Fischlexikon: Sterbas Panzerwels (Hoplisoma sterbai)
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Süßwasserfische"
| Name: | Sterbas Panzerwels | |
| Ordnung: | Siluriformes | |
| (deutsch) | Welsartige | |
| Familie: | Callichthyidae | |
| (deutsch) | Panzer- und Schwielenwelse | |
| Gattung: | Hoplisoma | |
| Gattung+Art: | Hoplisoma sterbai | |
| Gesamt: | 3180 Fischarten | |
Übersicht
Der Sterbas Panzerwels (Hoplisoma sterbai, Synonym: Corydoras sterbai), auch Orangeflossen-Panzerwels genannt, ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung der Hoplisoma. Er kann eine maximale Länge von etwa 8 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Sterba's corydoras”.
Der Sterbas Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika, wo er im Oberlauf des Rio Guaporé in Brasilien beheimatet ist.
Merkmale
wichtige Merkmale des Sterbas Panzerwelses:
- sein Körperbau ist leicht hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
- das Maul des Sterbas Panzerwelses ist von mehreren Bartelpaaren umgeben
- die Augen sind relativ groß und sitzen relativ weit oben
- die Körperfärbung des Sterbas Panzerwelses ist meist dunkelbraun oder hellbräunlich, die Bauchseite ist weißlich, cremefarben oder auch gelblich
- der gesamte Körper einschließlich des Kopfes ist von hellen (hellgrauen bis weißlichen) Punkten und unregelmäßigen Linienmustern gezeichnet. Manche Exemplare weisen auch bläuliche oder gelbliche Schattierungen auf
- die Flossen des Sterbas Panzerwelses sind farblos, fast durchsichtig. Schwanz-, Anal-, Fett- und Rückenflossen sind ebenfalls von Linien durchzogen
- der 1. Strahl der Brustflossen ist leuchtend orange gefärbt
- der 1. Strahl der Brust- und Rückenflossen ist kräftig, stachelartig und arretierbar
- wie bei allen Panzerwelsen fehlt zwischen der Rücken- und Fettflosse eine Knochenplattenreihe
- wie alle Arten dieser Gattung besitzt der Sterbas Panzerwels eine Fettflosse
- weibliche Exemplare werden etwas größer und hochrückiger, sie wirken deutlich massiver. Sie werden ca. 1 cm länger und sind im vorderen Körperbereich deutlich breiter als die Männchen
- Flossenformel: D I/8, A I/7, P I/10, V I/6
Verwechslungsarten: Der Sterbas Panzerwels wird oft mit dem Prachtcorydoras (Corydoras haraldschultzi) verwechselt. Dieser besitzt jedoch gelborange Brustflossenstacheln, der Der Sterbas Panzerwels orangefarbene. Außerdem besitzt der Sterbas Panzerwels am Kopf helle Punkte auf dunklem Untergrund, der Prachtcorydoras hingegen dunkle Punkte und Linien auf hellem Untergrund.
Größe
Der Sterbas Panzerwels (Hoplisoma sterbai) erreicht eine maximale Länge von etwa acht Zentimetern. Dabei werden die Weibchen etwas größer als die Männchen. Männchen bleiben etwa einen Zentimeter kleiner.
Maximales Alter
Der Sterbas Panzerwels (Hoplisoma sterbai) kann bei guter Pflege in einem Aquarium etwa 8 bis 10 Jahre alt werden.
Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Sterbas Panzerwels (Hoplisoma sterbai) stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort ist er im Oberlauf des Rio Guaporé in Brasilien sowie in den Regionen Mato Grosso und Bolivien beheimatet. Er besiedelt kleine, flache Flussabschnitte mit sandigem oder schlammigem Untergrund.
