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Fischlexikon der Süßwasserfische: Genetzter Panzerwels


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Name: Genetzter Panzerwels
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Brochis
Gattung+Art: Brochis sodalis
Gesamt: 1914 Fischarten

Info

Der Genetzte Panzerwels (Brochis sodalis, Synonym: Corydoras sodalis) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Brochis. Er kann eine maximale Länge von etwa 5 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „False network catfish“.

Der Genetzte Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika und ist hauptsächlich im oberen Amazonasgebiet in Peru, Brasilien und Kolumbien verbreitet. Dort findet man ihn vor allem im Río-Yavarí-System sowie im Río Solimões.


Maximales Alter

Bei guter Pflege kann der Genetzte Panzerwels (Brochis sodalis) in einem Aquarium voraussichtlich etwa 8 bis 10 Jahre alt werden.


Merkmale

Genetzter Panzerwels (Brochis sodalis)

Genetzter Panzerwels

Merkmale des Genetzten Panzerwelses:

  • sein Körperbau ist schwach hochrückig, kräftig, kompakt und seitlich abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die Bauchlinie des Genetzten Panzerwelses verläuft weitgehend gerade
  • die Schnauze ist langgestreckt (Langschnäuzer) und läuft vorne spitz zu. Das dorsale Profil des Kopfes ist leicht konkav
  • im Gegensatz zu anderen Gattungen ist die Haut auf der Schnauze mit stabilen Knochenplatten bedeckt. Zudem besitzen sie einen großen, dahinterliegenden Schädelknochen (Mesethmoid)
  • das Maul ist unterständig. Es wird von zwei Paar Maxillarbarteln (Oberkieferbarteln) und einem Paar Mandibularbarteln (Unterkieferbarteln) umgeben. Diese dienen als Tast- und Geschmacksorgane und sind sind äußerst empfindlich
  • die relativ großen und sehr beweglichen Augen sitzen ziemlich weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden, sodass es scheint, als würde der Fisch blinzeln
  • wie bei allen Arten dieser Gattung verlaufen auf den Körperseiten des Genetzten Panzerwelses 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten
  • das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen Arten dieser Familie äußerlich stark reduziert und verläuft flach entlang der Körperflanken. Es erstreckt sich nur über wenige Knochenplatten im vorderen Bereich des Körpers, direkt hinter den Kiemendeckeln, und ist kaum sichtbar
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch der Genetzte Panzerwels eine Fettflosse
  • die vorderen Strahlen der Rückenflosse, der Brustflossen und der Fettflosse sind zu kräftigen, harten Stacheln (Wehrstacheln) umgewandelt
  • Genetzte Panzerwelse verfügen über verhärtete Stacheln an der Rückenflosse, den Brustflossen und der Fettflosse. Die Stacheln der Rückenflosse und der Brustflosse sind am Flossenansatz mit Giftdrüsen, den sogenannten Achseldrüsen, versehen. Die Stacheln sind modifizierte, sehr spitze Flossenstrahlen, die bei Gefahr fest arretiert werden können.
  • der Genetzte Panzerwels hat eine sehr helle Grundfärbung. Diese reicht von einem hellem Beige über Silbergrau bis hin zu einem leicht rosafarbenen Ton
  • die Körperflanken zeigen, je nach Lichteinfall, oft einen metallischen, bläulichen bis intensiv goldenen oder grünlichen Irisierungseffekt
  • namensgebendes Merkmal ist ein feines, dunkles Netz- oder Mosaikmuster. Es besteht aus zahlreichen grauen bis schwarzen Punkten und kurzen Linien, die sich auf den Flanken miteinander verbinden
  • die Schwanzflosse des Genetzten Panzerwelses ist mit Trägt mehreren dunklen, senkrechten Punktreihen oder Bändern bedeckt
  • die Rückenflosse zeigt oft kleine, unauffällige dunkle Flecken. Ein markanter, großer schwarzer Fleck, wie er beim Netz-Panzerwels (Brochis reticulatus) zu finden ist, fehlt jedoch
  • die Schwanzflosse ist mittig stark eingebuchtet
  • weibliche Exemplare werden etwas größer und wirken deutlich massiver. Männchen besitzen eine höhere und spitzere Rückenflosse und sind etwas intensiver gefärbt

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Größe

Der Genetzte Panzerwels (Brochis sodalis) erreicht eine maximale Länge von etwa 5 Zentimetern. Die Weibchen werden etwas größer als die Männchen.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Genetzte Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika und ist hauptsächlich im oberen Amazonasgebiet in Peru, Brasilien und Kolumbien verbreitet. Dort findet man ihn vor allem im Río-Yavarí-System sowie im Río Solimões.

Er bewohnt flache, langsam fließende Nebenflüsse, kleinere Bäche, schattige Uferzonen und saisonale Überschwemmungsgebiete. Der Boden dieser Gewässer besteht aus aus feinem Sand oder feinem Kies und ist oft mit Totholz, herabgefallenem Laub und dichten Wurzeln bedeckt.


Aquaristik-Info

Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 2 – 15 °dH
Aquariumgröße: bei 6 Tieren ab etwa 80 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)

Fütterung:
abwechslungsreiche und schnell sinkendes Futter wie z. B. kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Mehrtmals täglich kleine Portionen verfüttern.

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

Die Fische schießen in regelmäßigen Abständen blitzschnell an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen. Der Sauerstoff wird dann über den Darmtrakt veratmet. Die Wasseroberfläche darf daher niemals komplett mit Pflanzen zugewachsen sein.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.

Genetzter Panzerwels (Brochis sodalis)

Genetzter Panzerwels

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.

Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner, runder Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, zum Beispiel Wurzeln aus Moorkienholz, Steinaufbauten oder Tonröhren.

Da dieser sehr gesellige Fisch ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, sollte er unbedingt in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Er darf niemals einzeln gehalten werden, auch in kleineren Gruppen verkümmern diese Fische.

Diese Welse sind weder aggressiv noch territorial. Sie verhalten sich auch während der Brutzeit friedlich und eignen sich perfekt für ein Gesellschaftsbecken mit anderen ruhigen Fischen. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte mäßig durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

In den ersten Wochen in einem neuen Becken reagieren diese Welse oft panisch auf plötzliche Geräusche im Raum oder Schritte vor dem Aquarium. Dies legt sich jedoch, sobald sie sich eingewöhnt haben und die Gruppe groß genug ist.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von etwa 4 bis 6 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist häufig die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie sehr weiches (< 8 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 6,0–6,5). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte etwa 20 bis 25 cm betragen.

Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C abgesenkt werden.

Das Zuchtbecken sollte mit 2 bis 3 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.

Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals und das Weibchen kann bis zu 200 Eier pro Laichvorgang ablegen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken und das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.

Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 10 bis 15 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Der Genetzte Panzerwels (Brochis sodalis) ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven und Würmern sowie gelegentlich von Detritus und Algen.


Nutzungsbedingungen

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