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Fischlexikon: die Gattung "Corydoras"
| Systematik | |
|---|---|
| Gattung: | Corydoras |
| Familie: | Callichthyidae (Panzer- und Schwielenwelse) |
| Ordnung: | Siluriformes (Welsartige) |
Corydoras
Corydoras ist eine Gattung kleiner Süßwasserfische aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) innerhalb der Ordnung der Welsartigen (Siluriformes).
Inhalt
- Verbreitung, Lebensraum
- Merkmale
- Haltung im Aquarium
- Fortpflanzung
- Ernährung
- Fischkrankheiten
- Artenverzeichnis (Systematik)
Verbreitung, Lebensraum
Corydoras-Arten sind in den Süßgewässern Südamerikas heimisch. Diese Welse bevorzugen flache, langsam bis schnell fließende Bäche und Flüsse. Sie leben bodenorientiert auf weichem, sandigem Bodengrund, den sie nach Nahrung durchwühlen. Das Wasser ihres Lebensraums ist in der Regel sehr weich und schwach sauer.
Merkmale
Die Körperform der Corydoras-Arten ist leicht hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. Die höchste Stelle des Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse. Die Rückenlinie ist deutlich stärker gebogen als die flache Bauchlinie.
Die Schnauze der Corydoras-Arten ist entweder lang und spitz (Langschnäuzer) oder kurz und stumpf bzw. vorne abgerundet (Kurzschnäuzer). Auf der Schnauze fehlen Knochenschilder, die Schnauzenhaut ist nackt.
Der Schädelknochen (Mesethmoid) ist groß, jedoch nicht so groß wie bei der Gattung Brochis.
In den Mundwinkeln dieser Panzerwelse befindet sich unterhalb der Oberkieferbartel ein dreieckiger Hautlappen, der unterschiedlich lang sein kann. Bei allen anderen Panzerwelsgattungen fehlt dieser Hautlappen.
Auf der oberen Zahnplatte des Kiemenbogens (Branchialbogens) befinden sich 3 oder 4 Zahnreihen. Bei den übrigen Panzerwelsgattungen sind es nur zwei.
Die sehr beweglichen Augen sitzen ziemlich weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden, sodass es scheint, als würde der Fisch blinzeln.
Der hintere Rand des vorderen Stachels der Rückenflosse ist mit gleichmäßig angeordneten Zacken ausgestattet, die zur Spitze des Stachels zeigen.
Bei den anderen Gattungen der Panzerwelse sind die Zacken dagegen meist zur Stachelbasis hin gerichtet. Bei der Art Brochis difuviatilis sind hingegen keine Zacken vorhanden. Der hintere Rand des Brustflossenstachels ist bei Brochis-Arten hingegen gleichmäßig gezähnt.
Das Maul der Corydoras-Arten ist unterständig. Es zeigt stark nach unten, sodass der Wels den Boden perfekt nach Futter absuchen kann. Es ist meist von 2 Paar Maxillarbarteln (Oberkieferbarteln) und 1 Paar Mandibularbarteln (Unterlippenbarteln) umgeben. Diese dienen als Tast- und Geschmacksorgane.
Anstelle von Schuppen ist ihr Körper mit zwei Reihen von Knochenplatten bedeckt. Diese sind dachziegelartig angeordnet und überlappen sich, sodass die Fische gut gegen Fressfeinde geschützt sind. Die obere Reihe besteht in der Regel aus 20 bis 24 Platten, die untere aus 18 bis 22.
Die Färbung dieser Fische variiert von silbrig über gelblich-beige und braun bis hin zu dunklem Bronze oder Grün. Die Bauchseite ist in der Regel hell. Die Zeichnungsmerkmale sind vielfältig und resultieren oft aus dem Lebensraum dieser Fische.
Manchmal teilen sich zwei unterschiedliche Arten dasselbe Farbmuster (Mimikry), um Fressfeinde zu verwirren. Sie sehen fast identisch aus, unterscheiden sich jedoch durch die Form ihrer Schnauze.
Corydoras-Arten verfügen über verhärtete Stacheln an der Rückenflosse, den Brustflossen und der Fettflosse. Diese sind am Flossenansatz mit Giftdrüsen, den sogenannten Achseldrüsen, versehen. Die Stacheln sind modifizierte, sehr spitze Flossenstrahlen, die bei Gefahr fest arretiert werden können.
Bei einem Stich reißt das Gewebe und das am Stachelansatz produzierte Giftsekret wird in die Wunde injiziert. Ein solcher Stich ist oft schmerzhaft und kann zu Rötungen, Schwellungen oder Taubheitsgefühlen führen, die denen nach einem Bienen- oder Wespenstich ähneln.
