Fischlexikon: Schwarzer Seeteufel (Lophius budegassa)
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Salzwasserfische"
| Name: | Schwarzer Seeteufel | |
| Ordnung: | Lophiiformes | |
| (deutsch) | Armflosser | |
| Familie: | Lophiidae | |
| (deutsch) | Seeteufel | |
| Gattung: | Lophius | |
| Gattung+Art: | Lophius budegassa | |
| Gesamt: | 3232 Fischarten | |
Übersicht
Der Schwarze Seeteufel (Lophius budegassa) ist ein Salzwasserfisch, der eine maximale Länge von etwa 100 cm erreichen kann. Seine Durchschnittslänge beträgt etwa 50 cm.
Der Schwarze Seeteufel ist ein Fisch aus der Ordnung der Armflosser (Lophiiformes) und der Familie der Seeteufel (Lophiidae). Sein englischer Name lautet „Blackbellied angler“.
Der Schwarze Seeteufel stammt aus dem Ostatlantik (von den Britischen Inseln bis zum Senegal) sowie dem Mittelmeer.
Er lebt dort über sandigen, schlammigen oder felsigen Böden in Wassertiefen bis etwa 1.000 Metern.
Merkmale
Merkmale des Schwarzen Seeteufels:
- der Schwarze Seeteufel hat einen extrem großen, breiten und abgeflachten Kopf mit einem riesigen Maul, das mit kräftigen Zähnen besetzt ist
- der Schwarze Seeteufel ähnelt im Aussehen dem (gemeinen) Seeteufel (Lophius piscatorius). Er unterscheidet sich jedoch durch seine schwarze Bauchhaut in der Leibeshöhle. Außerdem besitzt er nur 8-10 Flossenstrahlen auf der zweiten Rückenflosse
- der Schwarze Seeteufel tarnt sich durch zahlreiche Hautanhänge an den Körperseiten, die ihn wie einen algenbewachsenen Stein aussehen lassen
- über dem Maul befindet sich ein modifizierter 1. Rückenflossenstrahl, die sogenannte Angel („Illicium”), an deren Spitze sich ein kleiner, fleischiger Köder (Esca) befindet. Mit diesem lockt er kleine Beutetiere an
- der Schwarze Seeteufel besitzt keine Schwimmblase. Da er sich hauptsächlich am Meeresboden aufhält und kaum im freien Wasser, benötigt er keinen hydrostatischen Auftrieb
- er benutzt seine kräftigen, armähnlichen Brust- und Bauchflossen, um sich über den Meeresgrund zu „bewegen“, oder er stößt für kurze Angriffe blitzschnell nach oben
- Flossenformel: D1 VI/0, D2 0/8-10, A 0/8-9, P 0/20-24, V 0/6
Größe
Der Schwarze Seeteufel (Lophius budegassa) erreicht eine maximale Länge von etwa 100 cm erreichen kann. Seine Durchschnittslänge beträgt etwa 50 cm. Das maximale Gewicht beträgt etwa 4 bis 5 Kilogramm.
Maximales Alter
Das maximal veröffentlichte Alter des Schwarzen Seeteufels (Lophius budegassa) beträgt 21 Jahre.
Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Schwarze Seeteufel (Lophius budegassa) stammt aus dem Ostatlantik (von den Britischen Inseln bis zum Senegal) sowie dem Mittelmeer.
Der Schwarze Seeteufel bevorzugt tiefe Gewässer und ist ein typischer Bodenbewohner.
Er lebt auf dem Meeresboden (benthisch) in Tiefen von meist 300 bis 650 Metern, im östlichen Ionischen Meer sogar in Tiefen von bis zu 1.000 Metern.
Der Schwarze Seeteufel bevorzugt sandige, schlammige oder felsige Böden, in denen er sich als Lauerjäger teilweise eingräbt, um auf Beute zu warten.
Fortpflanzung
Schwarze Seeteufel laichen rund um die Britischen Inseln in den Monaten April bis Juni. Hier laichen sie bis zu eine Million violette Eier ab. Diese werden in einem Laichband zusammenhalten, das 15 bis 45 cm breit und 8 bis 10 Meter lang sein kann.
Dieses Laichband treibt frei im Wasser und wird durch Wellengang und Strömungen auseinandergerissen. Dadurch wird der Laich weit verteilt.
