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Fischlexikon: die Gattung "Aspidoras"
| Systematik | |
|---|---|
| Gattung: | Aspidoras |
| Familie: | Callichthyidae (Panzer- und Schwielenwelse) |
| Ordnung: | Siluriformes (Welsartige) |
Aspidoras
Aspidoras ist eine Gattung kleiner Süßwasserfische aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae) innerhalb der Ordnung der Welsartigen (Siluriformes).
Inhalt
- Verbreitung, Lebensraum
- Merkmale
- Haltung im Aquarium
- Fortpflanzung
- Ernährung
- Fischkrankheiten
- Artenverzeichnis (Systematik)
Verbreitung, Lebensraum
Aspidoras-Arten sind in den Süßgewässern Südamerikas heimisch. Sie stammen aus Brasilien, wo sie im zentralen und östlichen Teil des Brasilianischen Schildes endemisch verbreitet sind.
Sie leben dort vom Oberlauf des Rio Xingu im Westen bis zum Oberlauf des Rio Itapicuru im Osten sowie vom Rio Acarau-System im Norden bis zum Oberlauf des Rio Paraná im Süden.
Diese Welse bevorzugen meist kleinere, flache und fließende Gewässer mit moderater bis kräftiger Strömung wie schattige Waldbäche, Oberläufe von Flüssen sowie saisonal überflutete Gebiete.
Sie leben bodenorientiert auf weichem, sandigem Bodengrund, der oft mit Detritus, Steinen, feinem Kies und einer dicken Schicht aus abgefallenem Laub bedeckt ist.
Diese Gewässer haben in der Regel einen pH-Wert von 6,0 bis 7,5, eine Gesamthärte von 2 bis 14 °dH und eine Wassertemperatur von etwa 22 bis 26 °C.
Ihre Heimatgewässer entstammen meist höher gelegenen Regionen mit jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen. Sie bevorzugen daher wärmere und auch kühlere Phasen.
Merkmale
Die Körperform der Aspidoras-Arten ist schlank, spindelförmig und seitlich abgeflacht. Im Vergleich zu anderen Arten der Familie Callichthyidae sind sie deutlich schmaler gebaut.
Der Vorderkörper ist schwach hochrückig. Die höchste Stelle des Körpers befindet sich unter dem Ansatz der Rückenflosse. Die Rückenlinie ist deutlich stärker gebogen als die Bauchlinie.
Die Schnauze der Gattung Aspidoras ist vorne abgerundet, der Kopf sitzt relativ hoch. Die Augen sind, besonders bei Zwergformen, auffallend klein und deutlich kleiner als bei den meisten Arten der Gattung Corydoras.
Die Haut der Schnauze ist meist nackt oder nur spärlich mit winzigen, isolierten Knochenplättchen bedeckt. Im Unterschied zu allen anderen Gattungen der Panzerwelse, die nur eine Schädelfontanelle (Knochenlücke im Schädeldach) besitzen, haben Aspidoras-Arten zwei Schädelfontanellen. Das Mesethmoid ist kurz und hinten breit ausgebildet.
Das Maul der Aspidoras-Arten ist unterständig. Es zeigt stark nach unten, sodass der Wels den Boden perfekt nach Futter absuchen kann. Das Maul ist von zwei Paaren Maxillarbarteln (Oberkieferbarteln) und einem Paar Mandibularbarteln (Unterlippenbarteln) umgeben. Die Barteln sind relativ kurz und reichen nicht bis zu den Kiemenspalten. Sie dienen als Tast- und Geschmacksorgane.
Anstelle von Schuppen ist ihr Körper mit zwei Reihen von Knochenplatten bedeckt. Diese sind dachziegelartig angeordnet und überlappen sich, sodass die Fische gut gegen Fressfeinde geschützt sind. Die obere Reihe besteht in der Regel aus 22 bis 26 Platten, die untere aus 20 bis 24.
Wie alle echten Panzerwelse haben auch Aspidoras-Arten keine Knochenplatten zwischen der Rücken- und der Fettflosse.. Dies ist ein zentrales anatomisches Merkmal, durch das sie sich von der Unterfamilie der Schwielenwelse unterscheiden.
Das Seitenlinienorgan ist stark verkürzt. Porenorgane finden sich meist nur auf den ersten ein bis drei Knochenplatten direkt hinter dem Kopf.
Aspidoras-Arten verfügen über verhärtete Stacheln an der Rückenflosse, den Brustflossen und der Fettflosse. Die Stacheln der Rückenflosse und der Brustflosse sind kurz und kräftig. Sie sind am Flossenansatz mit Giftdrüsen, den sogenannten Achseldrüsen, versehen. Bei starkem Stress oder Verletzung können sie ein mildes Toxin abgeben, das Fressfeinde abschreckt. Die Stacheln sind modifizierte, sehr spitze Flossenstrahlen, die bei Gefahr senkrecht arretiert werden können.
