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Fischlexikon: Nördlicher Medaka (Oryzias sakaizumii)


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Süßwasserfische"

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Name: Nördlicher Medaka
Ordnung: Beloniformes
(deutsch) Hornhechtartige
Familie: Adrianichthyidae
(deutsch) Reisfische
Gattung: Oryzias
Gattung+Art: Oryzias sakaizumii
Gesamt: 3172 Fischarten

Übersicht

Der Nördliche Medaka (Oryzias sakaizumii) ist ein Süß- und Brackwasserfisch aus der Familie der Reisfische (Adrianichthyidae) und der Ordnung der Hornhechtartigen (Beloniformes). Er kann eine Länge von etwa vier Zentimetern erreichen. Sein englischer Name lautet „Northern medaka”.

Derzeit sind zwei japanische Arten beschrieben: der Südliche Medaka (Oryzias latipes), auch Japanischer Reiskärpfling genannt, und der Nördliche Medaka (die hier beschriebene Art). Alle Japanischen Reisfische , egal ob Wild- oder Zuchtformen, werden mit dem Trivialnamen Medaka bezeichnet.

Medakas zählen in In Japan zu den beliebten Haustieren und werden gerne in hübschen Keramikgefäßen oder Miniteichen auf Balkonen oder Terrassen präsentiert.

Aus den verschiedenen farbigen Hybriden wurden in Japan mittlerweile über 1.000 benannte Farbvarianten gezüchtet. Bekannte Farbbezeichnungen sind beispielsweise „Youkihi” bzw. „Yang Guifei” (orange/rot), „Miyuki” (metallisch-silberblauer Rücken), „Akari Aurora” (dunkle Schuppen mit unregelmäßig verteilten Silberschuppen) oder „Full Black” (tiefschwarz).

Obwohl der Medaka als Zierfisch in unzähligen Zuchtformen weltweit verbreitet ist und in der Aquaristik eine stabile Position einnimmt, gilt die ursprüngliche Wildpopulation in Japan als bedroht. Als Bedrohungen dieser Art gelten unter anderem Flurbereinigungen, der Einsatz von Pestiziden und die Konkurrenz durch eingeführte invasive Arten, wie beispielsweise der Koboldkärpfling (Gambusia affinis).


Merkmale

Nördlicher Medaka (Weibchen)

Nördlicher Medaka (Weibchen)

Merkmale des Nördlichen Medakas:

  • der Körper des Nördlichen Medakas ist schlank, langgestreckt und seitlich abgeflacht
  • sein Maul ist endständig oder schwach oberständig (der Oberkiefer ist etwas länger)
  • die mittelgroßen Augen sind in der Regel hellblau gefärbt und ragen nicht über den Kopf hinaus
  • er besitzt fünf bis sechs Branchiostegalstrahlen
  • der Körper des Nördlichen Medakas ist von relativ großen Cycloidschuppen bedeckt
  • eine Seitenlinie ist nicht vorhanden. Zudem fehlen das Pflugscharbein (Vomer), das äußere Flügelbein (Pterygoid), das Metapterygoid und das Supracleithrum
  • die natürliche Färbung ist hellbraun, es existieren jedoch zahlreiche Zuchtformen. Die Bauchseite ist hellgelb. Der Körper ist teilweise transparent
  • in der Regel sind alle Flossen gelblich-transparent, während die Schwanzflosse gelbe Bänder bzw. Streifen zeigt
  • am dem Hinterkörper zeigen sich auf den Körperseiten unregelmäßig angeordnete schwarze Flecken und silbrige Schuppen
  • der komplette Körper beider Geschlechter ist mit zahlreichen winzig kleinen Pigmentzellen (Melanophoren) bedeckt
  • bei vielen Exemplaren zeigt sich auf den den Kiemendeckeln ein rötlicher Bereich
  • die Rückenflosse des Nördlichen Medakas sitzt weit hinten am Körper und endet kurz vor der Schwanzflosse. Bei den Männchen ist die Flossenmembran zwischen den Rückenflossenstrahlen 5 und 6 tief eingekerbt
  • die Schwanzflosse endet annähernd gerade
  • bei den Männchen sind die Strahlen der Rückenflosse und der Afterflosse deutlich verlängert
  • bei den Weibchen sind die Strahlen der Brustflossen zum Teil verlängert. Diese können fast bis zur Afterflosse reichen. Eine Kerbe in der Membran der Rückenflosse ist nicht vorhanden
  • Japanische Reiskärpflinge sind euryhalin und vertragen große Schwankungen des Salzgehalts im Wasser (Salinität)

Größe

Der Nördliche Medaka (Oryzias sakaizumii) wird maximal etwa 3,7 Zentimeter lang.


