Fisch-Gattungen




Reiskärpflinge (Oryzias) sind eine Gattung kleiner Süß- und Brackwasserfische aus der Familie der Reisfische (Adrianichthyidae) und der Ordnung der Hornhechtartigen (Beloniformes).
Reiskärpflinge (Oryzias) sind in Süß- und Brackgewässern Ost- und Südasiens heimisch.
Während viele Arten in Küstennähe leben, sind andere in überschwemmten Reisfeldern, Teichen, kleinen Tümpeln, Seen und flachen Flussabschnitten zu finden.
Arten, die in Küstennähe leben, sind äußerst tolerant gegenüber dem Salzgehalt und können in Wasser mit einer Salinität von bis zu ca. 30 ppt tolerieren.
Die Wassertemperatur in den Heimatgewässern dieser Fische beträgt in der Regel 30 °C.
Die Körperform der Reiskärpflinge (Oryzias) ist in der Regel gestreckt und seitlich abgeflacht. Einige Arten sind etwas hochrückig.
Reiskärpflinge können maximal etwa 6,5 cm lang werden. Ihre Rückenlinie ist gradlinig und ihre vordere Bauchseite ist, besonders bei trächtigen Weibchen, nach außen gewölbt.
Das Maul ist oberständig (der Oberkiefer ist etwas länger). Dies ist typisch für Fische, die ihre Nahrung bevorzugt nahe der Wasseroberfläche aufnehmen.
Die Rückenflosse sitzt weit hinten am Körper und endet kurz vor der Schwanzflosse. Die Brustflossen setzen relativ weit oben an und sind relativ groß.
Wildformen zeigen in der Regel eine gräuliche bis silbrige Färbung; lediglich die Männchen zeigen während der Paarungszeit intensivere Farben. Es existieren jedoch zahlreiche Zuchtformen des Japanischen Reiskärpflings.
Diese Fische erreichen bereits nach einigen Monaten die Geschlechtsreife.
Um eine hohe Laichbereitschaft zu erreichen, sind je nach Art eine Wassertemperatur von 22–28 °C sowie ein leicht alkalischer pH-Wert ideal.
Die Paarung findet in der Regel in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden statt. Dabei schwimmt das Männchen aufgeregt um das Weibchen herum, spreizt seine Flossen und versucht, es in Richtung feingliedriger Pflanzen oder eines Laichmopps zu treiben.
Zeigt das Weibchen Interesse, schwimmen beide Tiere eng nebeneinander her. Dabei stupst das Männchen das Weibchen oft sanft an der Flanke oder unter dem Bauch an.
Das Männchen schmiegt sich eng an das Weibchen und umschließt mit seiner Afterflosse dessen Bauchregion. Es scheint, als würde es sie „umarmen”. In dieser Position werden die Eier aus der Genitalöffnung des Weibchens gepresst und gleichzeitig vom Männchen befruchtet. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden.
Nach der Trennung hängen bei vielen Arten die befruchteten Eier wie eine kleine Weintraube an der Geschlechtsöffnung des Weibchens. Sie sind durch feine Haftfäden miteinander verbunden. Das Weibchen schwimmt nun einige Zeit (Minuten bis Stunden) mit diesem Eipaket umher, bevor es gezielt durch Pflanzen oder Moose schwimmt. Dabei bleiben die klebrigen Eier an den Blättern hängen und sind dort sich selbst überlassen.
Da die Männchen sehr ausdauernd werben, empfiehlt sich im Aquarium ein Überschuss an Weibchen (z. B. ein Männchen auf zwei bis drei Weibchen), damit die einzelnen Weibchen nicht zu sehr gestresst werden.
Die Larven schlüpfen nach etwa 10 bis 19 Tagen. Je wärmer das Wasser ist, desto schneller entwickeln sich die Embryonen im Ei.
In den ersten Tagen nach dem Schlüpfen zehren die Larven noch kurz von ihrem Dottersack, suchen dann aber sofort nach Kleinstnahrung.
Die winzigen Larven sollten zunächst mit Staubfutter gefüttert werden. Ein Büschel Javamoos aus einem eingefahrenen Becken liefert natürliche Mikroorganismen. Sobald die Larven nach etwa vier bis sieben Tagen groß genug sind, können sie mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder Infusorien gefüttert werden.
Ab einem Alter von etwa 21 Tagen kann man dann auf fein zerriebenes Flockenfutter oder feines Granulat umsteigen. Grundsätzlich sollte man lieber mehrere kleine Portionen (3–5 x täglich) füttern. Da das Wasser in kleinen Aufzuchtbecken schnell belastet wird, sind regelmäßige, vorsichtige Wasserwechsel (ca. 10 % täglich) notwendig.
Diese Fische sind Laichräuber. Wenn man viele Jungfische aufziehen möchte, sollte man entweder die Eier absammeln oder die Elterntiere aus dem Zuchtbecken entfernen.
Die Jungfische sollten erst wieder zu den Elterntieren gesetzt werden, wenn sie zu groß sind, um gefressen zu werden. Dies ist nach etwa acht Wochen der Fall.
Reiskärpflinge (Oryzias) ernähren sich in der Natur hauptsächlich von Zooplankton wie beispielsweise Mückenlarven, Wasserflöhen, kleinen Würmern sowie von Anflugnahrung. Dazu zählen kleine Insekten, Blattläuse oder Fruchtfliegen, die ins Wasser fallen.
Reiskärpflinge (Oryzias) sind eine allgemein als robust und anpassungsfähig geltende Fischart. Dennoch können auch diese Fische bei Stress, beispielsweise durch schlechte Wasserqualität, hohe Temperaturen oder falschen Besatz, verschiedene Fischkrankheiten bekommen.
häufige Krankheiten bei Reiskärpflingen:
Zurzeit gibt es laut FishBase etwa 33 Arten der Gattung Reiskärpflinge (Oryzias) (Stand:21. März 2026)
Literaturhinweise:
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