Fischlexikon: die Familie "Torpedinidae" (Zitterrochen)


 Deutsche Bezeichnung auswählen 

 

 Wissenschaftliche Bezeichnung auswählen 

 

Zitterrochen (Torpedinidae)

Systematik

Familie:
Torpedinidae
(Zitterrochen)


Klasse:
Chondrichtyes
(Knorpelfische)

Torpedinidae (Zitterrochen)

Die Zitterrochen (Torpedinidae) sind eine Familie innerhalb der Ordnung der Zitterrochenartigen (Torpediniformes).

Zitterrochen verfügen über ein elektrisches Organ (Elektroplax) aus umgewandelten Muskeln, mit dessen Hilfe sie Beutefische durch elektrische Entladungen von 60 bis 230 V und über 30 A lähmen können. Taucher vergleichen
das Gefühl eines solchen Unterwasser-Elektroschocks mit dem eines sehr kräftigen Faustschlags. Taucher könnten dadurch bewusstlos werden.


Verbreitung

Zitterrochen leben küstennah und küstenfern in allen gemäßigten und tropischen Meeren. Sie halten sich meist in Tiefen von 1 bis 250 m auf. Einige Arten, wie der Atlantische Zitterrochen (auch als Schwarzer Zitterrochen, Torpedo nobilana, bezeichnet) kommen auch in größeren Tiefen von bis zu 600 m vor.


Anatomie/Merkmale

Zitterrochen sind kleine bis mittelgroße Rochen. Ausgewachsene Tiere können, je nach Art, zwischen 15 cm (Torpedo bauchotae) und 1,80 Meter (Torpedo nobiliana) lang werden. Kopf und Körper sind zu einer ovalen oder annähernd runden Körperscheibe zusammengewachsen. Sie sind entweder genau so breit wie lang oder etwas breiter als lang. Die Körperscheibe ist nackt und stachellos.

Der Kopf ist breit und abgeflacht. Die Augen an der Kopfoberseite befinden sich vor den Spritzlöchern, sind klein aber immer gut entwickelt. Das Maul ist breit und bogenförmig. Es wird von zwei langen Knorpelplatten gestützt die mit dem Cranium zusammengewachsen sind. Es hat keine Labialfalten aber deutliche Gruben an den Mundwinkeln.

Die Nasenöffnungen befinden kurz vor dam Maul in einem Abstand der viel kleiner ist als der Durchmesser der Nasenöffnungen. Sie sind durch breite Nasalgruben verbunden. Die vorderen Nasenklappen sind kurz, seitlich erweitert und miteinander verschmolzen. Sie überlappen das Maul. Die Zähne sind klein und einspitzig. Sie sind nicht plattenartig und stehen zu 20 bis 75 in einer Reihe. Auf der Unterseite befinden sich auf jeder Seite 5 kleine Kiemenöffnungen kurz vor der Mitte der Brustflossenbasis. Kiemenreusenstrahlen fehlen.

Die Brustflossen sind groß, reichen bis vor die Schnauze und enden erst am Beginn der Bauchflossenbasis. An der Basis der Brustflossen befinden sich die großen, bohnenförmigen elektrischen Organe. Sie sind durch die Haut zu sehen.

Die Bauchflossen sind kurz und nicht in zwei Loben geteilt. Auf der Körperoberseite befinden sich nah beieinander
2 Rückenflossen von denen die 1. immer viel größer ist. Beide haben die Form eines oben abgerundeten Dreiecks.

Die erste Rückenflosse sitzt über der Bauchflossenbasis hinter der Mitte zwischen Kopf- und Schwanzende. Der kräftige, kurze Schwanz setzt sich deutlich vom Körper ab, ist haiähnlich und mit einer gut entwickelten Schwanz-
flosse versehen. Er ist seitlich etwas abgeflacht, hat keine Stacheln auf der Oberseite und ist mit seitlichen Kielen versehen. Die Schwanzflosse ist immer viel größer als die Rückenflossen, etwa von der Größe der Bauchflossen oder größer.

Die Wirbelsäule biegt in der Schwanzflosse nach oben ab (Heterocerk), ein unterer Schwanzflossenlobus fehlt. Zitterrochen schwimmen nach Art der Haie mit seitlichen Schlägen des Schwanzes. Die Brustflossen werden weder nach Art der Echten Rochen in sinuswellen bewegt noch nach Art de Adlerrochen auf und ab geschlagen und sind nur als „Tragflächen“ von Bedeutung.

