Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Schraffierte Panzerwels (Gastrodermus elegans) stammt ursprünglich aus Südamerika und ist im oberen Amazonasbecken in Brasilien, Kolumbien, Ecuador und Peru verbreitet.
Der Schraffierte Panzerwels ist ein Schwarmfisch, der vorwiegend am Gewässerboden, aber auch im freien Wasser lebt. Er bevorzugt ruhige bis mäßig fließende Flussabschnitte und ufernahe Bereiche. Der Boden dieser Gewässer ist reichlich mit Totholz, Wurzeln und Laub bedeckt.
Das Wasser in seinem Lebensraum ist sehr weich bis weich (Gesamthärte: 1 bis 14 °dH) und schwach sauer bis neutral ( pH-Wert: 6,0 bis 7,5). Die Wassertemperatur liegt zwischen 22 und 26 °C.
Aquaristik-Info
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 2 bis 14 °dH
Aquariumgröße: bei einer kleinen Gruppe ab etwa 80 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)
Schwierigkeit: einfach, Zucht: jedoch schwieriger
Fütterung:
Wir empfehlen abwechslungsreiches und schnell sinkendes Futter, zum Beispiel kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter oder Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Verfüttern Sie mehrmals täglich kleine Portionen.
Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.
In regelmäßigen Abständen schießen die Fische blitzschnell an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen. Der Sauerstoff wird dann über den Darmtrakt veratmet. Die Wasseroberfläche darf daher niemals komplett mit Pflanzen zugewachsen sein.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem der Fische.
Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z. B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.
Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum und bewuchsfreie Bodenfläche zum Gründeln vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums. Im Vergleich zu anderen Panzerwelsen bewegt sich diese Art oft in den mittleren Wasserschichten.
Der Bodengrund sollte dunkel, weich und nicht scharfkantig sein, idealerweise feiner, runder Sand. Die Tiere können sich sonst die Barteln verletzen, wenn sie den Boden „durchkauen“ und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, zum Beispiel Wurzeln aus Moorkienholz, Steinaufbauten oder Tonröhren.
Da dieser Fisch ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, sollte er unbedingt in Gruppen von 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Er darf niemals einzeln gehalten werden, auch in kleineren Gruppen verkümmern diese Fische.
Diese Welse sind weder aggressiv noch territorial. Auch während der Brutzeit verhalten sie sich friedlich und eignen sich somit perfekt für ein Gesellschaftsbecken mit anderen ruhigen Fischen. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.
Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte mäßig durchströmt und sauerstoffreich sein.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
In den ersten Wochen in einem neuen Becken reagieren diese Welse oft panisch auf plötzliche Geräusche im Raum oder Schritte vor dem Aquarium. Dies legt sich jedoch, sobald sie sich eingewöhnt haben und die Gruppe groß genug ist.
Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von etwa 8 bis 12 Monaten ein. Das Ablaichen wird häufig durch die Simulation der Regenzeit ausgelöst, beispielsweise durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie durch weiches (< 5 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 5,8–6,8). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte dabei etwa 20 bis 25 cm betragen.
Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C abgesenkt werden.
Das Zuchtbecken sollte mit mindestens zwei Männchen pro Weibchen besetzt werden, beispielsweise mit drei Weibchen und sechs Männchen. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist an der Aquarienscheibe, an Pflanzenblättern oder an Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest. Dabei bevorzugt das Weibchen Stellen mit der höchsten Wasserströmung.
Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals, wobei das Weibchen pro Laichzyklus 100 bis 300 Eier ablegen kann. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Je nach Temperatur schlüpfen die Fischlarven nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach etwa 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, Artemia, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken sowie das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.
Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 8 bis 12 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.
Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Gastrodermus.