Maximales Alter

Der Nördliche Medaka (Oryzias sakaizumii) kann in Gefangenschaft etwa zwei bis drei Jahre alt werden.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Nördlicher Medaka (Oryzias sakaizumii)

Nördlicher Medaka (Oryzias sakaizumii)

Der Nördliche Medaka (Oryzias sakaizumii) ist entlang der Küste des Japanischen Meeres in der nördlichen Hälfte der Hauptinsel Honshū sowie an der Pazifikküste von Momoishi in der Präfektur Aomori bis Tango im Bezirk Tajima in der Präfektur Hyōgo verbreitet.

Im Westen reicht die Verbreitung des Nördlichen Medaka bis Hamasaka.

Er kommt in Teichen, Sümpfen und Bächen vor, beispielsweise in den Bewässerungskanälen von Reisfeldern und in flachen Schwemmlandniederungen. Diese Fische sind hervorragend an das Leben in temporären Auenfeuchtgebieten angepasst.


Aquaristik-Info

Temperatur: 6 °C – 28 °C (vorzugsweise 18 – 24 °C, eine Winterpause mit ca. 20 °C wird empfohlen)
pH-Wert: 6,8 – 8,0
Gesamthärte: 9 – 25° dH
Karbonathärte (°KH): 3 – 10
Aquariumgröße: ca. 60 x 30 x 30 cm (Aquariumvolumen berechnen)
Haltung im Gartenteich: im Sommer ja, im Winter nein
Wasserregion: hauptsächlich knapp unter der Wasseroberfläche
Schwierigkeit: für Anfänger geeignet

Fütterung:
kleines Lebendfutter wie z. B. Artemia, Wasserflöhe, Cyclops, Mückenlarven, Tubifex, Frostfutter

Haltung:
Diese Fische sollten in einer kleinen Gruppe von fünf bis acht Tieren gepflegt werden. Sie bevorzugen klares, sauberes und nur schwach durchströmtes Wasser. Wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa 20–30 % halten die Keimbelastung niedrig. Ein einfacher Schwammfilter oder Luftheber reicht aus, da die Fische keine starke Strömung mögen.

Ein dunkler Bodengrund lässt die Farben der Fische besser zur Geltung kommen. Ideal ist feiner Sand oder Kies mit einer Körnung von 0,4 mm bis 1 mm.

Da diese Fische keine zu intensive Beleuchtung mögen, wird gedimmtes Licht oder eine Beschattung durch Schwimmpflanzen empfohlen. Da Nördliche Medakas gute Springer sind, ist eine Abdeckung zwingend erforderlich.

Eine dichte Bepflanzung mit feingliedrigen Wasserpflanzen (z.B. Tausendblatt, Hornkraut oder Javamoos) und Schwimmpflanzen (z. B. Froschbiss oder Wassersalat) bietet Versteckmöglichkeiten und Laichplätze. Es sollte jedoch auch genügend freier Schwimmraum vorhanden sein.

Da diese Fische nur oberflächennah fressen, sollte kein schnell absinkendes Futter, wie Granulate, verwendet werden.

Zucht:
Nördliche Medakas sind nach ca. 10 bis 12 Wochen (in manchen Fällen bis zu 5 Monaten) geschlechtsreif.

Für eine hohe Laichbereitschaft ist eine Wassertemperatur von 22–26 °C ideal. Sie laichen jedoch auch bei Raumtemperatur (16–24 °C). Eine tägliche Beleuchtungsdauer von ca. 13 bis 14 Stunden fördert die Eiablage.

Die Paarung erfolgt in der Regel am frühen Morgen. Dabei umschlingt das Männchen das Weibchen mit seiner ausgezogenen Afterflosse, klappt die gekerbte Rückenflosse um den Rücken des Weibchens und befruchtet dann die Eier.

