Fischlexikon: Neonreisfisch (Oryzias woworae)
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Süßwasserfische"
| Name: | Neonreisfisch | |
| Ordnung: | Beloniformes | |
| (deutsch) | Hornhechtartige | |
| Familie: | Adrianichthyidae | |
| (deutsch) | Reisfische | |
| Gattung: | Oryzias | |
| Gattung+Art: | Oryzias woworae | |
| Gesamt: | 3172 Fischarten | |
Übersicht
Der Neonreisfisch (Oryzias woworae), der auch als Sulawesi-Pracht-Reiskärpfling bezeichnet wird, ist ein Süß- und Brackwasserfisch aus der Familie der Reisfische (Adrianichthyidae) und der Ordnung der Hornhechtartigen (Beloniformes).
Er stammt aus Indonesien, wo er im Osten der Insel Sulawesi vorkommt. Er kann eine Länge von etwa vier bis fünf Zentimetern erreichen.
Merkmale
Merkmale des Neonreisfisches:
- der Körper des Neonreisfisches ist schlank, langgestreckt und seitlich abgeflacht
- der Kopf ist auf der Oberseite abgeflacht
- sein Maul ist oberständig (der Oberkiefer ist etwas länger). Dies ist typisch für Fische, die ihre Nahrung bevorzugt nahe der Wasseroberfläche aufnehmen
- die großen Augen des Neonreisfisches leuchten hellblau
- der Neonreisfisch besitzt eine stark irisierende, bläuliche bis neonartige Färbung. Diese kommt besonders unter kühlem oder gedämpftem Licht zur Geltung
- charakteristische Merkmale sind die rötlichen Zonen an der Kehle, dem Bauch und den Flossenansätzen
- die Außenkanten der Schwanzflosse haben kräftige rote Ränder
- auch die Brust- und Bauchflossen sind häufig rot gesäumt. Bei den Männchen ist die Rotfärbung intensiver als bei den Wei´bchen
- wie viele Arten dieser Gattung verfügt auch der Neonreisfisch über ein spezialisiertes System aus Neuromasten (Sinneszellen), wobei die Anordnung der Poren und Kanäle variieren kann
- die Rückenflosse sitzt weit hinten am Körper und endet kurz vor der Schwanzflosse
- das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern sind die Rücken- und die Afterflosse der Männchen. Diese sind deutlich länger ausgezogen und können fadenförmige Verlängerungen aufweisen. Die Afterflosse der Weibchen hat hingegen einen glatten Rand und ist eher fächerförmig oder abgerundet
- die Färbung der Männchen kann sich während der Balz intensivieren, sie können sich sogar fast schwarz verfärben. Sie zeigen einen metallisch blauen Glanz.
- Männchen des Neonreisfisches haben eine schlankere Silhouette. Weibchen wirken insgesamt bauchiger und rundlicher, besonders wenn sie Laich tragen
- ein eindeutiges Merkmal der Weibchen ist das Tragen der Laichtraube. Diese bleibt nach der Befruchtung für einige Zeit an der Geschlechtsöffnung hängen, bevor sie an Pflanzen abgestreift wird
- im Gegensatz zu vielen anderen Arten dieser Gattung ist der Neonreisfisch ein reiner Süßwasserfisch
Größe
Der Neonreisfisch (Oryzias woworae) erreicht eine maximale Länge von etwa 4 bis 5 Zentimetern.
Maximales Alter
Bei guter Pflege erreicht der Neonreisfisch (Oryzias woworae) in Gefangenschaft ein Alter von etwa drei bis fünf Jahren.
Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Neonreisfisch (Oryzias woworae) stammt aus Indonesien, wo er im Osten der Insel Sulawesi vorkommt.
Sein natürliches Verbreitungsgebiet ist äußerst begrenzt und beschränkt sich nach aktuellem Wissensstand auf den südöstlichen Teil der Insel Muna.
Er lebt in klaren, eher flachen und langsam fließenden Bächen sowie in stehenden Tümpeln, die von Quellen gespeist werden.
Diese Gewässer sind in der Regel durch dichten Baumwuchs abgeschattet. Der Bodengrund besteht typischerweise aus Sand und Schlamm und ist teilweise von einer dicken Schicht aus Falllaub bedeckt. Die dicht bewachsenen Uferbereiche bieten den Fischen Schutz und und sind ideale Laichplätze.
