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Fischlexikon: die Gattung "Osteogaster"
| Systematik | |
|---|---|
| Gattung: | Osteogaster |
| Familie: | Callichthyidae (Panzer- und Schwielenwelse) |
| Ordnung: | Siluriformes (Welsartige) |
Osteogaster
Osteogaster ist eine Gattung kleiner Süßwasserfische aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) innerhalb der Ordnung der Welsartigen (Siluriformes).
Inhalt
- Verbreitung, Lebensraum
- Merkmale
- Haltung im Aquarium
- Fortpflanzung
- Ernährung
- Fischkrankheiten
- Artenverzeichnis (Systematik)
Verbreitung, Lebensraum
Osteogaster-Arten sind in den Süßgewässern Südamerikas heimisch. Diese Welse bevorzugen flache, langsam bis schnell fließende Bäche und Flüsse. Sie leben bodenorientiert auf weichem, sandigem Bodengrund, den sie nach Nahrung durchwühlen. Das Wasser ihres Lebensraums ist in der Regel sehr weich und schwach sauer.
Merkmale
Die Körperform der Osteogaster-Arten ist leicht hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. Die höchste Stelle des Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse.
Die Rückenlinie ist deutlich stärker gebogen als die Bauchlinie.
Die Schnauze dieser Welse ist kurz und vorne dorsal abgerundet. Sie bildet das Bindeglied zwischen den extrem runden Zwergformen und den echten Langschnäuzern.
Der Kopf wirkt dadurch weich geformt, ist insgesamt aber etwas länger als bei der sehr ähnlichen, extrem rundköpfigen Gattung Hoplisoma. Der dahinterliegende Mesethmoid im Schädel ist klein bis mittelgroß. Das unterständige Maul der Osteogaster-Arten ist von mehreren Bartelpaaren umgeben.
Anstelle von Schuppen ist ihr Körper mit zwei Reihen von Knochenplatten bedeckt. Diese sind dachziegelartig angeordnet und überlappen sich, sodass die Fische gut gegen Fressfeinde geschützt sind. Die obere Reihe besteht in der Regel aus 21 bis 24 Platten, die untere aus 19 bis 21.
Die Färbung dieser Fische variiert von gelblich-orange bis rötlich-orange. Auf den Körperseiten befindet sich ein sehr großer dunkler Bereich, der in der Regel von dunkelblau über golden-grünlich bis fast schwärzlich schimmert. Die Flossen sind weitgehend farblos-transparent und zeigen keine Zeichnungsmerkmale.
Osteogaster-Arten verfügen über verhärtete Stacheln an der Rückenflosse und den Brustflossen. Diese sind am Flossenansatz mit Giftdrüsen, den sogenannten Achseldrüsen, versehen. Die Stacheln sind modifizierte, sehr spitze Flossenstrahlen, die bei Gefahr fest arretiert werden können.
Bei einem Stich reißt das Gewebe und das am Stachelansatz produzierte Giftsekret wird in die Wunde injiziert. Ein solcher Stich ist oft schmerzhaft und kann zu Rötungen, Schwellungen oder Taubheitsgefühlen führen, die denen nach einem Bienen- oder Wespenstich ähneln.
In der Regel ist der hintere Rand des Brustflossenstachels mit senkrecht stehenden oder rechtwinklig angeordneten Zacken versehen.
Die Weibchen der Gattung Osteogaster sind in der Regel größer und kräftiger als die Männchen. Außerdem ist die Bauchseite der Weibchen stärker ausgebuchtet.
Auch bei der Rückenflosse gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Sie kann beim Weibchen kleiner oder abgerundet sein, beim Männchen ist sie dagegen größer und oben zugespitzt. Bei einigen Arten sind zudem die Stacheln der Brustflossen und die Beborstung der Schnauze stärker ausgeprägt.
Haltung im Aquarium
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Osteogaster. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung angegeben.
Da Panzerwelse ein Darmatmer sind, nehmen sie auch Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Sie sollten daher freien Zugang zur Oberfläche haben.
Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.
Aquarien für Panzerwelse sollten ein Volumen von 100 bis 200 Litern haben und einen relativ niedrigen Wasserstand von 20 bis 25 cm aufweisen.
Die Wassertemperatur sollte bei etwa 25 °C, der pH-Wert bei 7,0 oder etwas niedriger und die Gesamthärte zwischen 5 und 10 °dH liegen.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.
Das Becken sollte im Hintergrund eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen – beispielsweise Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn – aufweise.Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.
Da diese sehr geselligen Fische ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzen, sollten sie unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis 10 Tieren gehalten werden.
Da diese Welse empfindlich auf Nitrat reagieren, ist eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
Fortpflanzung
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Osteogaster. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung aufgeführt.
Diese Fische erreichen bereits nach etwa 8 bis 12 Monaten die Geschlechtsreife.
Für die meisten Arten eignet sich ein gut bepflanztes Zuchtbecken mit einer Wassertemperatur um 25 °C.
Das Wasser sollte klar, sauerstoffreich und bakterienarm sein. Der pH-Wert sollte sich im neutralen Bereich oder etwas darunter befinden und die Gesamthärte sollte zwischen 5 und 10 °dH betragen. Ein relativ niedriger Wasserstand von 20 bis 25 cm wird empfohlen.
Die Vermehrung ist bei einigen Arten relativ einfach, bei anderen Arten wird eine große Erfahrung vorausgesetzt. Einige Arten konnten bisher noch nicht nachgezüchtet werden.
Bei den meisten Arten ist die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser sowie eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung der entscheidende Auslöser für das Ablaichen.
Bei der Simulation der Regenzeit sollte die Wassertemperatur von etwa 24 bis 25 °C im Zuchtbecken auf etwa 20 bis 22 °C abgesenkt werden.
Das Zuchtbecken sollte mit 1-2 Männchen und 3-5 Weibchen besetzt werden, es ist jedoch auch der Besatz mit einem Paar möglich.
Nach einer Eingewöhnungsphase von ein paar Tagen, ausreichend eiweißreicher Nahrung und einem stärkeren Wasserwechsel mit kühlerem Wasser sollten die Fische paarungsbereit sein.
Bei der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen.
Die Männchen folgen ihm aufgeregt. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es die Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.
Je nach Art kann ein Weibchen pro Laichgang mehrere hundert stark klebende und etwa 2 mm große Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Ernährung
Das Futter sollte abwechslungsreich sein und schnell sinken. Geeignete Futtersorten sind zum Beispiel kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven, Würmer), Frostfutter ((zum Beispiel Cyclops oder Tubifex) sowie Trockenfutter wie z.B. Welstabletten Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden.
Fischkrankheiten
Weitere Informationen zu Krankheiten der Panzer- und Schwielenwelse findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.
Systematik
Zurzeit gibt es etwa 90 beschriebene und viele bisher noch unbeschriebene Arten der Gattung Osteogaster (Stand:Juni 2026)
- Metallpanzerwels (Osteogaster aenea)
- Dreieckspanzerwels (Osteogaster eques)
- Osteogaster hephaestus
- Osteogaster maclurei
- Gelbflossen-Panzerwels (Osteogaster melanotaenia)
- Rostpanzerwels (Osteogaster rabauti)
- Zügelpanzerwels (Osteogaster zygata)
Literaturhinweise:
- Wikipedia
- Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. Urania Verlag 1990, ISBN 3-89350-991-7
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