Die Weibchen tragen die Eier zunächst in Form einer Traube am After, bevor sie diese an feingliedrigen Pflanzen oder Substraten abstreifen. Laichmopps (aus Acrylwolle) oder feine Pflanzen wie Javamoos oder Hornkraut sind essenziell. Da diese Fische ihre Eier fressen, sollten die Laichmopps täglich abgesammelt werden. Ältere Weibchen produzieren fast täglich neue Eier.

Um das Risiko einer Pilzinfektion zu verringern, können die Eier in einem separaten Gefäß mit etwas Methylenblau behandelt oder in frischem Wasser mit viel Sauerstoff (z. B. durch regelmäßigen Wasserwechsel) gehalten werden.

Der Schlupf der Larven erfolgt je nach Temperatur nach sieben bis 14 Tagen. Die Jungfische ernähren sich die ersten zwei bis drei Tage vom Dottersack. Danach benötigen sie feinstes Staubfutter, Artemia-Nauplien oder Infusorien.

Ein täglicher Wasserwechsel (ca. 50 %) im Aufzuchtbecken ist wichtig. Die Jungfische sollten erst zu den Elterntieren gesetzt werden, wenn sie zu groß sind, um gefressen zu werden, was nach etwa acht Wochen der Fall ist.

Bei der Zucht spezifischer Farbformen (wie Lame, Red King etc.) ist zu beachten, dass die Nachkommen oft nicht exakt wie die Elterntiere aussehen, da es sich um Hybride handelt.


Fortpflanzung

(siehe unter "Aquaristik")


Nahrung

Der Nördliche Medaka (Oryzias sakaizumii) ernährt sich in der Natur hauptsächlich von Mückenlarven, Wasserflöhen und Anflugnahrung. Dazu gehören kleine Insekten, Blattläuse oder Fruchtfliegen gehören, die ins Wasser fallen.


Krankheiten

Der Nördliche Medaka (Oryzias sakaizumii) ist eine allgemein als robust und anpassungsfähig geltende Fischart. Dennoch kann er bei Stress, beispielsweise durch schlechte Wasserqualität, hohe Temperaturen oder falschen Besatz, verschiedene Fischkrankheiten bekommen.

häufige Krankheiten bei Reiskärpflingen:

  • Maul- oder Flossenfäule
    Wie der Name dieser Krankheit bereits vermuten lässt, bilden sich milchig weiße Stellen an den Flossen, an den Rändern der Schuppen und im Bereich des Fischmauls [weiterlesen...]
  • Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthiriose)
    Erste Anzeichen sind Bewegungsunlust und Nahrungsverweigerung. Nach wenigen Tagen zeigen sich die namensgebenden weißen Pünktchen der herangewachsenen Parasiten in der Haut [weiterlesen...]
  • Samtkrankheit (Oodinium) (Parasit: Piscinoodinium pillulare)
    Bei einem starken Befall erscheint die Haut „samtartig”, daher der Name „Samtkrankheit”. Die Färbung dieses samtartigen Belags ist meistens golden-gelblich. Die Kiemen der befallenen Fische sind außerdem stark verschleimt [weiterlesen...]
  • Kiemenwürmer (Dactylogyrus)
    Dieser Parasit legt Eier, um sich zu vermehren. Er stirbt nach der Eiablage. Wenn seine Larven nicht innerhalb eines Tages einen Wirt finden, sterben auch sie [weiterlesen...]
  • Infektiöse Bauchwassersucht
    Die Infektiöse Bauchwassersucht kann man beispielsweise an einer extrem angeschwollenen Bauchseite eines Fisches erkennen [weiterlesen...]
  • Maul- oder Flossenfäule (Columnaris-Krankheit)
    Die Ursachen für diese Erkrankung sind in den meisten Fällen schlechte Haltungsbedingungen oder Stressfaktoren. Obwohl sich die Erreger in der Regel in fast jedem Aquarium befinden, können sie gesunden Fischen nichts anhaben [weiterlesen...]
  • Pilzerkrankung (Mykose)
    Eine Pilzerkrankung (Mykose) oder Pilzinfektion tritt stets als Sekundärinfektion auf. Pilzerkrankungen werden auch „Fischschimmel” oder „Wasserschimmel” genannt [weiterlesen...]

Literaturhinweis
  1. Wikipedia
  2. FishBase (englisch)
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