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Fischlexikon: Brochis pinheiroi


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Süßwasserfische"

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 weitere Arten dieser Fisch-Familie 
Name: Brochis pinheiroi
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Brochis
Gattung+Art: Brochis pinheiroi
Gesamt: 3223 Fischarten

Übersicht

Brochis pinheiroi (Synonym: Corydoras pinheiroi) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Brochis. Dieser Panzerwels kann eine maximale Länge von etwa 5 bis 6 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Mario's cory“. Dieser Panzerwels ist relativ selten im Fachhandel zu finden.

Brochis pinheiroi stammt ursprünglich aus dem tropischen Südamerika, wo er im im Einzugsgebiet des Rio Mamoré im Westen Brasiliens beheimatet ist.


Merkmale

Brochis pinheiroi

Brochis pinheiroi

Merkmale von Brochis pinheiroi:

  • sein Körperbau ist schwach hochrückig, kräftig, kompakt und seitlich abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die Bauchlinie von Brochis pinheiroi verläuft annähernd gerade
  • die keilförmige Schnauze ist langgestreckt (Langschnäuzer) und läuft vorne spitz zu. Das Profil ist leicht konkav (nach innen gewölbt)
  • im Gegensatz zu anderen Gattungen ist die Haut auf der Schnauze mit stabilen Knochenplatten bedeckt
  • der darunterliegende Schädelknochen (Mesethmoid) ist sehr lang gestreckt, die Spitze ist vorne stark entwickelt
  • das Maul von Brochis pinheiroi ist unterständig. Es wird von zwei Paaren Maxillarbarteln (Oberkieferbarteln) und einem Paar sehr empfindlicher Mandibularbarteln (Unterkieferbarteln) umgeben. Diese dienen als Tast- und Geschmacksorgane und sind sind äußerst empfindlich
  • die relativ großen und sehr beweglichen Augen sitzen ziemlich weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden, sodass es aussieht, als würde der Fisch blinzeln
  • wie bei allen Arten dieser Gattung verlaufen auf den Körperseiten von Brochis pinheiroi 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten
  • das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen Arten dieser Familie äußerlich stark reduziert. Es ist nur auf den vorderen 1 bis 3 Platten direkt hinter dem Kopf als sichtbare Porenhymne ausgebildet
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch Brochis pinheiroi eine Fettflosse
  • die vorderen Strahlen der Rückenflosse, der Brustflossen und der Fettflosse sind zu harten, kräftigen Stacheln (Wehrstacheln) umgewandelt
  • Brochis pinheiroi verfügt über verhärtete Stacheln an der Rückenflosse, den Brustflossen und der Fettflosse. Die Stacheln der Die Stacheln der Rücken- und der Brustflossen sind am Flossenansatz mit Giftdrüsen, den sogenannten Achseldrüsen, versehen. Die Stacheln sind modifizierte, sehr spitze Flossenstrahlen, die bei Gefahr im 90-Grad-Winkel arretiert werden können
  • die Grundfärbung von Brochis pinheiroi variiert von gelblich-orange bis hellgrau. Bei entsprechendem Lichteinfall kann sich ein intensiver, metallisch-grüner oder bläulicher Glanz zeigen
  • auf den Kiemendeckeln können sich rötlich-goldene Bereiche zeigen
  • der Kopf, die Schnauze und die Körperflanken sind mit einem dichten Muster aus kleinen, dunklen Punkten und Flecken bedeckt. Im Gegensatz zu ähnlich gemusterten Arten besitzt Brochis pinheiroi keine durchgehenden Längsstreifen auf den Körperflanken
  • eine dunkle Augenbinde, wie sie bei vielen anderen Arten dieser Gattung vorhanden ist, fehlt
  • ein markantes Erkennungsmerkmal sind die leuchtend orangefarbenen bis gelblichen Hartstrahlen der Brustflossen, die denen des Sterbas Panzerwels (Hoplisoma sterbai) ähneln
  • die Schwanzflosse zeigt mehrere vertikale, dunkle Bänder, die sich aus kleinen Strichen oder Flecken zusammensetzen
  • die Schwanzflosse ist mittig stark eingebuchtet
  • weibliche Exemplare werden etwas größer und wirken deutlich massiver. Männchen besitzen eine höhere und spitzere Rückenflosse und sind etwas intensiver gefärbt

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Größe

Brochis pinheiroi erreicht eine maximale Länge von etwa 5 bis 6 Zentimetern. Die Weibchen werden etwas größer als die Männchen.