Die Wasserwerte sind meist weich bis mittelhart mit einem pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich (ca. 6,0–7,5). Die Wassertemperatur beträgt 23 °C bis 27 °C.
Aquaristik-Info
Temperatur: 23 °C – 25 °C (kurze Schwankungen zwischen 22 °C und 27 °C werden toleriert)
pH-Wert: 6,0 – 7,5
Gesamthärte: 5 – 12° dH
Aquariumgröße: ab etwa 54 Liter / 60 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)
Wasserregion: hauptsächlich knapp unter der Wasseroberfläche
Schwierigkeitsgrad: für Anfänger geeignet, Nachzucht etwas schwieriger
Fütterung:
kleines Lebendfutter wie z. B. Artemia, Wasserflöhe, Cyclops, Mückenlarven, Tubifex sowie Frostfutter
Haltung:
Diese Fische sollten in Gruppen von mindestens fünf Tieren gehalten werden. Sie bevorzugen klares, sauberes und nur schwach durchströmtes Wasser. Größere Schwankungen der Wassertemperatur werden von den Fischen nicht toleriert.
Durch wöchentliche Teilwasserwechsel von ca. 20–30 % bleibt die Keimbelastung niedrig. Da die Fische keine starke Strömung mögen, reicht ein einfacher Luftheber aus. Es sollten diverse Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere vorhanden sein.
Ein dunkler Bodengrund lässt die Farben der Fische besser zur Geltung kommen. Ideal ist feiner Sand oder Kies mit einer Körnung von 0,4 mm bis 1 mm. Da diese Fische keine zu intensive Beleuchtung mögen, wird gedimmtes Licht oder eine Beschattung durch Schwimmpflanzen empfohlen. Da diese Fische gute Springer sind, ist eine Abdeckung zwingend erforderlich.
Eine dichte Bepflanzung mit feingliedrigen Wasserpflanzen (z.B. Tausendblatt, Hornkraut oder Javamoos) und Schwimmpflanzen (z. B. Froschbiss oder Wassersalat) bietet Versteckmöglichkeiten und Laichplätze. Es sollte jedoch auch genügend freier Schwimmraum vorhanden sein. Eine Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Arten, wie beispielsweise Zwergbärblingen oder Garnelen ist problemlos möglich.
Da diese Fische nur oberflächennah fressen, sollte kein schnell absinkendes Futter, wie Granulate, verwendet werden.
Zucht:
Diese Fische
erreichen die Geschlechtsreife sehr früh nach ca. vier bis sechs Monaten.
Um eine hohe Laichbereitschaft zu erreichen, sind eine Wassertemperatur von 24–26 °C und ein leicht alkalischer pH-Wert ideal.
Für eine optimale Aufzucht der Fischlarven sollte das Wasser im Aufzuchtbecken keine Salinität aufweisen, da diese Art aus reinen Süßwasserhabitaten stammt.
Die Paarung findet in der Regel in den frühen Morgenstunden statt. Dabei schwimmt das Männchen aufgeregt um das Weibchen herum, spreizt seine Flossen und versucht, es in Richtung feingliedriger Pflanzen oder eines Laichmopps zu treiben. Zeigt das Weibchen Interesse, schwimmen beide Tiere eng nebeneinander her. Dabei stupst das Männchen das Weibchen oft sanft an der Flanke oder unter dem Bauch an.
Das Männchen schmiegt sich eng an das Weibchen und umschließt mit seiner Afterflosse dessen Bauchregion. Es scheint, als würde es sie „umarmen”. In dieser Position werden die Eier aus der Genitalöffnung des Weibchens gepresst und gleichzeitig vom Männchen befruchtet. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden.
Nach der Trennung hängen die befruchteten Eier (meist 10 bis 30 Stück) wie eine kleine Weintraube an der Geschlechtsöffnung des Weibchens. Sie sind durch feine Haftfäden miteinander verbunden. Das Weibchen schwimmt nun einige Zeit (Minuten bis Stunden) mit diesem Eipaket umher, bevor es gezielt durch Pflanzen oder Moose schwimmt. Dabei bleiben die klebrigen Eier an den Blättern hängen und sind dort sich selbst überlassen.
Da die Männchen sehr ausdauernd werben, empfiehlt sich im Aquarium ein Überschuss an Weibchen (z. B. ein Männchen auf zwei bis drei Weibchen), damit die einzelnen Weibchen nicht zu sehr gestresst werden.