Die Grundfärbung dieser Welse reicht von silbrig-grau, gelblich-grau bis hin zu zarten Hellbraun- oder Beigetönen, oft mit einem goldenen oder grünlichen Glanz auf den Flanken. Die Bauchseite ist stets hell, cremig-gelb bis weißlich und meist völlig zeichnungslos.
Oft zeigen diese Fische ein gesprenkeltes oder marmoriertes Muster. Ihr gesamter Körper, einschließlich des Kopfes, ist mit vielen dunklen, schwarzen oder dunkelbraunen Punkten und Flecken bedeckt. Diese Flecken verschmelzen häufig entlang der Körpermitte zu unregelmäßigen Längsbändern oder größeren Fleckenreihen. Auch die Flossen, insbesondere die Rücken- und Schwanzflosse, weisen oft Reihen aus feinen dunklen Punkten auf.
Die Weibchen der Aspidoras-Arten sind deutlich größer und kräftiger als die Männchen. Außerdem ist die Bauchseite der Weibchen während der Laichzeit stärker ausgebuchtet.
Haltung im Aquarium
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Aspidoras. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung angegeben.
Da Panzerwelse ein Darmatmer sind, nehmen sie auch Sauerstoff von der Wasseroberfläche auf. Sie sollten daher freien Zugang zur Oberfläche haben.
In regelmäßigen Abständen schießen die Fische blitzschnell an die Wasseroberfläche, um atmosphärische Luft aufzunehmen. Der Sauerstoff wird dann über den Darmtrakt veratmet.
Die Wasseroberfläche darf daher niemals vollständig mit Pflanzen bedeckt sein. Außerdem darf die Luft über dem Wasser nicht zu kühl sein, damit sich die Fische nicht erkälten. Am besten wird das Becken daher abgedeckt.
Aquarien für Panzerwelse sollten - je nach Art - ein Volumen von 100 bis 200 Litern haben und einen relativ niedrigen Wasserstand von etwa 40 bis 50 cm cm aufweisen.
Die Wassertemperatur sollte etwa zwischen 22 und 25 °C liegen, der pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 und die Gesamthärte zwischen 2 und 12 °dH betragen.
Die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen senkt den pH-Wert, puffert Schwankungen der Wasserwerte ab und stärkt das Immunsystem dieser Fische.
Im Hintergrund des Beckens sollte eine dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen wie beispielsweise Vallisneria natans, Anubias oder Javafarn, vorhanden sein. Es sollte jedoch auch ausreichend freier Schwimmraum vorhanden sein. Wichtiger als die Höhe ist die Grundfläche des Aquariums.
Wichtig ist ein dunkler, weicher und nicht scharfkantiger Bodengrund (ideal ist feiner Sand), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können, wenn sie den Boden „durchkauen” und nach Nahrung suchen.
Es sollten auch unbedingt Versteckmöglichkeiten wie Wurzeln (Moorkienholz), Steinaufbauten oder Tonröhren vorhanden sein.
Da diese sehr geselligen Fische ein ausgeprägtes Sozialverhalten besitzen, sollten sie unbedingt in Gruppen von mindestens 6 bis 10 Tieren gehalten werden. Sie dürfen niemals einzeln oder in kleineren Gruppen gehalten werden, da sie ansonsten verkümmern.
Da diese Welse empfindlich auf Nitrat reagieren, ist eine regelmäßige Reinigung des Bodengrunds sowie ein wöchentlicher Wasserwechsel zwingend erforderlich.
Diese Fische bevorzugen eine eher schwache Beleuchtung. Da sie in der Natur oft unter schattenspendenden Uferpflanzen leben, kann eine zu grelle Beleuchtung Stress verursachen. Schwimmpflanzen, wie beispielsweise Pistia stratiotes können dabei helfen, das Licht auf natürliche Weise zu dämpfen.
Fortpflanzung
Die nachfolgende Beschreibung gilt für die meisten Arten der Gattung Brochis. Abweichungen sind in der jeweiligen Artenbeschreibung aufgeführt.
Diese Fische erreichen in der Regel nach etwa 12 bis 17 Monaten die Geschlechtsreife.
Für die meisten Arten eignet sich ein gut bepflanztes Zuchtbecken mit einer Wassertemperatur von etwa 25 °C.
Das Wasser sollte klar, sauerstoffreich und bakterienarm sein. Der pH-Wert sollte sich zwischen 6,0 und 6,8 liegen und die Gesamthärte sollte 2 bis 8 °dH betragen. Empfohlen wird ein relativ niedriger Wasserstand von 20 bis 25 cm.
