Fischlexikon der Salzwasserfische: Langschwanz-Thun


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deut. Name:
Langschwanz-Thun
sonst. Name:
./.
engl. Name:
Longtail tuna
Ordnung:
 
(Scombriformes)
Familie:
 
(Makrelen und Thunfische)
Gattung+Art:
Thunnus tonggol

Einträge:
1294

Info

Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol)

Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol)

Der Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol) ist eine im Indo-Westpazifik verbreitete Thunfischart.

Der Langschwanz-Thun kann eine Länge von etwa 145 cm und ein Gewicht von etwa 36 kg erreichen.

Er gehört zur Familie der Makrelen und Thunfische (Scombridae) sowie zur Gattung Thunnus. Die englische Bezeichnung für diesen Fisch lautet „Longtail tuna“.

Der Weltrekord für den schwersten jemals offiziell mit der Angel gefangenen Langschwanz-Thun beträgt 35,90 Kilogramm. Der Fisch wurde vor Montague Island in New South Wales (Australien) gefangen.

Ist das Fleisch des Langschwanz-Thuns belastet?

Der Langschwanz-Thun ist eine eher kleine Thunfischart. Kleinere Arten reichern tendenziell weniger Quecksilber an als langlebige Riesen, wie zum Beispiel der Rote Thun oder der Großaugen-Thun.

Der Langschwanz-Thun ist als Speisefisch geeignet, sollte aber wegen der systemischen Quecksilberbelastung von Raubfischen nur in Maßen genossen werden.

Bei unsachgemäßer Lagerung oder mangelnder Kühlung können Bakterien das im Fischfleisch vorhandene Histidin in Histamin umwandeln. Histidin ist ein natürlicher Bestandteil des Muskeleiweißes von Makrelen und Thunfischen, zu denen der Langschwanz-Thun gehört. Besonders wandernde Fischarten mit hohem Anteil an dunkler Muskulatur weisen hohe Histidinwerte auf.

Ein hoher Histamingehalt kann zur sogenannten Scombroid-Vergiftung (Pseudoallergie) führen. Symptome wie Hautrötungen, Übelkeit und Kopfschmerzen treten oft schon kurz nach dem Verzehr auf.

Wirtschaftliche Nutzung und Gefährdung

Der Langschwanz-Thun laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN (Stand 2026) als „nicht gefährdet“ (Least Concern) eingestuft. Dennoch ist die Art spezifischen biologischen und fischereilichen Belastungen ausgesetzt.

Als relativ kleine Thunfischart wird der Langschwanz-Thun häufig von handwerklichen Fischereien im Indopazifik (zum Beispiel im Persischen Golf, vor Indien und Indonesien) entnommen und ist zudem Beifang in der industriellen Fischerei.


Maximales Alter

Der Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol) kann ein Alter von etwa 19 Jahren erreichen.


Merkmale

Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol)

Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol)

Merkmale des Langschwanz-Thuns:

  • der Langschwanz-Thun hat einen nahezu spindelförmigen Körperbau
  • er erreicht seine größte Höhe ungefähr in der Mitte der ersten Rückenflosse
  • im Vergleich zu anderen Arten seiner Gattung ist sein Schwanzstiel sehr lang
  • der Körper des Langschwanz-Thuns ist mit sehr kleinen Schuppen bedeckt, der Vorderkörper ist von einem Korsett größerer Schuppen umgeben
  • das Maul des Langschwanz-Thuns verläuft schräg nach unten bis unter die Augen
  • wie viele kleinere Thunfischarten besitzt der Langschwanz-Thun keine Schwimmblase und muss daher ständig schwimmen, um sich über Wasser zu halten
  • die Färbung des Rückens und der oberen Flanken des Langschwanz-Thuns ist dunkelgrau bis dunkelblau
  • die Bauchseite und die unteren Flankenteile sind silbrig-weiß und mit länglichen, ovalen Flecken bedeckt, die horizontal ausgerichtet sind
  • die die in horizontal ausgerichteten Reihen angeordnet sind
  • die zweite Rückenflosse des Langschwanz-Thuns ist höher als die erste
  • die Brust- und Bauchflossen sind schwärzlich, die Spitzen der zweiten Rücken- und Afterflosse gelblich
  • die Afterflosse ist silbrig gefärbt, die Rücken- und Afterflossen gelb mit grauen Rändern
  • die Schwanzflosse ist schwärzlich gefärbt und mit gelblich-grünen Streifen bedeckt
  • zwischen der zweiten Rückenflosse und der Schwanzflosse sowie zwischen der Afterflosse und der Schwanzflosse sitzen kleine Finlets, die auch als Flössel bezeichnet werden. Diese sind gelb gefärbt und grau umrandet

Größe

Der Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol) kann eine Länge von etwa 145 cm Zentimetern und ein Gewicht von etwa 36 Kilogramm erreichen.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol) ist im warmen, küstennahen Indopazifik verbreitet. Er kommt von der Arabischen Halbinsel und dem Roten Meer über Indien und Südostasien (Philippinen, Indonesien) bis nach Australien und Papua-Neuguinea vor.

Er bevorzugt küstennahe Gewässer, flache Schelfbereiche, oder auch Flussmündungen. Er ist oft in Schwärmen anzutreffen. Er meidet starke Strömungen.


Fortpflanzung

Der Langschwanz-Thun (Thunnus tonggol) ist ovipar (eierlegend). Die Geschlechtsreife wird meist im Alter von etwa zwei Jahren und bei einer Länge von 40 bis 54 cm (Weibchen) erreicht.

Die Laichzeiten variieren stark je nach Region und Wassertemperatur:

  • Australien: September bis März (bei Wassertemperaturen über 24 °C).
  • Südostasien (z. B. Thailand/Indonesien): Hier gibt es oft zwei Spitzenzeiten, zum Beispiel von Januar bis April und erneut von August bis September.
  • Golf von Oman/Iran: hauptsächlich von August bis Oktober.

Ein Weibchen produziert bei jedem Ablaichen zwischen 1,2 und 1,9 Millionen Eier. Diese Thunfische laichen mehrfach innerhalb einer Saison.

Die Eier und die daraus schlüpfenden Fischlarven sind pelagisch, das heißt, sie treiben frei in den oberen Wasserschichten des Ozeans. Im Gegensatz zu vielen anderen Thunfischarten bevorzugt der Langschwanz-Thun für die Vermehrung eher küstennahe (neritische) Gewässer als das tiefe, offene Meer.


Nahrung

Erwachsene Langschwanz-Thune (Thunnus tonggol) ernähren sich hauptsächlich von kleinen pelagischen Fischen, darunter Sardinen, Sardellen, Heringen und Makrelen. Zu ihrer Beute gehören auch Krebstiere und Tintenfische.

Die Zusammensetzung ihrer Nahrung variiert je nach Region und Jahreszeit. So fressen sie in australischen Gewässern beispielsweise oft Hornhechte und kleine Köderfische, während sie in nördlicheren Gebieten wie Indien über 22 verschiedene Taxa von Beutetieren nutzen. Jungfische ernähren sich dagegen von kleineren Organismen wie Flohkrebsen und Fischlarven.


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