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Fischlexikon der Süßwasserfische: Schraffierter Panzerwels


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Name: Schraffierter Panzerwels
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Gastrodermus
Gattung+Art: Gastrodermus elegans
Gesamt: 1926 Fischarten

Info

Der Schraffierte Panzerwels (Gastrodermus elegans, Synonym: Corydoras elegans) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Gastrodermus. Dieser Panzerwels kann eine maximale Länge von etwa 5 bis 6 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Elegant corydoras“.

Der Schraffierte Panzerwels stammt ursprünglich aus Südamerika, wo er im oberen Amazonasbecken in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru verbreitet ist.


Maximales Alter

Bei artgerechten Haltungsbedingungen kann der Schraffierte Panzerwels (Gastrodermus elegans) in einem Aquarium voraussichtlich etwa 10 Jahre alt werden.


Merkmale

Schraffierter Panzerwels (Gastrodermus elegans)

Schraffierter Panzerwels

Merkmale des Schraffierten Panzerwelses:

  • der Körperbau des Schraffierten Panzerwelses ist schwach hochrückig und seitlich etwas abgeflacht. . Die höchste Stelle des Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die relativ kurze Schnauze des Schraffierten Panzerwelses ist vorne deutlich abgerundet (Rundschnäuzer)
  • die Schnauze ist nackt und nicht mit Knochenplatten bedeckt
  • das Mesethmoid ist mittelgroß und auffallend kurz. Bei den Gattungen Corydoras ist es dagegen groß, bei der Gattung Brochis ist es sehr groß
  • das Maul des Schraffierten Panzerwelses ist unterständig und relativ hoch am Kopf angesetzt. Es wird von zwei Paaren Maxillarbarteln (Oberkieferbarteln) und einem Paar sehr empfindlicher Mandibularbarteln (Unterkieferbarteln) umgeben. Diese dienen als Tast- und Geschmacksorgane und sind äußerst empfindlich
  • die sehr beweglichen Augen des Schraffierten Panzerwelses können unabhängig voneinander nach oben oder unten gedreht werden, sodass es aussieht, als würde der Fisch blinzeln
  • wie bei allen Arten dieser Gattung verlaufen auf den Körperseiten 2 Reihen von sich überlappenden Knochenplatten. Der Rest des Körpers ist schuppenlos
  • das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen Arten dieser Familie äußerlich stark reduziert und verläuft zwischen den beiden lateralen Knochenplattenreihen. Es ist nur auf den vorderen Knochenplatten direkt hinter dem Kopf als sichtbare Poren ausgebildet
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch der Schraffierte Panzerwels eine Fettflosse
  • die Rückenflosse verfügt über einen verhärteten und kräftigen Rückenflossenstachel
  • der hintere Rand des Brustflossenstachels ist meist mit Zacken versehen. Diese stehen in der Regel senkrecht oder zeigen in Richtung der Stachelspitze. Bei anderen Arten dieser Familie zeigen diese Zacken hingegen zur Stachelbasis
  • die Fettflosse wird an ihrer Vorderkante von einem kurzen, beweglichen, dornartigen Flossenstrahl (Stachel) gestützt
  • die Stacheln der Rücken- und der Brustflossen des Schraffierten Panzerwelses sind am Flossenansatz mit Giftdrüsen, den sogenannten Achseldrüsen, versehen. Diese geben bei starkem Stress oder Gefahr ein schwaches Gift ab
  • die Körperfärbung variiert von gräulich bis olivfarben. Bei entsprechendem Lichteinfall können die Fische einen metallischen, goldgelben, türkisblauen oder bräunlichen Schimmer zeigen
  • die Körperzeichnung ist sehr variabel. Der Körper zeigt ein variierendes Muster aus feinen, schrägen, dunklen Linien und Punkten
  • die Männchen sind deutlich intensiver und kontrastreicher gefärbt als die Weibchen. Auf ihren Körperflanken zeigen sich breite, dunkelbraune bis schwarze Längsbänder, die durch helle Flecken unterbrochen werden. Die Rückenflosse zeigt oft ein feines Netzmuster oder dunkle Punkte. Zur Paarungszeit werden diese Zeichnungen noch kontrastreicher
  • die Weibchen werden etwas größer und wirken deutlich massiver. Die Körperzeichnungen der Weibchen sind blasser als die der Männchen und ihre Flossen sind meist transparent
  • Flossenformel: D I/7, A I/6-7, P I/7-8, V I/5

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Gastrodermus.


