Fischlexikon: Brochis condiscipulus
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Süßwasserfische"
| Name: | Brochis condiscipulus | |
| Ordnung: | Siluriformes | |
| (deutsch) | Welsartige | |
| Familie: | Callichthyidae | |
| (deutsch) | Panzer- und Schwielenwelse | |
| Gattung: | Brochis | |
| Gattung+Art: | Brochis condiscipulus | |
| Gesamt: | 3210 Fischarten | |
Übersicht
Brochis condiscipulus (Synonym: Corydoras condiscipulus) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Brochis. Dieser Panzerwels kann eine maximale Länge von etwa 5 bis 6 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Schoolmate cory“.
Brochis condiscipulus stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort ist er im Grenzgebiet zwischen Französisch-Guyana und Brasilien verbreitet. Die Typuslokalität ist der Cumuri Creek im weitläufigen Flusssystem des Rio Oyapock.
Merkmale
Merkmale von Brochis condiscipulus:
- sein Körperbau ist schwach hochrückig, kräftig, kompakt und seitlich abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
- die Bauchlinie von Brochis condiscipulus verläuft annähernd gerade
- die Schnauze ist langgestreckt (Langschnäuzer) und läuft vorne spitz zu. Das dorsale Profil des Kopfes ist leicht konkav
- im Gegensatz zu anderen Gattungen ist die Haut auf der Schnauze mit stabilen Knochenplatten bedeckt. Zudem besitzt Brochis condiscipulus einen sehr langen, dahinterliegenden Schädelknochen (Mesethmoid)
- das Maul ist unterständig. Es wird von zwei Paaren Maxillarbarteln (Oberkieferbarteln) und einem Paar Mandibularbarteln (Unterkieferbarteln) umgeben. Diese dienen als Tast- und Geschmacksorgane und sind sind äußerst empfindlich
- die relativ großen und sehr beweglichen Augen sitzen ziemlich weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden, sodass es aussieht, als würde der Fisch blinzeln
- wie bei allen Arten dieser Gattung verlaufen auf den Körperseiten von Brochis condiscipulus 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten
- das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen Arten dieser Familie äußerlich stark reduziert und verläuft flach entlang der Körperflanken. Es erstreckt sich nur über wenige Knochenplatten im vorderen Bereich des Körpers, direkt hinter den Kiemendeckeln, und ist kaum sichtbar
- wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch Brochis condiscipulus eine Fettflosse
- die vorderen Strahlen der Rückenflosse, der Brustflossen und der Fettflosse sind zu harten, kräftigen Stacheln (Wehrstacheln) umgewandelt
- Brochis condiscipulus verfügt über verhärtete Stacheln an der Rückenflosse, den Brustflossen und der Fettflosse. Die Stacheln der Rückenflosse und der Brustflosse sind am Flossenansatz mit Giftdrüsen, den sogenannten Achseldrüsen, versehen. Die Stacheln sind modifizierte, sehr spitze Flossenstrahlen, die bei Gefahr fest arretiert werden können
- die Grundfärbung von Brochis condiscipulus variiert von hellem Beige über Cremeweiß bis Silbergrau. Je nach Lichteinfall zeigen die Flanken einen grünlichen bis bläulichen metallischen Glanz
- von der Stirn bis durch die Augen verläuft eine dunkle vertikale Augenbinde (Maske)
- die Kiemendeckel und die Brust können einen goldenen Schimmer zeigen. Bis auf einige wenige dunkle Markierungen auf den Körperflanken sind keine weiteren Zeichnungsmerkmale vorhanden
- die Schwanzflosse ist mittig stark eingebuchtet. Sie ist mit mehreren dunklen Punktreihen oder Bändern durchzogen
- weibliche Exemplare werden etwas größer und wirken deutlich massiver. Männchen besitzen eine höhere und spitzere Rückenflosse und sind etwas intensiver gefärbt
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.
Größe
Brochis condiscipulus erreicht eine maximale Länge von etwa 5 bis 6 Zentimetern, wobei die Weibchen etwas größer werden als die Männchen.
Maximales Alter
Bei guten Pflegebedingungen kann Brochis condiscipulus in einem Aquarium voraussichtlich etwa 5 bis 10 Jahre alt werden.
Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Brochis condiscipulus stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort ist er im Grenzgebiet zwischen Französisch-Guyana und Brasilien verbreitet. Seine Typuslokalität ist der Cumuri Creek, ein Nebenfluss des Rio Oyapock.
Brochis condiscipulus lebt im gesamten Verlauf des Rio Oyapock, der zu großen Teilen aus tropischem Schwarzwasser besteht und von Regenwald überschattet wird.
Die Tiere leben in flachen, langsam bis mäßig fließenden Gewässerabschnitten und dringen teilweise bis in von den Gezeiten beeinflusste Bachläufe vor.
Der Boden dieser Gewässer besteht aus feinem, weichem Sand, der mit dichten Laubschichten, Wurzeln und Totholz bedeckt ist.
Aquaristik-Info
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 5 – 15 °dH
Aquariumgröße: bei 6 Tieren ab etwa 80 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)
Zucht: schwierig
Fütterung:
abwechslungsreiche und schnell sinkendes Futter wie z. B. kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Mehrtmals täglich kleine Portionen verfüttern.
Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.
Die Fische schießen in regelmäßigen Abständen blitzschnell an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen. Der Sauerstoff wird dann über den Darmtrakt veratmet. Die Wasseroberfläche darf daher niemals komplett mit Pflanzen zugewachsen sein.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.
Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.
Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund, idealerweise feiner, runder Sand, da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, zum Beispiel Wurzeln aus Moorkienholz, Steinaufbauten oder Tonröhren.
Da dieser sehr gesellige Fisch ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, sollte er unbedingt in Gruppen von 6 bis 10 Tieren gehalten werden. Er darf niemals einzeln gehalten werden, auch in kleineren Gruppen verkümmern diese Fische.
Diese Welse sind weder aggressiv noch territorial. Sie verhalten sich auch während der Brutzeit friedlich und eignen sich somit perfekt für ein Gesellschaftsbecken mit anderen ruhigen Fischen. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.
Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte mäßig durchströmt und sauerstoffreich sein.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
In den ersten Wochen in einem neuen Becken reagieren diese Welse oft panisch auf plötzliche Geräusche im Raum oder Schritte vor dem Aquarium. Dies legt sich jedoch, sobald sie sich eingewöhnt haben und die Gruppe groß genug ist.
Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von etwa 12 bis 18 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist häufig die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie weiches (< 10 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 6,0–7,0). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte etwa 20 bis 25 cm betragen.
Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C abgesenkt werden.
Das Zuchtbecken sollte mit 2 bis 3 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.
Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals, wobei das Weibchen pro Laichvorgang 100 bis 500 Eier ablegen kann. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken und das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.
Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 10 bis 15 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.
Fortpflanzung
(siehe unter "Aquaristik")
Nahrung
Brochis condiscipulus ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich hauptsächlich von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven und Würmern sowie gelegentlich von Detritus und Algen.
Krankheiten
Weitere Informationen zu Krankheiten von Panzer- und Schwielenwelsen findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.
Literaturhinweis
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