Die Farbe der Zitterrochen ist einheitlich oder marmoriert, meist grau bis braun oder schwarz. Helle oder dunkel Punktierungen können auftreten, bei einigen Arten auch Augenflecke.

Lebensweise

Zitterrochen sind träge Fische, die die meiste Zeit im Sand oder Schlamm vergraben verbringen. Sie schwimmen langsam und rasten oft auf dem sandigen oder schlammigen Meeresboden.

Lediglich Torpedo nobiliana lebt pelagisch und unternimmt weite Wanderungen. Sie leben auf den oberen Bereichen der Kontinentalhänge, den Rändern des Kontinentalschelfs, sandigen Küstenzonen und schlammigen Buchten und Mündungen, fast von der Wasseroberfläche bis in Tiefen von 1100 Metern.

Sie vertragen weder Brack- noch Süßwasser. Sie ernähren sich von Fischen und wirbellosen Tieren, die normaler-
weise vom Boden erbeutet werden. Einige Arten benutzen ihr Elektrisches Organ um größere Fische zu betäuben und führen ihre Beute anschließend mit den großen Brustflossen zum Maul.

Das Maul ist stark dehnbar und ermöglicht es ihnen auch sehr große Beute zu verschlucken. Meist wird das Elektri-
sches Organ jedoch zur Verteidigung gegenüber Fressfeinden z. B. Haien benutzt.

Manche Arten sind Tauchern gegenüber aggressiv, andere verhalten sich passiv. Zitterrochen sind ovovivipar, die Jungtiere schlüpfen noch im Körper des Muttertieres bzw. kurz nach der Eiablage.


Systematik

Die Familie der Zitterrochen umfasst 23 Arten. Die wahrscheinlich bekanntesten sind der Marmor-Zitterrochen (Torpedo marmorata), der Bogenstirn-Zitterrochen (Torpedo panthera), sowie der Gefleckte Zitterrochen (Torpedo torpedo), der die häufigste Spezies der Zitterrochen darstellt.

Der größte Vertreter der Zitterrochen ist der Atlantische Zitterrochen (Torpedo nobiliana), der eine Länge von bis
zu 1,80 m erreicht.

  • Ordnung Zitterrochenartige (Torpediniformes)
    • Familie Zitterrochen (Torpedinidae)
      • Torpedo adenensis (Carvalho, Stehmann & Manilo, 2002)
      • Torpedo alexandrinsis (Mazhar, 1987)
      • Torpedo andersoni (Bullis, 1962)
      • Torpedo bauchotae (Cadenat, Capape & Desoutter, 1978)
      • Kalifornischer Zitterrochen (Torpedo californica), Ayres, 1855
      • Torpedo fairchildi (Hutton, 1872)
      • Torpedo formosa (Haas & Ebert, 2006)
      • Schwarztupfen-Torpedorochen (Torpedo fuscomaculata), Peters, 1855
      • Torpedo mackayana (Metzelaar, 1919)
      • Torpedo macneilli (Whitley, 1932)
      • Marmor-Zitterrochen (Torpedo marmorata), Risso, 1810
      • Torpedo microdiscus (Parin & Kotlyar, 1985)
      • Atlantischer Zitterrochen (Torpedo nobiliana), Bonaparte, 1835
      • Bogenstirn-Zitterrochen (Torpedo panthera), Olfers, 1831
      • Torpedo peruana (Chirichigno F., 1963)
      • Torpedo puelcha (Lahille, 1926)
      • Torpedo semipelagica (Parin & Kotlyar, 1985)
      • Torpedo sinuspersici (Olfers, 1831)
      • Torpedo suessii (Steindachner, 1898)
      • Torpedo tokionis (Tanaka, 1908)
      • Gefleckter Zitterrochen (Torpedo torpedo), Linnaeus, 1758
      • Torpedo tremens (de Buen, 1959)

Urheberrechte

Dieser Artikel wurde der "Wikipedia" entnommen und von uns bearbeitet. Er steht unter dieser Nutzungslizenz.


Nutzungsbedingungen

Viele Bilder unseres Fischlexikons sind durch Creative Commons (abgekürzt CC) lizenzrechtlich geschützt. Creative Commons ist nicht der Name einer einzigen Lizenz. Die verschiedenen Lizenzen von Creative Commons weisen vielmehr große Unterschiede auf. Weitere Informationen zu diesen Lizenzen findet Ihr [hier].


Haftungsausschluss

Alle Artikel unseres Fischlexikons dienen ausschließlich der allgemeinen Information und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Haftung übernommen.