Bei einer Wassertemperatur von 24 bis 26 °C schlüpfen die Larven nach etwa 10 bis 14 Tagen. Je wärmer das Wasser ist, desto schneller entwickeln sich die Embryonen im Ei. In den ersten Tagen nach dem Schlüpfen zehren die Larven noch kurz von ihrem Dottersack, suchen dann aber sofort nach Kleinstnahrung.
Die winzigen Larven sollten zunächst mit Staubfutter gefüttert werden. Ein Büschel Javamoos aus einem eingefahrenen Becken liefert natürliche Mikroorganismen. Sobald die Larven nach etwa vier bis sieben Tagen groß genug sind, können sie mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder Infusorien gefüttert werden.
Ab einem Alter von etwa 21 Tagen kann man dann auf fein zerriebenes Flockenfutter oder feines Granulat umsteigen. Grundsätzlich sollte man lieber mehrere kleine Portionen (3–5 x täglich) füttern. Da das Wasser in kleinen Aufzuchtbecken schnell belastet wird, sind regelmäßige, vorsichtige Wasserwechsel (ca. 10 % täglich) notwendig.
Diese Fische sind Laichräuber. Wenn man viele Jungfische aufziehen möchte, sollte man entweder die Eier absammeln oder die Elterntiere aus dem Zuchtbecken entfernen.
Die Jungfische sollten erst wieder zu den Elterntieren gesetzt werden, wenn sie zu groß sind, um gefressen zu werden. Dies ist nach etwa acht Wochen der Fall.
Fortpflanzung
(siehe unter "Aquaristik")
Nahrung
Der Neonreisfisch (Oryzias woworae) ernährt sich in der Natur hauptsächlich von Zooplankton wie beispielsweise Mückenlarven, Wasserflöhen, kleinen Würmern sowie von Anflugnahrung. Dazu zählen kleine Insekten, Blattläuse oder Fruchtfliegen, die ins Wasser fallen.
Krankheiten
Der Neonreisfisch (Oryzias woworae) ist eine allgemein als robust und anpassungsfähig geltende Fischart. Dennoch können auch diese Fische bei Stress, beispielsweise durch schlechte Wasserqualität, hohe Temperaturen oder falschen Besatz, verschiedene Fischkrankheiten bekommen.
häufige Krankheiten bei Reiskärpflingen:
- Maul- oder Flossenfäule
Wie der Name dieser Krankheit bereits vermuten lässt, bilden sich milchig weiße Stellen an den Flossen, an den Rändern der Schuppen und im Bereich des Fischmauls [weiterlesen...] - Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthiriose)
Erste Anzeichen sind Bewegungsunlust und Nahrungsverweigerung. Nach wenigen Tagen zeigen sich die namensgebenden weißen Pünktchen der herangewachsenen Parasiten in der Haut [weiterlesen...] - Samtkrankheit (Oodinium) (Parasit: Piscinoodinium pillulare)
Bei einem starken Befall erscheint die Haut „samtartig”, daher der Name „Samtkrankheit”. Die Färbung dieses samtartigen Belags ist meistens golden-gelblich. Die Kiemen der befallenen Fische sind außerdem stark verschleimt [weiterlesen...] - Kiemenwürmer (Dactylogyrus)
Dieser Parasit legt Eier, um sich zu vermehren. Er stirbt nach der Eiablage. Wenn seine Larven nicht innerhalb eines Tages einen Wirt finden, sterben auch sie [weiterlesen...] - Infektiöse Bauchwassersucht
Die Infektiöse Bauchwassersucht kann man beispielsweise an einer extrem angeschwollenen Bauchseite eines Fisches erkennen [weiterlesen...] - Maul- oder Flossenfäule (Columnaris-Krankheit)
Die Ursachen für diese Erkrankung sind in den meisten Fällen schlechte Haltungsbedingungen oder Stressfaktoren. Obwohl sich die Erreger in der Regel in fast jedem Aquarium befinden, können sie gesunden Fischen nichts anhaben [weiterlesen...] - Pilzerkrankung (Mykose)
Eine Pilzerkrankung (Mykose) oder Pilzinfektion tritt stets als Sekundärinfektion auf. Pilzerkrankungen werden auch „Fischschimmel” oder „Wasserschimmel” genannt [weiterlesen...]
Literaturhinweis
- FishBase (englisch)
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