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Fischlexikon: Silberstreifen-Panzerwels (Brochis agassizii)


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Süßwasserfische"

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Name: Silberstreifen-Panzerwels
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Brochis
Gattung+Art: Brochis agassizii
Gesamt: 3190 Fischarten

Übersicht

Der Silberstreifen-Panzerwels (Brochis agassizii, Synonym: Corydoras agassizii) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Brochis. Er kann eine maximale Länge von etwa 6 bis 7 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Agassiz's corydoras“.

Der Silberstreifen-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika, wo er im Amazonasbecken, insbesondere in der Grenzregion zwischen Peru und Brasilien, verbreitet ist.


Merkmale

Silberstreifen-Panzerwels (Brochis agassizii)

Silberstreifen-Panzerwels

Merkmale des Silberstreifen-Panzerwelses:

  • sein Körperbau ist hochrückig, gedrungen und seitlich abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die Bauchlinie ist gerade
  • die Schnauze des Silberstreifen-Panzerwelses ist verlängert und endet spitz („Langschnäuzer“). Das Kopfprofil ist keilförmig
  • das unterständige Maul ist von mehreren Bartelpaaren umgeben
  • die mittelgroßen und unabhängig voneinander beweglichen Augen sitzen ziemlich weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden, sodass es scheint, als würde der Fisch blinzeln
  • auf den Körperseiten des Silberstreifen-Panzerwelses verlaufen, wie bei allen Arten dieser Gattung, 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten
  • das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen Arten dieser Familie äußerlich stark reduziert. Es zieht sich nur über wenige Knochenplatten im vorderen Bereich des Körpers, direkt hinter den Kiemendeckeln, und ist kaum sichtbar
  • der 1. Brust- und Rückenflossenstrahl ist äußerst kräftig und stachelartig ausgebildet. Er ist arretierbar
  • auch der erste Strahl der Brustflossen ist zu einem harten, spitzen Wehrstachel umgewandelt
  • der hintere Rand des Rückenflossenstachels ist mit gleich großen Zacken ausgestattet
  • der hintere Rand des Brustflossenstachels ist gleichmäßig gezähnt
  • die vorderen Strahlen der Rückenflosse sind schwarz gefärbt
  • der Körper des Silberstreifen-Panzerwelses glänzt metallisch silbrig-gräulich bis weißlich mit einem leicht gelblichen oder olivfarbenen Schimmer auf dem Rücken
  • mittig auf den Körperflanken verläuft oftmals ein helles, silbriges horizontales Band
  • der gesamte Körper und der Kopf des Silberstreifen-Panzerwelses sind mit vielen kleinen, unregelmäßigen dunklen Punkten übersät. Diese können zu kurzen Linien verschmelzen
  • auf dem Kopf verläuft durch die Augen eine schräge, vertikale dunkle Binde
  • die transparente Schwanzflosse zeigt mehrere senkrechte Reihen aus feinen, dunklen Punkten
  • die Kiemendeckel zeigen unten oft einen rötlichen Bereich
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch der Silberstreifen-Panzerwels eine Fettflosse
  • die Schwanzflosse ist tief gegabelt
  • weibliche Exemplare werden etwas größer und hochrückiger und wirken deutlich massiver. Männchen besitzen eine höhere und spitzere Rückenflosse und sind etwas intensiver gefärbt
  • Knochenplatten: 21-23 / 19-20

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Größe

Der Silberstreifen-Panzerwels (Brochis agassizii) erreicht eine maximale Länge von etwa 7 Zentimetern. Die Weibchen werden etwas größer als die Männchen.


Maximales Alter

Der Silberstreifen-Panzerwels (Brochis agassizii) kann bei guter Pflege in einem Aquarium voraussichtlich etwa 8 bis 10 Jahre alt werden.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Silberstreifen-Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika und ist besonders im Amazonasbecken, insbesondere in der Grenzregion zwischen Peru und Brasilien, verbreitet.

Er lebt in den Uferregionen tropischer Flüsse und Bäche. Der Boden dieser Gewässer ist meist mit feinem Sand, Schlamm und herabgefallenem Laub bedeckt. Dort gründelt dieser Fisch in Schwärmen nach Nahrung.

Das Wasser ist tropisch warm (ca. 22 bis 26 °C). Es ist meist weich bis mittelhart und hat einen pH-Wert von etwa 6,0 bis 7,5.


Aquaristik-Info

Lebensraum: Süßwasser
Klimazone: tropisch
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 2 – 15 °dH
Aquariumgröße: ab etwa 80 bis 100 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)

Fütterung:
abwechslungsreiche und schnell sinkendes Futter wie z. B. kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Mehrtmals täglich kleine Portionen verfüttern.

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.

Silberstreifen-Panzerwels (Brochis agassizii)

Silberstreifen-Panzerwels (♂)

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Hintergrundbepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum zur Verfügung stehen. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.

Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner, runder Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Es sollten unbedingt auch Versteckmöglichkeiten, wie beispielsweise Wurzeln aus Moorkienholz, Steinaufbauten oder Tonröhren, vorhanden sein.

Dieser sehr gesellige Fisch besitzt ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sollte daher unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis 10 Tieren gehalten werden. Er darf niemals allein gehalten werden, auch in kleineren Gruppen verkümmern diese Fische. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte mäßig durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

In den ersten Wochen in einem neuen Becken reagieren diese Welse oft panisch auf plötzliche Geräusche im Raum oder Schritte vor dem Aquarium. Dies legt sich jedoch, sobald sie sich eingewöhnt haben und die Gruppe groß genug ist.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 8 bis 12 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist häufig die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie sehr weiches (1–5 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 6,0–6,5). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte etwa 20 bis 25 cm betragen.

Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 24 bis 26 °C auf 20 bis 22 °C abgesenkt werden.

Das Zuchtbecken sollte mit 2 bis 3 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier (meist 1 bis 5) auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.

Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken und das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.

Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 5 bis 10 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.

Weitere Informationen:
Weitere Infos zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Der Silberstreifen-Panzerwels (Brochis agassizii) ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven, Würmern sowie gelegentlich von Detritus und Algen.


Krankheiten

Weitere Informationen zu Krankheiten von Panzer- und Schwielenwelsen findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.


Literaturhinweis
  1. Wikipedia
  2. Wikipedia (englisch)
  3. FishBase (englisch)
  4. Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. Urania Verlag 1990, ISBN 3-89350-991-7
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