Größe

Der Schraffierte Panzerwels (Gastrodermus elegans) erreicht eine maximale Größe von etwa 5 cm bei den Männchen bzw. 6 cm bei den Weibchen.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Schraffierte Panzerwels (Gastrodermus elegans) stammt ursprünglich aus Südamerika und ist im oberen Amazonasbecken in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru verbreitet.

Der Schraffierte Panzerwels ist ein Schwarmfisch, der vorwiegend am Gewässerboden, aber auch im freien Wasser lebt. Er bevorzugt ruhige bis mäßig fließende Flussabschnitte und ufernahe Bereiche. Der Boden dieser Gewässer ist reichlich mit Totholz, Wurzeln und Laub bedeckt.

Das Wasser in seinem Lebensraum ist sehr weich bis weich (Gesamthärte: 1 bis 14 °dH) und schwach sauer bis neutral ( pH-Wert: 6,0 bis 7,5). Die Wassertemperatur liegt zwischen 22 und 26 °C.


Aquaristik-Info

Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 2 bis 14 °dH
Aquariumgröße: bei einer kleinen Gruppe ab etwa 80 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)
Schwierigkeit: einfach, Zucht: jedoch schwieriger

Fütterung:
Wir empfehlen abwechslungsreiches und schnell sinkendes Futter, zum Beispiel kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter oder Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Verfüttern Sie mehrmals täglich kleine Portionen.

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

In regelmäßigen Abständen schießen die Fische blitzschnell an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen. Der Sauerstoff wird dann über den Darmtrakt veratmet. Die Wasseroberfläche darf daher niemals komplett mit Pflanzen zugewachsen sein.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem der Fische.

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z. B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum und bewuchsfreie Bodenfläche zum Gründeln vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums. Im Vergleich zu anderen Panzerwelsen bewegt sich diese Art oft in den mittleren Wasserschichten.

Der Bodengrund sollte dunkel, weich und nicht scharfkantig sein, idealerweise feiner, runder Sand. Die Tiere können sich sonst die Barteln verletzen, wenn sie den Boden „durchkauen“ und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Schraffierter Panzerwels (Gastrodermus elegans)

Schraffierter Panzerwels

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, zum Beispiel Wurzeln aus Moorkienholz, Steinaufbauten oder Tonröhren.

Da dieser Fisch ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, sollte er unbedingt in Gruppen von 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Er darf niemals einzeln gehalten werden, auch in kleineren Gruppen verkümmern diese Fische.

Diese Welse sind weder aggressiv noch territorial. Auch während der Brutzeit verhalten sie sich friedlich und eignen sich somit perfekt für ein Gesellschaftsbecken mit anderen ruhigen Fischen. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte mäßig durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

In den ersten Wochen in einem neuen Becken reagieren diese Welse oft panisch auf plötzliche Geräusche im Raum oder Schritte vor dem Aquarium. Dies legt sich jedoch, sobald sie sich eingewöhnt haben und die Gruppe groß genug ist.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von etwa 8 bis 12 Monaten ein. Das Ablaichen wird häufig durch die Simulation der Regenzeit ausgelöst, beispielsweise durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie durch weiches (< 5 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 5,8–6,8). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte dabei etwa 20 bis 25 cm betragen.

Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C abgesenkt werden.

Das Zuchtbecken sollte mit mindestens zwei Männchen pro Weibchen besetzt werden, beispielsweise mit drei Weibchen und sechs Männchen. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist an der Aquarienscheibe, an Pflanzenblättern oder an Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest. Dabei bevorzugt das Weibchen Stellen mit der höchsten Wasserströmung.

Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals, wobei das Weibchen pro Laichzyklus 100 bis 300 Eier ablegen kann. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Je nach Temperatur schlüpfen die Fischlarven nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach etwa 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, Artemia, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken sowie das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.

Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 8 bis 12 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Gastrodermus.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Der Schraffierte Panzerwels (Gastrodermus elegans) ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven und Würmern, aber auch von Detritus und Algen.


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