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Fischlexikon der Süßwasserfische: Corydoras pastazensis


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Name: Corydoras pastazensis
Ordnung: Siluriformes
(deutsch) Welsartige
Familie: Callichthyidae
(deutsch) Panzer- und Schwielenwelse
Gattung: Corydoras
Gattung+Art: Corydoras pastazensis
Gesamt: 1921 Fischarten

Info

Corydoras pastazensis (Synonym: Corydoras orcesi), auch Tigerpanzerwels genannt, ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) und der Gattung Corydoras. Er kann eine maximale Länge von etwa 5 bis 7 Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Pastaza corydoras“.

Corydoras pastazensis stammt aus dem westlichen Südamerika, wo er im oberen Amazonasbecken in Ecuador und Teilen Perus vorkommt.


Maximales Alter

Corydoras pastazensis kann bei guter Pflege in einem Aquarium etwa 5 bis 6 Jahre alt werden.


Merkmale

Corydoras pastazensis

Corydoras pastazensis

Die wichtigsten Merkmale von Corydoras pastazensis:

  • sein Körperbau ist leicht hochrückig, langgestreckt und seitlich etwas abgeflacht. Die höchste Stelle seines Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse
  • die konische Schnauze von Corydoras pastazensis ist verlängert, im Profil konisch und läuft vorne spitz zu. Er gehört zur Gruppe der Langschnäuzer
  • wie bei allen Arten dieser Gattung fehlen auf der Schnauze die Knochenplatten. Die Schnauzenhaut ist nackt und mit feinen, sensorischen Papillen besetzt
  • das unterständige Maul ist von mehreren Bartelpaaren umgeben. Diese dienen als Tast- und Geschmacksorgane und sind sind äußerst empfindlich
  • die relativ großen und sehr beweglichen Augen von Corydoras pastazensis sitzen weit oben am Kopf. Sie können unabhängig voneinander nach unten oder oben gedreht werden
  • wie bei allen Arten dieser Gattung verlaufen auf den Körperseiten von Corydoras fulteri zwei Reihen von sich überlappenden Knochenplatten
  • das Seitenlinienorgan ist wie bei fast allen hochentwickelten Welsen stark reduziert und im vorderen Bereich nur als winzige Porenreihe auf den vorderen Panzerplatten sichtbar
  • die Grundfärbung des Körpers von Corydoras pastazensis ist hell, sandfarben bis zart hellbraun oder silbrig-grau. Auf den Kiemendeckeln zeigt sich häufig ein leichter, metallischer Glanz
  • namensgebend und charakteristisch für diese Art ist das markante „Tigermuster“. Die Körperflanken sind mit vielen dunklen, unregelmäßigen Flecken, Punkten und vertikalen, quer verlaufenden Bändern bedeckt
  • durch die Augen verläuft eine breite, dunkle, vertikale Augenbinde
  • vom Ansatz der Rückenflosse bis zur Bauchseite verläuft eine weitere, breite, dunkle, vertikale Binde
  • die weitgehend transparenten (hyalinen) Flossen – insbesondere die Rücken- und Schwanzflosse – sind mit feinen Mustern aus dunklen Punkten besetzt. Diese sind in Reihen angeordnet und wirken wie eine feine, dunkle Bänderung oder Streifung
  • die Rückenflosse von Corydoras pastazensis besitzt vorne einen kräftigen, harten und spitzen Stachelstrahl
  • die Brustflossen besitzen einen kräftigen, spitzen und gesägten Hartstrahl (Stachelstrahl). Bei geschlechtsreifen Männchen sind diese Brustflossenstacheln deutlich verdickt und weisen eine bürsten- bzw. borstenartige Textur auf
  • wie alle Arten dieser Gattung besitzt auch Corydoras pastazensis eine Fettflosse. Diese wird an der Vorderkante von einem kleinen, beweglichen Knochenstachel stabilisiert
  • die Schwanzflosse ist tief gegabelt, der obere und untere Lappen sind symmetrisch
  • die verhärteten Stacheln an der Rückenflosse und den Brustflossen sind am Flossenansatz mit Giftdrüsen (Achseldrüsen) versehen. Die Stacheln sind modifizierte, sehr spitze Flossenstrahlen, die bei Gefahr fest arretiert werden können. Ein Stich kann sehr schmerzhaft sein
  • weibliche Exemplare von Corydoras pastazensis werden etwas größer und wirken deutlich massiver. Sie sind im vorderen Körperbereich deutlich breiter als die Männchen und werden länger. Männchen besitzen höhere und spitzere Flossenspitzen. Adulte Männchen entwickeln zudem oft kräftigere, ausgeprägtere Brustflossenstrahlen

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zu den anatomischen Merkmalen dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Corydoras.


Größe

Corydoras pastazensis erreicht eine maximale Länge von etwa 7 Zentimetern. Dabei werden die Weibchen größer und kräftiger als die Männchen.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Corydoras pastazensis stammt aus dem westlichen Südamerika, wo er im oberen Amazonasbecken in Ecuador und Teilen Perus vorkommt.