Die Weibchen der Gattung Corydoras sind in der Regel größer und kräftiger als die Männchen. Außerdem ist die Bauchseite der Weibchen stärker ausgebuchtet.
Auch bei der Rückenflosse gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Sie kann beim Weibchen kleiner oder abgerundet sein, beim Männchen ist sie dagegen größer und oben zugespitzt.
Haltung im Aquarium
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Corydoras. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung angegeben.
Da Panzerwelse ein Darmatmer sind, nehmen sie auch Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Sie sollten daher freien Zugang zur Oberfläche haben.
Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.
Aquarien für Panzerwelse sollten ein Volumen von 100 bis 200 Litern haben und einen relativ niedrigen Wasserstand von 20 bis 25 cm aufweisen.
Die Wassertemperatur sollte bei etwa 25 °C liegen, der pH-Wert bei 7,0 oder etwas niedriger und die Gesamthärte zwischen 5 und 10 °dH betragen.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.
Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, beispielsweise Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein. Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund, idealerweise feiner Sand, da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.
Da diese sehr geselligen Fische ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzen, sollten sie unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis 10 Tieren gehalten werden. Sie dürfen niemals einzeln oder in kleineren Gruppen gehalten werden, da sie ansonsten verkümmern.
Da diese Welse empfindlich auf Nitrat reagieren, ist eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
Fortpflanzung
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Corydoras. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung aufgeführt.
Diese Fische erreichen in der Regel nach etwa 8 bis 12 Monaten die Geschlechtsreife.
Für die meisten Arten eignet sich ein gut bepflanztes Zuchtbecken mit einer Wassertemperatur von etwa 25 °C.
Das Wasser sollte klar, sauerstoffreich und bakterienarm sein. Der pH-Wert sollte sich im neutralen Bereich oder etwas darunter befinden und die Gesamthärte sollte zwischen 5 und 10 °dH betragen. Ein relativ niedriger Wasserstand von 20 bis 25 cm wird empfohlen.
Bei den meisten Arten ist die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser sowie eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung der entscheidende Auslöser für das Ablaichen.
Bei der Simulation der Regenzeit sollte die Wassertemperatur von etwa 22 bis 25 °C im Zuchtbecken auf etwa 20 bis 22 °C abgesenkt werden.
Das Zuchtbecken sollte mit 2-4 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden, es ist jedoch auch der Besatz mit einem Paar möglich.
Nach einer Eingewöhnungsphase von ein paar Tagen, ausreichend eiweißreicher Nahrung und einem stärkeren Wasserwechsel mit kühlerem Wasser sollten die Fische paarungsbereit sein.
Bei der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen.
Die Männchen folgen ihm aufgeregt. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.
Je nach Art kann ein Weibchen pro Laichgang mehrere hundert stark klebende und etwa 2 mm große Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 5 bis 10 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.
Ernährung
Das Futter sollte abwechslungsreich sein und schnell sinken. Geeignete Futtersorten sind beispielsweise kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven oder Würmer), Frostfutter (zum Beispiel Cyclops oder Tubifex) und Trockenfutter, zum Beispiel Welstabletten. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden.
Fischkrankheiten
Weitere Informationen zu Krankheiten der Panzer- und Schwielenwelse findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.
Systematik
Nach der Revision von Juni 2024 gibt über 30 Arten der Gattung Corydoras (Stand:Juni 2026)
- Corydoras acutus
- Corydoras amapaensis
- Corydoras areio
- Corydoras aurofrenatus
- Corydoras blochi
- Corydoras caramater
- Corydoras cervinus
- Corydoras coriatae
- Corydoras cortesi
- Corydoras desana
- Corydoras filamentosus
- Corydoras fowleri
- Corydoras fulleri
- Corydoras geoffroy
- Corydoras iiap
- Corydoras maculifer
- Corydoras narcissus
- Corydoras negro
- Corydoras orcesi
- Corydoras ourastigma
- Corydoras oxyrhynchus
- Corydoras pastazensis
- Corydoras saramaccensis
- Corydoras sarareensis
- Flügelpanzerwels (Corydoras semiaquilus)
- Corydoras septentrionalis
- Corydoras serratus
- Corydoras simulatus
- Corydoras solox
- Corydoras spilurus
- Corydoras stenocephalus
- Corydoras treitlii
- Corydoras vittatus
- Corydoras zawadzkii
Literaturhinweise:
- Wikipedia
- Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. Urania Verlag 1990, ISBN 3-89350-991-7
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