Maximales Alter

Bei artgerechter Pflege kann Brochis pinheiroi in einem Aquarium voraussichtlich etwa 5 bis 8 Jahre alt werden.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Brochis pinheiroi stammt ursprünglich aus dem tropischen Südamerika und ist im Einzugsgebiet des Rio Mamoré im Westen Brasiliens beheimatet. Brochis pinheiroi bewohnt die Uferzone von flachen, langsam bis mäßig fließenden Bächen und Nebenflüssen.

Der weiche, sandige Untergrund ist mit dichten Laubschichten, Wurzeln und Totholz bedeckt. Die Ufer sind dicht bewachsen. Der pH-Wert dieser Gewässer beträgt in der Regel 6,0 bis 7,5 und das Wasser ist weich bis mittelhart und die Temperatur beträgt etwa 23 °C bis 28 °C.


Aquaristik-Info

C-Nummer: C25
Temperatur: 23 °C – 28 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: <16 °dH
Aquariumgröße: bei einer kleinen Gruppe ab etwa 100 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)
Schwierigkeit: einfach, Zucht: jedoch schwieriger

Fütterung:
abwechslungsreiche und schnell sinkendes Futter wie z. B. kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Mehrtmals täglich kleine Portionen verfüttern.

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

In regelmäßigen Abständen schießen die Fische blitzschnell an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen. Der Sauerstoff wird dann über den Darmtrakt veratmet. Die Wasseroberfläche darf daher niemals komplett mit Pflanzen zugewachsen sein.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem der Fische.

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum und bewuchsfreie Bodenfläche vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.

Der Bodengrund sollte dunkel, weich und nicht scharfkantig sein, idealerweise feiner, runder Sand. Die Tiere können sich sonst die Barteln verletzen, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, zum Beispiel Wurzeln aus Moorkienholz, Steinaufbauten oder Tonröhren.

Da dieser sehr gesellige Fisch ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, sollte er unbedingt in Gruppen von 6 bis 10 Tieren gehalten werden. Er darf niemals einzeln gehalten werden, auch in kleineren Gruppen verkümmern diese Fische.

Diese Welse sind weder aggressiv noch territorial. Auch während der Brutzeit verhalten sie sich friedlich und eignen sich somit perfekt für ein Gesellschaftsbecken mit anderen ruhigen Fischen. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte mäßig durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

In den ersten Wochen in einem neuen Becken reagieren diese Welse oft panisch auf plötzliche Geräusche im Raum oder Schritte vor dem Aquarium. Dies legt sich jedoch, sobald sie sich eingewöhnt haben und die Gruppe groß genug ist.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von etwa 10 bis 12 Monaten ein. Häufig wird das Ablaichen durch die Simulation der Regenzeit ausgelöst, beispielsweise durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie weiches (< 7 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 6,0–6,8). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte etwa 20 bis 25 cm betragen.

Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C abgesenkt werden.

Das Zuchtbecken sollte mit mindestens 2 Männchen pro Weibchen (z.B. 3 Weibchen und 6 Männchen) besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest. Dabei bevorzugt das Weibchen oft die oberen 10 Zentimeter unter der Wasseroberfläche.

Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals, wobei das Weibchen pro Laichvorgang 50 bis 100 Eier ablegen kann. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Je nach Temperatur schlüpfen die Fischlarven nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach etwa 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, Artemia, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) verfüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken und das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.

Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 8 bis 12 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Brochis.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Brochis pinheiroi ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich hauptsächlich von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven und Würmern, aber auch von Detritus und Algen.


Krankheiten

Weitere Informationen zu Krankheiten von Panzer- und Schwielenwelsen findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.


Literaturhinweis
  1. Fishbase (englisch)
  2. Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. Urania Verlag 1990, ISBN 3-89350-991-7
Urheberrechte für den Text
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