In Ecuador wurde die Art im Rio-Tigre-System sowie im Rio Conambo erstbeschrieben. Weitere Vorkommen gibt es in den Systemen des Rio Pastaza und des Rio Napo. In Peru findet man diese Welse im oberen Amazonasbecken.

Er bevorzugt Waldbäche und Nebengewässer mit schwacher Strömung und dichtem Pflanzenbewuchs. Das Wasser in diesen Biotopen ist klar, weich, nährstoffarm und durch Huminstoffe aus organischem Material schwach sauer. Der Boden besteht aus weichem Sand oder Kies und ist oft mit Totholz, herabgefallenem Laub und dichten Wurzeln bedeckt. Dies bietet den Fischen natürlichen Schutz und Unterstände.


Aquaristik-Info

Temperatur: 22 °C - 26 °C
pH-Wert: 6,2 - 7,5
Gesamthärte: < 12° dH
Wasserregion: unten
Aquariumgröße: ab etwa 100 cm Länge für eine Gruppe von 6 Tieren (Aquariumvolumen berechnen)
Zucht: schwierig

Fütterung:
abwechslungsreiches und schnell sinkendes Futter wie z. B. kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), Frostfutter wie Cyclops, Welstabletten, Trockenfutter, Tubifex. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden. Mehrtmals täglich kleine Portionen verfüttern.

Haltung:
Da es sich auch bei diesem Panzerwels um einen Darmatmer handelt, nimmt er Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Er sollte daher freien Zugang zur Oberfläche haben. Die Luft über dem Wasser darf außerdem nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.

Die Fische schießen in regelmäßigen Abständen blitzschnell an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen. Der Sauerstoff wird dann über den Darmtrakt veratmet. Die Wasseroberfläche darf daher niemals komplett mit Pflanzen zugewachsen sein.

Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.

Corydoras pastazensis

Corydoras pastazensis

Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen, wie z.B. Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein.

Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum zur Verfügung stehen. Die Grundfläche des Aquariums ist wichtiger als die Höhe.

Wichtig ist ein weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen. Beim Gründeln stecken sie den Kopf tief in den Sand.

Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.

Da dieser sehr gesellige Fisch ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzt, sollte er unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis 10 Tieren gehalten werden. Er lässt sich auch gut mit kleinen Salmlerarten und anderen nicht zu großen, friedlichen Arten vergesellschaften. Bei großen Gruppen empfehlen wir ein Artaquarium.

Da diese Welse sehr empfindlich auf Nitrat reagieren, sind eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds und ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich. Das Wasser sollte schwach durchströmt und sauerstoffreich sein.

Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes oder der Südamerikanische Froschbiss (Limnobium laevigatum) können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.

Zucht:
Die Geschlechtsreife tritt in der Regel im Alter von 10 bis 12 Monaten ein. Der entscheidende Auslöser für das Ablaichen ist häufig die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser, eine längere intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung sowie sehr weiches (< 8 °dH) und saures Wasser (pH-Wert 5,5 - 6,5). Die Wasserhöhe im Zuchtbecken sollte dabei etwa 20 bis 25 cm betragen.

Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken durch einen großzügigen Wasserwechsel von etwa 25 °C auf 21 bis 22 °C abgesenkt werden.

Im Gegensatz zu anderen Panzerwelsen können Sattelschnäuzer wie Corydoras pastazensis in Paarungsstimmung ausgesprochen aggressiv gegenüber anderen Männchen werden. Sie jagen sich stark und es kann in zu kleinen Becken zu Verletzungen oder sogar zum Tod kommen. Das Zuchtbecken sollte daher eine Kantenlänge von mindestens 100 cm besitzen.

Das Zuchtbecken sollte mit 2 bis 3 Männchen und 1 Weibchen besetzt werden. Während der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen. Die Männchen folgen ihm aufgeregt (sie Vibrieren intensiv) und stupsen das Weibchen an den Körperflanken an. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.

Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.

Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es etwa 2 bis 5 Eier auffängt. Anschließend schwimmt es zu einer zuvor gereinigten, glatten Fläche – meist die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder Laichmopps – und klebt die Eier dort einzeln oder in kleinen Gruppen fest.

Pro Laichgang kann ein Weibchen bis zu 20 bis 50 stark klebende Eier legen. Die Eier sind äußerst anfällig für Verpilzung. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.

Je nach Temperatur schlüpfen die Fischlarven nach etwa 3 bis 5 Tagen. Nach weiteren 2 bis 3 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten 3–6 Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.

Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken und das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.

Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf etwa 10 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.

Weitere Informationen:
Weitere Informationen zur Haltung und Fortpflanzung dieser Panzerwelse findet ihr in der Beschreibung der Gattung Corydoras.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Corydoras pastazensis ist ein Allesfresser. In der freien Natur ernährt er sich vorwiegend von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven und Würmern sowie gelegentlich von Detritus und Algen.


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