Fischlexikon: die Gattung "Oryzias"

 Gattung auswählen 

 

 

Oryzias
Systematik
Gattung: Oryzias
Familie: Adrianichthyidae
(Reisfische)
Ordnung: Beloniformes
(Hornhechtartige)

Oryzias

Reiskärpflinge (Oryzias) sind eine Gattung kleiner Süß- und Brackwasserfische aus der Familie der Reisfische (Adrianichthyidae) und der Ordnung der Hornhechtartigen (Beloniformes).


Verbreitung, Lebensraum

Schwarzfleckenkärpfling (Oryzias melastigma)

Schwarzfleckenkärpfling (Weibchen)

Reiskärpflinge (Oryzias) sind in Süß- und Brackgewässern Ost- und Südasiens heimisch.

Während viele Arten in Küstennähe leben, sind andere in überschwemmten Reisfeldern, Teichen, kleinen Tümpeln, Seen und flachen Flussabschnitten zu finden.

Arten, die in Küstennähe leben, sind äußerst tolerant gegenüber dem Salzgehalt und können in Wasser mit einer Salinität von bis zu ca. 30 ppt tolerieren.

Die Wassertemperatur in den Heimatgewässern dieser Fische beträgt in der Regel 30 °C.


Merkmale

Die Körperform der Reiskärpflinge (Oryzias) ist in der Regel gestreckt und seitlich abgeflacht. Einige Arten sind etwas hochrückig.

Reiskärpflinge können maximal etwa 6,5 cm lang werden. Ihre Rückenlinie ist gradlinig und ihre vordere Bauchseite ist, besonders bei trächtigen Weibchen, nach außen gewölbt.

Das Maul ist oberständig (der Oberkiefer ist etwas länger). Dies ist typisch für Fische, die ihre Nahrung bevorzugt nahe der Wasseroberfläche aufnehmen.

Die Rückenflosse sitzt weit hinten am Körper und endet kurz vor der Schwanzflosse. Die Brustflossen setzen relativ weit oben an und sind relativ groß.

Wildformen zeigen in der Regel eine gräuliche bis silbrige Färbung; lediglich die Männchen zeigen während der Paarungszeit intensivere Farben. Es existieren jedoch zahlreiche Zuchtformen des Japanischen Reiskärpflings.

Fortpflanzung im Aquarium

Weibchen mit Laichtraube

Weibchen mit Laichtraube

Diese Fische erreichen bereits nach einigen Monaten die Geschlechtsreife.

Um eine hohe Laichbereitschaft zu erreichen, sind je nach Art eine Wassertemperatur von 22–28 °C sowie ein leicht alkalischer pH-Wert ideal.

Die Paarung findet in der Regel in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden statt. Dabei schwimmt das Männchen aufgeregt um das Weibchen herum, spreizt seine Flossen und versucht, es in Richtung feingliedriger Pflanzen oder eines Laichmopps zu treiben.

Zeigt das Weibchen Interesse, schwimmen beide Tiere eng nebeneinander her. Dabei stupst das Männchen das Weibchen oft sanft an der Flanke oder unter dem Bauch an.

Das Männchen schmiegt sich eng an das Weibchen und umschließt mit seiner Afterflosse dessen Bauchregion. Es scheint, als würde es sie „umarmen”. In dieser Position werden die Eier aus der Genitalöffnung des Weibchens gepresst und gleichzeitig vom Männchen befruchtet. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden.

Nach der Trennung hängen bei vielen Arten die befruchteten Eier wie eine kleine Weintraube an der Geschlechtsöffnung des Weibchens. Sie sind durch feine Haftfäden miteinander verbunden. Das Weibchen schwimmt nun einige Zeit (Minuten bis Stunden) mit diesem Eipaket umher, bevor es gezielt durch Pflanzen oder Moose schwimmt. Dabei bleiben die klebrigen Eier an den Blättern hängen und sind dort sich selbst überlassen.

Oryzias pectoralis

Da die Männchen sehr ausdauernd werben, empfiehlt sich im Aquarium ein Überschuss an Weibchen (z. B. ein Männchen auf zwei bis drei Weibchen), damit die einzelnen Weibchen nicht zu sehr gestresst werden.

Die Larven schlüpfen nach etwa 10 bis 19 Tagen. Je wärmer das Wasser ist, desto schneller entwickeln sich die Embryonen im Ei.

In den ersten Tagen nach dem Schlüpfen zehren die Larven noch kurz von ihrem Dottersack, suchen dann aber sofort nach Kleinstnahrung.

Die winzigen Larven sollten zunächst mit Staubfutter gefüttert werden. Ein Büschel Javamoos aus einem eingefahrenen Becken liefert natürliche Mikroorganismen. Sobald die Larven nach etwa vier bis sieben Tagen groß genug sind, können sie mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder Infusorien gefüttert werden.

Ab einem Alter von etwa 21 Tagen kann man dann auf fein zerriebenes Flockenfutter oder feines Granulat umsteigen. Grundsätzlich sollte man lieber mehrere kleine Portionen (3–5 x täglich) füttern. Da das Wasser in kleinen Aufzuchtbecken schnell belastet wird, sind regelmäßige, vorsichtige Wasserwechsel (ca. 10 % täglich) notwendig.

Diese Fische sind Laichräuber. Wenn man viele Jungfische aufziehen möchte, sollte man entweder die Eier absammeln oder die Elterntiere aus dem Zuchtbecken entfernen.

Die Jungfische sollten erst wieder zu den Elterntieren gesetzt werden, wenn sie zu groß sind, um gefressen zu werden. Dies ist nach etwa acht Wochen der Fall.


