Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Sarasins Schaufelkärpfling
Der Sarasins Schaufelkärpfling (Oryzias sarasinorum) stammt aus Indonesien und ist endemisch im Lindu-See im Lore-Lindu-Nationalpark in der Provinz Zentralsulawesi.
Dabei handelt sich um einen tropischen Süßwassersee. Er liegt in einer von Regenwäldern umgebenen Hochebene auf etwa 950 Metern über dem Meeresspiegel.
Die Wassertemperaturen in seinem natürlichen Lebensraum liegen typischerweise zwischen 24 °C und 29 °C. Das Wasser ist leicht alkalisch mit einem pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5.
Als pelagische Art hält sich dieser Fisch bevorzugt im freien Wasser oder in Ufernähe auf. Der Lebensraum des Sarasins Schaufelkärpflings gilt als stark gefährdet.
Aquaristik-Info
Temperatur: 24 °C – 30 °C (nachts sollte die Temperatur etwas abgesenkt werden)
pH-Wert: 7,0 – 8,5
Gesamthärte: 5 – 20° dH
Aquariumgröße: 160 Liter / 100 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)
Wasserregion: hauptsächlich knapp unter der Wasseroberfläche
Schwierigkeitsgrad: für Anfänger geeignet
Fütterung:
kleines Lebendfutter wie z. B. Artemia, Wasserflöhe, Cyclops, Mückenlarven, Tubifex sowie Frostfutter
Haltung:
Diese Fische sollten in einer kleinen Gruppe ab zehn Tieren gepflegt werden. Sie bevorzugen klares, sauberes und nur schwach durchströmtes Wasser. Wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa 20–30 % halten die Keimbelastung niedrig. Ein einfacher Schwammfilter oder Luftheber reicht aus, da die Fische keine starke Strömung mögen.
Ein dunkler Bodengrund lässt die Farben der Fische besser zur Geltung kommen. Ideal ist feiner Sand oder Kies mit einer Körnung von 0,4 mm bis 1 mm.
Da diese Fische keine zu intensive Beleuchtung mögen, wird gedimmtes Licht oder eine Beschattung durch Schwimmpflanzen empfohlen. Da Sarasins Schaufelkärpflinge gute Springer sind, ist eine Abdeckung zwingend erforderlich.
Eine dichte Bepflanzung mit feingliedrigen Wasserpflanzen (z.B. Tausendblatt, Hornkraut oder Javamoos) und Schwimmpflanzen (z. B. Froschbiss oder Wassersalat) bietet Versteckmöglichkeiten und Laichplätze. Es sollte jedoch auch genügend freier Schwimmraum vorhanden sein.
Da diese Fische nur oberflächennah fressen, sollte kein schnell absinkendes Futter, wie Granulate, verwendet werden.
Weibchen mit Eiern an der Afterflosse
Zucht:
Sarasins Schaufelkärpflinge erreichen ihre Geschlechtsreife nach ca. 10 bis 12 Wochen (in manchen Fällen erst nach bis zu 5 Monaten).
Für eine hohe Laichbereitschaft ist eine Wassertemperatur von 25–29 °C ideal. Eine tägliche Beleuchtungsdauer von ca. 13 bis 14 Stunden fördert die Eiablage.
Für eine optimale Aufzucht der Fischlarven sollte das Wasser im Aufzuchtbecken eine schwache Salinität aufweisen. Wir empfehlen eine Salinität von etwa 30 ppt. Obwohl Sarasins Schaufelkärpflinge auch in Süßwasser laichen und leben können, ist die Haltung in Brackwasser für die Gesundheit der Tiere besser und schützt sie vor bestimmten Krankheiten.
Bei der Paarung schwimmen die Männchen seitlich neben dem Weibchen, stellen ihre Flossen auf und versuchen, Konkurrenten durch leichtes „Wegschubsen” zu vertreiben, ohne diese zu verletzen. Wenn sich ein Paar gefunden hat, umschlingt das Männchen das Weibchen mit seinen Flossen (insbesondere der Rücken- und Afterflosse), um die Genitalöffnungen für die Befruchtung nahe zusammenzubringen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Reisfischen, die ihre Eier an Pflanzen abstreifen, zeigt der Sarasins Schaufelkärpfling eine Form der Brutpflege: Nach der Befruchtung trägt das Weibchen die Eier in einer Laichtraube zwischen seinen verlängerten Bauchflossen mit sich herum.
Die Eier werden in einer Art Hautfalte oder Tasche im Bereich der Bauchflossen geschützt mitgeführt. Jedes Ei ist mit zehn bis zwanzig feinen Fäden am Körper des Muttertiers befestigt.
Die Weibchen tragen das Gelege bis zum Schlupf der Larven mit sich herum. Unter Aquarienbedingungen kann dies etwa einen Monat dauern. Diese Strategie schützt die Eier vor Fressfeinden und sorgt durch die Schwimmbewegungen des Muttertiers für eine ständige Frischwasserzufuhr.
Der Schlupf der Larven erfolgt je nach Temperatur nach sieben bis 14 Tagen. Die Jungfische ernähren sich die ersten zwei bis drei Tage vom Dottersack. Danach benötigen sie feinstes Staubfutter, Artemia-Nauplien oder Infusorien.
Ein täglicher Wasserwechsel (ca. 50 %) im Aufzuchtbecken ist wichtig. Die Jungfische sollten erst zu den Elterntieren gesetzt werden, wenn sie zu groß sind, um gefressen zu werden. Dies ist nach etwa acht Wochen der Fall.