Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Oryzias pectoralis (Männchen)
Oryzias pectoralis stammt aus Südostasien und kommt in Laos und Vietnam vor.
In Laos ist dieser Fisch im Mekong-Becken, etwa auf dem Nakai-Plateau im Einzugsgebiet des Nam Theun, verbreitet. In Vietnam wurde er in verschiedenen Provinzen gesichtet.
Oryzias pectoralis besiedelt stehende Gewässer und Marschland mit dichter Vegetation. Häufig findet man ihn in flachen, bewässerten Reisfeldern.
Auch in langsam fließenden Flüssen ist er in geschützten Uferbereichen mit geringer Strömung anzutreffen.
Aquaristik-Info
Temperatur: 22 °C – 26 °C
pH-Wert: 6,5 – 7,5
Gesamthärte: 5 – 15° dH
Aquariumgröße: ab etwa 54 Liter / 60 cm Länge (Aquariumvolumen berechnen)
Wasserregion: hauptsächlich knapp unter der Wasseroberfläche
Schwierigkeitsgrad: für Anfänger geeignet
Fütterung:
kleines Lebendfutter wie z. B. Artemia, Wasserflöhe, Cyclops, Mückenlarven, Tubifex sowie Frostfutter
Haltung:
Diese Fische sollten in einer Gruppe von sieben bis zehn Tieren gehalten werden. Sie bevorzugen klares, sauberes und nur schwach durchströmtes Wasser. Durch wöchentliche Teilwasserwechsel von ca. 20–30 % bleibt die Keimbelastung niedrig. Da die Fische keine starke Strömung mögen, reicht ein einfacher Luftheber aus.
Ein dunkler Bodengrund lässt die Farben der Fische besser zur Geltung kommen. Ideal ist feiner Sand oder Kies mit einer Körnung von 0,4 mm bis 1 mm.
Da diese Fische keine zu intensive Beleuchtung mögen, wird gedimmtes Licht oder eine Beschattung durch Schwimmpflanzen empfohlen. Da diese Fische gute Springer sind, ist eine Abdeckung zwingend erforderlich.
Eine dichte Bepflanzung mit feingliedrigen Wasserpflanzen (z.B. Tausendblatt, Hornkraut oder Javamoos) und Schwimmpflanzen (z. B. Froschbiss oder Wassersalat) bietet Versteckmöglichkeiten und Laichplätze. Es sollte jedoch auch genügend freier Schwimmraum vorhanden sein. Eine Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Arten, wie beispielsweise Zwergbärblingen ist problemlos möglich.
Da diese Fische nur oberflächennah fressen, sollte kein schnell absinkendes Futter, wie Granulate, verwendet werden.
Zucht:
Diese Fische
erreichen die Geschlechtsreife sehr früh nach ca. drei bis vier Monaten.
Für eine hohe Laichbereitschaft ist eine Wassertemperatur von 22–25 °C ideal. Eine tägliche Beleuchtungsdauer von ca. 13 bis 14 Stunden fördert die Eiablage.
Für eine optimale Aufzucht der Fischlarven sollte das Wasser im Aufzuchtbecken keine Salinität aufweisen, da diese Art aus reinen Süßwasserhabitaten stammt.
Bei der Paarung schwimmt das Männchen aufgeregt um das Weibchen herum, spreizt seine Flossen und versucht, es in Richtung feingliedriger Pflanzen oder eines Laichmopps zu treiben. Zeigt das Weibchen Interesse, schwimmen beide Tiere eng nebeneinander her. Dabei stupst das Männchen das Weibchen oft sanft an der Flanke oder unter dem Bauch an.
Das Männchen schmiegt sich eng an das Weibchen und umschließt mit seiner Afterflosse dessen Bauchregion. Es scheint, als würde es sie „umarmen”. In dieser Position werden die Eier aus der Genitalöffnung des Weibchens gepresst und gleichzeitig vom Männchen befruchtet. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden.
Nach der Trennung hängen die befruchteten Eier (meist 10 bis 30 Stück) wie eine kleine Weintraube an der Geschlechtsöffnung des Weibchens. Sie sind durch feine Haftfäden miteinander verbunden. Das Weibchen schwimmt nun einige Zeit (Minuten bis Stunden) mit diesem Eipaket umher, bevor es gezielt durch Pflanzen oder Moose schwimmt. Dabei bleiben die klebrigen Eier an den Blättern hängen und sind dort sich selbst überlassen.
Da die Männchen sehr ausdauernd werben, empfiehlt sich im Aquarium ein Überschuss an Weibchen (z. B. ein Männchen auf zwei bis drei Weibchen), damit die einzelnen Weibchen nicht zu sehr gestresst werden.
Bei einer Wassertemperatur von 22 bis 25 °C schlüpfen die Larven nach etwa 10 bis 14 Tagen. Je wärmer das Wasser, desto schneller entwickeln sich die Embryonen im Ei. In den ersten Tagen nach dem Schlüpfen zehren die Larven noch kurz von ihrem Dottersack, suchen dann aber sofort nach Kleinstnahrung.
Die winzigen Larven sollten zunächst mit Staubfutter gefüttert werden. Ein Büschel Javamoos aus einem eingefahrenen Becken liefert natürliche Mikroorganismen. Sobald die Larven nach etwa vier bis sieben Tagen groß genug sind, können sie mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder Infusorien gefüttert werden.
Ab einem Alter von etwa 21 Tagen kann man dann auf fein zerriebenes Flockenfutter oder feines Granulat umsteigen. Grundsätzlich sollte man lieber viele kleine Portionen (3–5 x täglich) füttern. Da das Wasser in kleinen Aufzuchtbecken schnell belastet wird, sind regelmäßige, vorsichtige Wasserwechsel (ca. 10 % täglich) notwendig.
Diese Fische sind Laichräuber. Wenn man viele Jungfische aufziehen möchte, sollte man entweder die Eier absammeln oder die Elterntiere aus dem Zuchtbecken entfernen.
Die Jungfische sollten erst wieder zu den Elterntieren gesetzt werden, wenn sie zu groß sind, um gefressen zu werden. Dies ist nach etwa acht Wochen der Fall.