Fischlexikon: die Familie "Pomacanthidae" (Kaiserfische)


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Kaiserfische (Pomacanthidae)

Systematik

Familie:
Pomacanthidae
(Kaiserfische)


Klasse:
Osteichthyes
(Knochenfische)

Pomacanthidae (Kaiserfische)

Die Kaiserfische (Pomacanthidae) zählen zu den farbenprächtigsten Fischen überhaupt. Früher wurden sie als Unterfamilie der Falterfische (Chaetodontidae) geführt, jedoch hat man im Laufe der Zeit so viele Unterschiede auch morphologischer Art festgestellt, dass sie in eine eigene Familie gestellt wurden.


Verbreitung

Kaiserfische (Pomacanthidae) leben in den tropischen Bereichen aller Weltmeere, neun Arten im Atlantik, die anderen im Indischen Ozean und Pazifik. Sie leben immer in Nachbarschaft von Korallen- oder Felsriffen.


Anatomie/Merkmale

Kaiserfische (Pomacanthidae) sind meist sehr farbige, hochrückige und seitlich stark abgeflachte Tiere. Charakteristisch für die Familie ist ein kräftiger, nach hinten gerichteter Dorn, den sie am unteren Kiemenrand tragen und der oft farbig abgesetzt ist. Dieser Dorn ist auch das sicherste Unterscheidungsmerkmal zu den oft recht ähnlichen Falterfischen, die ihn niemals tragen.

Die Länge der Kaiserfische liegt zwischen 6 und 60 Zentimeter. Junge Kaiserfische sind oft völlig anders gefärbt. So können sie in den Revieren der Alten leben, ohne vertrieben zu werden, denn ausgewachsene Kaiserfische weisen ein aggressives Revierverhalten gegenüber Artgenossen auf. Der Unterschied in der Färbung ist so groß, dass man die Jungtiere für eigene Arten hielt.

Kaiserfische leben meist paarweise oder in kleinen Haremsgruppen, die aus einem Männchen und mehreren Weibchen bestehen. Sie haben im Riff feste Reviere, die sie gegen Rivalen verteidigen. Die Reviere können bei Großkaiserfischen über 1000 m² groß sein, bei Zwergkaiserfischen können sie auch nur einen einzelnen Steinkorallenstock umfassen. Die Territorien werden energische gegenüber Konkurrenten verteidigt. Kaiserfische der Gattung Pomacanthus können dabei deutlich hörbare „Knacklaute“ erzeugen.

Ernährung

Kaiserfische ernähren sich äußerst unterschiedlich. Einige Arten sind Generalisten und nutzen eine breite Nahrungspalette von Algen bis Kleintieren, andere sind Spezialisten und fressen zum Beispiel nur Schwämme oder Algen.

Die Rauchkaiserfische (Apolemichthys) ernähren sich zum Beispiel fast ausschließlich von Schwämmen, Lyrakaiserfische (Genicanthus) von Zooplankton und Zwergkaiserfische (Centropyge) bevorzugen Algen. Juvenile (junge) Kaiserfische – in einigen Regionen, wie z. B. den Gewässern um die Galapagos-Inseln auch adulte (erwachsene) – putzen oft größere Fische und fressen ihnen die Parasiten von der Haut.

Fortpflanzung

Kaiserfische sind proterogyne Zwitter. Geschlechtsreife Tiere sind zunächst weiblich und wandeln sich später bei Bedarf in Männchen um. Alle Kaiserfische laichen nach einem Balzritual gewöhnlich bei Sonnenuntergang im freien Wasser. Dabei werden tausende Eier abgegeben. Die Larven schlüpfen nach einigen Stunden, sind sehr klein, werden von einem Öltröpfchen in der Schwebe gehalten und besitzen einen großen Dottersack, der ihnen in den ersten Tagen als Nahrungsquelle dient.

In Hawaii ist einem Züchter die Nachzucht von verschiedenen Arten der Zwergkaiserfische (Centropyge) im Aquarium gelungen.


Systematik

Es gibt etwa 85 Arten:

  • Rauchkaiserfische (Apolemichthys)
  • Zwergkaiserfische (Centropyge)
  • Paracentropyge
  • Samtkaiserfische (Chaetodontoplus)
  • Lyrakaiserfische (Genicanthus)
  • Engelfische (Holacanthus)
  • Eigentliche Kaiserfische (Pomacanthus)
  • Pfauen-Kaiserfische (Pygoplites)

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