Aquaristik-Info
Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 23 °C – 28 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 2 – 15 °dH
Aquariumgröße: ab etwa 80 cm Länge für eine Gruppe von 6 Tieren (Aquariumvolumen berechnen)
Fütterung:
abwechslungsreiche und schnellsinkendes Futter wie kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex, Algentabletten
Haltung:
Da der Sterbas Panzerwels ein Darmatmer ist, nimmt er auch Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Das Becken sollte daher am besten abgedeckt werden. Er liebt sauerstoffreiches, klares und schwach durchströmtes Wasser.
Das Becken sollte im Hintergrund eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen – beispielsweise Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn – aufweisen, aber auch freien Schwimmraum bieten.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten (Pflanzen, Wurzeln o. Ä.) vorhanden sein. Dieser sehr gesellige Fisch besitzt ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollte daher in Gruppen von mindestens fünf bis zehn Tieren gehalten werden. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 8 bis 12 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist oft die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser sowie eine intensiven Fütterung mit proteinreicher Nahrung.
Bei der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es ein bis mehrere Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.
Ein Weibchen kann pro Laichgang insgesamt 30 bis über 100 stark klebende Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa vier bis acht Tagen. Nach weiteren zwei bis drei Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Fortpflanzung
(siehe unter "Aquaristik")
Nahrung
Der Sterbas Panzerwels (Hoplisoma sterbai) ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstierchen und Würmern, jedoch auch von Detritus.
Krankheiten
Welse sind von Natur aus sehr robuste Fische, die nur selten erkranken. Voraussetzung dafür ist eine artgerechte Haltung, zu der unter anderem das passende Futter und die richtigen Wasserwerte gehören.
Probleme können jedoch auftreten, wenn Welse zusammen mit anderen Fischarten gehalten werden. Werden diese Arten mit kupferhaltigen Medikamenten, wie beispielsweise „Malachitgrün”, behandelt, kann dies für die Welse tödlich sein. Auch Mittel zur Schnecken- oder Algenbekämpfung können Kupfer enthalten!
Zudem können Welse, die durch nicht artgerechte Haltung oder Transportstress geschwächt sind, an bakteriellen Infektionen, Parasiten, Viren oder Mykosen (Verpilzungen) erkranken.
Häufige Krankheiten bei Welsen der Gattung Hoplisoma:
- Infektiöse Bauchwassersucht (bakterielle Infektion)
Die Infektiöse Bauchwassersucht kann man z.B. an einer extrem angeschwollenen Bauchseite eines Fisches erkennen [weiterlesen...] - Columnaris-Krankheit (bakterielle Infektion)
Die Maul- oder Flossenfäule oder "Columnaris-Krankheit" wird manchmal auch als Maulschimmel oder Maulfäule bezeichnet [weiterlesen...] - Bakterielle Kiemenschwellung (bakterielle Infektion)
Die Kiemen schwellen an, verfärben sich oder werden zerstört, was zu Atemnot führt [weiterlesen...] - Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthiriose) (parasitärer Befall)
Erste Anzeichen sind Bewegungsunlust und Nahrungsverweigerung. Nach wenigen Tagen zeigen sich die namensgebenden weißen Pünktchen der herangewachsenen Parasiten in der Haut [weiterlesen...] - Pilzerkrankungen (Mykosen)
Mykosen treten immer als Sekundärinfektionen auf. Die Pilze befallen also das zuvor durch Verletzungen oder andere Krankheiten geschädigte Hautgewebe [weiterlesen...] - „Crackhead"-Krankheit
Diese bei Clarias-Arten bekannte Erscheinung geht mit Rissen im Schädel einher. Die genaue Ursache ist unklar, sie wird aber oft mit schlechter Wasserqualität und Überfütterung in Verbindung gebracht - Verfettung und Organschäden
Da Clarias-Welse sehr gierige Fresser sind, kann zu energiereiches oder falsches Futter schnell zu einer Verfettung der Leber und anderer innerer Organe führen. - Verletzungen oder Verlust der Barteln
Eine Folge von scharfkantigem Bodengrund oder einer hohen Bakterienlast im Substrat, die zu Entzündungen führt.
Literaturhinweis
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