Die Vermehrung ist bei einigen Arten relativ einfach, bei anderen Arten wird eine große Erfahrung vorausgesetzt. Einige Arten konnten bisher noch nicht nachgezüchtet werden.
Bei den meisten Arten ist die Simulation der Regenzeit durch einen kräftigen Wasserwechsel mit kühlerem Wasser sowie eine intensive Fütterung mit proteinreicher Nahrung der entscheidende Auslöser für das Ablaichen.
Um die Regenzeit zu simulieren, sollte die Wassertemperatur im Zuchtbecken von etwa 25 °C kurzzeitig auf 20 bis 22 °C abgesenkt werden.
Eine starke Strömung (z. B. durch eine zusätzliche Strömungspumpe) steigert die Laichbereitschaft erheblich.
Das Zuchtbecken sollte mit mindestens zwei Männchen pro Weibchen besetzt werden, beispielsweise mit drei Weibchen und sechs Männchen. Die Männchen treiben das Weibchen dadurch intensiver an.
Bei der Paarung schwimmt das Weibchen unruhig durch das Becken und putzt potenzielle Laichstellen.
Die Männchen folgen ihm aufgeregt. Bei der Befruchtung stellt sich das Männchen quer vor den Kopf des Weibchens, sodass ihre Körper die Form eines „T” bilden.
Während dieser Stellung gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen nimmt dieses (vermutlich über das Maul oder die Kiemen) auf und leitet es zu den Eiern weiter.
Mit seinen Bauchflossen bildet das Weibchen eine kleine Tasche, in der es einige Eier auffängt. Anschließend sucht das Weibchen gezielt Stellen mit starker Wasserströmung auf.
Es säubert den Untergrund und heftet die stark klebenden Eier einzeln oder in kleinen Trauben unter Pflanzenblätter (z.B. Anubias oder Valisnerien), an Wurzeln, Filterrohre oder direkt an die Aquarienscheibe.
Je nach Art kann ein Weibchen pro Laichphase bis etwa 100 stark klebende Eier ablaichen. Da die Elterntiere Laichräuber sind, sollten die Eier oder die Elterntiere nach dem Ablaichen getrennt werden.
Der Schlupf der Fischlarven erfolgt, je nach Temperatur, nach etwa drei bis fünf Tagen. Nach weiteren zwei bis drei Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die Jungfische können mit Artemia-Nauplien, Essigälchen, Mikrowürmern oder feinem Flockenfutter gefüttert werden.
Nach ca. 10 bis 14 Tagen können gesiebte Cyclops, feines Frostfutter oder zerriebene Futtertabletten (z. B. mit Spirulina) gefüttert werden. Jungfische sollten drei bis sechs Mal täglich in kleinen Portionen gefüttert werden.
Für die Aufzucht der Larven sollte der Wasserstand im Aufzuchtbehälter drastisch auf 5 bis 10 cm abgesenkt werden. Da die Larven nach dem Aufbrauchen des Dottersacks zur Wasseroberfläche schwimmen müssen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, verkürzt ein niedriger Wasserstand diesen kraftzehrenden Weg und verhindert, dass sie ertrinken.
Die Jungfische reagieren äußerst empfindlich auf Nitrit und Keimdichte. Tägliche, kleine Wasserwechsel im Aufzuchtbecken sowie das Absaugen von Futterresten sind daher absolut überlebenswichtig. Zudem wird den Jungtieren in engen Behältern eine gewisse Aggressivität nachgesagt, weshalb sie frühzeitig ausreichend Platz benötigen.
Ernährung
Das Futter sollte abwechslungsreich sein und schnell sinken. Geeignete Futtersorten sind beispielsweise kleines Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven, Würmer), Frostfutter ((zum Beispiel Cyclops oder Tubifex) und Trockenfutter, zum Beispiel Welstabletten. Ab und zu kann auch etwas überbrühtes Gemüse gegeben werden.
Fischkrankheiten
Weitere Informationen zu Krankheiten der Panzer- und Schwielenwelse findet ihr in der Beschreibung der Familie Callichthyidae.
Systematik
Zurzeit gibt es etwa 18 beschriebene und viele bisher noch unbeschriebene Arten der Gattung Aspidoras (Stand:August 2026)
- Aspidoras albater
- Aspidoras aldebaran
- Aspidoras azaghal
- Aspidoras belenos
- Aspidoras brunneus
- Aspidoras carvalhoi
- Aspidoras depinnai
- Aspidoras fuscoguttatus
- Aspidoras gabrieli
- Aspidoras kiriri
- Aspidoras lakoi
- Aspidoras maculosus
- Aspidoras mephisto
- Aspidoras poecilus
- Aspidoras psammatides
- Aspidoras raimundi
- Aspidoras rochai
- spidoras velites
Literaturhinweise:
Bildrechte
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