Ernährung

Reiskärpflinge (Oryzias) ernähren sich in der Natur hauptsächlich von Zooplankton wie beispielsweise Mückenlarven, Wasserflöhen, kleinen Würmern sowie von Anflugnahrung. Dazu zählen kleine Insekten, Blattläuse oder Fruchtfliegen, die ins Wasser fallen.


Fischkrankheiten

Reiskärpflinge (Oryzias) sind eine allgemein als robust und anpassungsfähig geltende Fischart. Dennoch können auch diese Fische bei Stress, beispielsweise durch schlechte Wasserqualität, hohe Temperaturen oder falschen Besatz, verschiedene Fischkrankheiten bekommen.

häufige Krankheiten bei Reiskärpflingen:

  • Maul- oder Flossenfäule
    Wie der Name dieser Krankheit bereits vermuten lässt, bilden sich milchig weiße Stellen an den Flossen, an den Rändern der Schuppen und im Bereich des Fischmauls [weiterlesen...]
  • Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthiriose)
    Erste Anzeichen sind Bewegungsunlust und Nahrungsverweigerung. Nach wenigen Tagen zeigen sich die namensgebenden weißen Pünktchen der herangewachsenen Parasiten in der Haut [weiterlesen...]
  • Samtkrankheit (Oodinium) (Parasit: Piscinoodinium pillulare)
    Bei einem starken Befall erscheint die Haut „samtartig”, daher der Name „Samtkrankheit”. Die Färbung dieses samtartigen Belags ist meistens golden-gelblich. Die Kiemen der befallenen Fische sind außerdem stark verschleimt [weiterlesen...]
  • Kiemenwürmer (Dactylogyrus)
    Dieser Parasit legt Eier, um sich zu vermehren. Er stirbt nach der Eiablage. Wenn seine Larven nicht innerhalb eines Tages einen Wirt finden, sterben auch sie [weiterlesen...]
  • Infektiöse Bauchwassersucht
    Die Infektiöse Bauchwassersucht kann man beispielsweise an einer extrem angeschwollenen Bauchseite eines Fisches erkennen [weiterlesen...]
  • Maul- oder Flossenfäule (Columnaris-Krankheit)
    Die Ursachen für diese Erkrankung sind in den meisten Fällen schlechte Haltungsbedingungen oder Stressfaktoren. Obwohl sich die Erreger in der Regel in fast jedem Aquarium befinden, können sie gesunden Fischen nichts anhaben [weiterlesen...]
  • Pilzerkrankung (Mykose)
    Eine Pilzerkrankung (Mykose) oder Pilzinfektion tritt stets als Sekundärinfektion auf. Pilzerkrankungen werden auch „Fischschimmel” oder „Wasserschimmel” genannt [weiterlesen...]

Systematik

Arten der Gattung Oryzias (Stand:Januar 21. März 2026)

  • Oryzias asinua
  • Oryzias bonneorum
  • Oryzias carnaticus
  • Celebeskärpfling (Oryzias celebensis)
  • Oryzias curvinotus
  • Oryzias dancena
  • Oryzias eversi
  • Oryzias hadiatyae
  • Oryzias haugiangensis
  • Oryzias hubbsi
  • Oryzias javanicus
  • Südlicher Medaka (Oryzias latipes)
  • Oryzias luzonensis
  • Oryzias marmoratus
  • Oryzias matanensis
  • Oryzias mekongensis
  • Schwarzfleckenkärpfling (Oryzias melastigma)
  • Zwergreiskärpfling (Oryzias minutillus)
  • Oryzias nebulosus
  • Schwarzmantel-Reiskärpfling (Oryzias nigrimas)
  • Oryzias orthognathus
  • Oryzias pectoralis
  • Oryzias profundicola
  • Nördlicher Medaka Oryzias sakaizumii)
  • Sarasins Schaufelkärpfling (Oryzias sarasinorum)
  • Indischer Glaskärpfling (Oryzias setnai)
  • Oryzias sinensis
  • Oryzias soerotoi
  • Oryzias songkhramensis
  • Oryzias timorensis
  • Oryzias uwai
  • Oryzias wolasi
  • Neonreisfisch (Oryzias woworae)

zurück zur Übersicht


Literaturhinweise:

  1. Wikipedia
  2. Wikipedia (englisch)
Bildrechte

Viele Bilder unseres Fischlexikons sind durch Creative Commons (abgekürzt CC) oder andere Urheberrechte geschützt. Creative Commons ist nicht der Name einer einzigen Lizenz. Die verschiedenen Lizenzen von Creative Commons weisen vielmehr große Unterschiede auf. Weitere Informationen zu Creative Commons Lizenzen findet Ihr [hier].

Informationen zur GNU-Lizenz für freie Dokumentation (kurz: GFDL) findet ihr [hier].

Die Urheber und Lizenzrechte für die Bilder auf dieser Seite werden angezeigt, wenn Ihr auf das jeweilige Bild oder auf "Bildrechte anzeigen" klickt.

Alle Bilder wurden von uns digital bearbeitet und in der Größe beschnitten.

Haftungsausschluss, Youtube-Videos

Alle Artikel unseres Fischlexikons dienen ausschließlich der allgemeinen Information und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Haftung übernommen.

Wenn diese Seite Videos enthält und Ihr ein Video anklickt (öffnet), werden personenbezogene Daten (IP-Adresse) an den Betreiber des Videoportals (YouTube) gesendet. Daher ist es möglich, dass der Videoanbieter Eure Zugriffe speichert und Euer Verhalten analysieren kann. Dies geschieht jedoch erst, wenn Ihr ein Video auf dieser Seite öffnet.

Alle Bilder wurden von uns digital bearbeitet und beschnitten. Weitere Infos unter "Bildrechte".