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Fischlexikon der Süßwasserfische: Flügelpanzerwels


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Name: Flügelpanzerwels
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Corydoras
Gattung+Art: Corydoras semiaquilus
Gesamt: 1921 Fischarten

Info

Der Flügelpanzerwels (Corydoras semiaquilus) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Corydoras. Er kann eine maximale Länge von etwa 6 bis 8 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Peru black cory“.

Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Südamerika, wo er im im peruanischen und brasilianischen Teil des Amazonasgebiets beheimatet ist.


Maximales Alter

Der Flügelpanzerwels (Corydoras semiaquilus) kann bei guter Pflege in einem Aquarium etwa 8 bis 10 Jahre alt werden.


Merkmale

Flügelpanzerwels (Corydoras semiaquilus)

Flügelpanzerwels

Die wichtigsten Merkmale des Flügelpanzerwelses:

  • sein Körperbau ist leicht hochrückig, langgestreckt und seitlich etwas abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die Schnauze des Flügelpanzerwelses ist sehr lang und spitz. Der Kopf verläuft extrem spitzkeilig nach vorne
  • das unterständige Maul ist von mehreren Bartelpaaren umgeben
  • die relativ großen und sehr beweglichen Augen des Flügelpanzerwelses sitzen weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden
  • auf den Körperseiten des Flügelpanzerwelses verlaufen, wie bei allen Arten dieser Gattung, 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten. Auch die Brust- und Bauchregion ist bei dieser Art mit dachziegelartig überlappenden, kleineren Knochenplatten besetzt
  • das Seitenlinienorgan des Flügelpanzerwelses ist wie bei fast allen hochentwickelten Welsen stark reduziert und im vorderen Bereich nur als winzige Porenreihe auf den vorderen Panzerplatten sichtbar. Beim Flügelpanzerwels fällt es optisch vor allem durch schimmernde, blau-olivfarbene Glanzpunkte auf, die sich entlang dieser Linie aneinanderreihen
  • die untere Körperhälfte inklusive des Bauches des Flügelpanzerwelses ist gräulich-silbrig bis hell-pfirsichfarben. Die obere Hälfte (die obere Knochenplattenreihe) ist dagegen dunkelgrau, tiefschwarz oder dunkeloliv gefärbt
  • je nach Lichteinfall zeigen die Flanken einen intensiven grünen, olivfarbenen oder metallisch-blauen Schimmer
  • im Gegensatz zu ähnlichen Arten sind beim Flügelpanzerwels die dunkle Augenbinde und die dunkle Färbung des Rückens durch eine durchgehende schwarze Binde im Nacken fest miteinander verbunden
  • auf der Schnauze und dem Kopf befindet sich eine feine, marmorierte oder gepunktete Musterung
  • die Kiemendeckel können oft rötlich schimmern
  • die Rückenflosse besteht aus einem dünnen, im Vergleich zu den Brustflossen recht kurzen Stachelstrahl und 7 geteilten Weichstrahlen
  • die Brustflossen besitzen kräftige, spitze Hartstrahlen, die zur Verteidigung aufgestellt werden können und eine Giftdrüse besitzen
  • die Schwanzflosse ist leicht gemustert, zeigt oft ein dezentes Strichmuster
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch der Flügelpanzerwels eine Fettflosse
  • weibliche Exemplare werden etwas größer und wirken deutlich massiver. Sie werden ca. 3 cm länger und sind im vorderen Körperbereich deutlich breiter als die Männchen

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Corydoras.


Größe

Der Flügelpanzerwels (Corydoras semiaquilus) erreicht eine maximale Länge von etwa 7 Zentimetern (Männchen) beziehungsweise 10 Zentimetern (Weibchen).


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Flügelpanzerwelses erstreckt sich über Südamerika. Er ist im peruanischen und brasilianischen Teil des Amazonasgebiets beheimatet. Er kommt hauptsächlich im Rio-Ucayali-System in Peru sowie im oberen Rio Solimões und im Rio Preto in Brasilien vor.

Er lebt in flachen, langsam bis mäßig fließenden Flüssen und Bächen. Das Wasser ist dort oft klar oder teefarben (Schwarzwasser). Der Bodengrund dieser Gewässer ist sandig und typischerweise mit einer Schicht aus Falllaub und Totholz bedeckt.


Aquaristik-Info

Temperatur: 22° C - 26° C
pH-Wert: 6,0-7,2
Gesamthärte: 2°-12°
Wasserregion: unten
Aquariumgröße: ab etwa 100 cm Länge für eine Gruppe von 6 Tieren (Aquariumvolumen berechnen)

Fütterung:
abwechslungsreiche Nahrung: kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), feines Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Granulate, Tubifex

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.

Flügelpanzerwels (Corydoras semiaquilus)

Flügelpanzerwels

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum zur Verfügung stehen. Die Grundfläche des Aquariums ist wichtiger als die Höhe.

Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.

Da dieser sehr gesellige Fisch ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, sollte er unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis 8 Tieren gehalten werden. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte schwach durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 10 bis 12 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist häufig die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie sehr weiches (2–8 °dH) und leicht saures bis neutrales Wasser (pH-Wert 6 bis 7). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte etwa 25 cm betragen.

Das Zuchtbecken sollte mit 2 bis 3 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es 2 bis 5 Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.

Ein Weibchen kann pro Laichgang bis zu 100 stark klebende Eier legen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken und das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.

Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf etwa 10 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Corydoras.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Der Flügelpanzerwels (Corydoras semiaquilus) ist ein Allesfresser und ernährt sich in freier Natur vorwiegend von Algen, zerfallenen organischen Substanzen, Zooplankton, kleinen Krebstierchen und Pflanzenteilen.


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