer.


Aquaristik-Info

Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,2
Gesamthärte: 2 – 15 °dH
Aquariumgröße: ab etwa 80 bis 100 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)

Fütterung:
abwechslungsreiche und schnell sinkendes Futter wie z. B. kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Mehrtmals täglich kleine Portionen verfüttern.

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.

Netz-Panzerwels (Brochis reticulatus)

Netz-Panzerwels

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum zur Verfügung stehen. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten dieser Gattung durchschwimmt er auch häufiger die oberen Wasserschichten.

Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner, runder Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, zum Beispiel Wurzeln aus Moorkienholz, Steinaufbauten oder Tonröhren.

Da dieser sehr gesellige Fisch ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, sollte er unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis 10 Tieren gehalten werden. Er darf niemals einzeln gehalten werden, auch in kleineren Gruppen verkümmern diese Fische. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte mäßig durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

In den ersten Wochen in einem neuen Becken reagieren diese Welse oft panisch auf plötzliche Geräusche im Raum oder Schritte vor dem Aquarium. Dies legt sich jedoch, sobald sie sich eingewöhnt haben und die Gruppe groß genug ist.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 10 bis 12 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist häufig die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie sehr weiches (< 8 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 6,0–6,8). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte etwa 20 bis 25 cm betragen.

Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C abgesenkt werden.

Das Zuchtbecken sollte mit 2 bis 3 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.

Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals und das Weibchen kann über 100 Eier pro Laichvorgang ablegen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken und das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.

Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 5 bis 10 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Der Netz-Panzerwels (Brochis reticulatus) ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven und Würmern sowie gelegentlich von Detritus und Algen.


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