Die schlüpfenden Larven leben pelagisch und halten sich mit ihren stark verlängerten Flossenstrahlen in der Schwebe. Sobald sie eine Länge von 6 - 9 cm erreicht haben, gehen sie zum Bodenleben über.
Nahrung
Die Hauptnahrung des Schwarzen Seeteufels (Lophius budegassa) sind bodennah lebende Fische. Außerdem frisst er Krabben, Hummer und Garnelen. Der Schwarze Seeteufel ist ein Lauerjäger, der sich im Sand oder Schlamm vergräbt und dort perfekt getarnt auf seine Opfer wartet.
Zum Beutefang nutzt er eine hochspezialisierte Jagdtechnik: Über dem Maul befindet sich ein modifizierter erster Rückenflossenstrahl, die sogenannte Angel („Illicium”). An dessen Spitze befindet sich ein kleiner, fleischiger Köder („Esca”), der wie ein kleiner, zappelnder Wurm oder ein Fischchen hin und her bewegt wird.
Neugierige Fische und Krebse werden von diesem Köder angelockt und schwimmen direkt vor das Maul des Schwarzen Seeteufels. Sobald sich das Opfer nah genug vor dem riesigen Maul befindet, reißt er dieses schnell auf. Der dadurch entstehende gewaltige Unterdruck saugt die Beute in den Schlund hinein. Dieser Vorgang dauert nur wenige Millisekunden.
Das Maul ist mit spitzen, nach innen gebogenen Zähnen besetzt. Diese lassen sich beim Einsaugen nach hinten umklappen, stellen sich danach aber sofort auf und verhindern so, dass die Beute wieder herausschwimmen kann.
Damit funktionieren sie wie eine Reuse: Die Beute kann leicht hineingleiten, aber nicht mehr nach draußen entkommen. Ein Schwarzer Seeteufel kann Fische fressen, die fast so groß sind wie er selbst. Vorausgesetzt, sie passen in sein Maul.
Bedeutung als Speisefisch
Der Schwarze Seeteufel ist ein äußerst beliebter und hochpreisiger Speisefisch. Kulinarisch wird er zusammen mit seiner Schwesterart, dem (gemeinen) Seeteufel (Lophius piscatorius), unter dem gemeinsamen Handelsnamen „Seeteufel” verkauft. Im Handel wird meist nicht zwischen den beiden Arten unterschieden.
Sein Fleisch ist mager, fest und sehr aromatisch. Bis auf die Wirbelsäule ist der Seeteufel grätenlos. Aufgrund seiner festen Struktur zerfällt das Fleisch nicht beim Braten, Grillen oder Dünsten und bleibt stets saftig. Im Handel wird meistens nur der küchenfertige Seeteufelschwanz ohne Kopf angeboten.
Frischen Seeteufel erkennt man daran, dass er nicht „riecht”. Nach dem Kauf sollte er möglichst schnell zubereitet werden, da sein Fleisch sehr schnell verdirbt.
Der Seeteufel versorgt unseren Körper mit wichtigen Nährstoffen wie beispielsweise Vitamin A, B2, B6, B12, Jod, wichtigen Mineralstoffen und Omega-3-Fettsäuren. Weitere Informationen zu den Nährwerten dieses Fisches gibt es [hier].
Leckere Seeteufel-Rezepte:
Krankheiten
Häufige Krankheiten bei Seeteufeln:
- Parasitäre Infektionen
Die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Erkrankung bei Seeteufeln wird durch den Einzeller Spraguea lophii verursacht. Dieser Parasit infiziert das Nervensystem des Fisches, insbesondere die Nervenganglien, das Rückenmark und das Gehirn. - Fadenwürmer (Nematoden)
Wie viele marine Raubfische nimmt auch dieser Seeteufel durch seine Beute verschiedene Fadenwürmer auf. [Weiterlesen...] - Ruderfußkrebse (Ektoparasiten)
Ruderfußkrebse können sich vorwiegend an den Kiemen oder in der Mundhöhle des Fisches festklammern. Ein starker Befall kann das Gewebe schädigen, die Atmung beeinträchtigen und Eintrittspforten für sekundäre bakterielle Infektionen bieten. [Weiterlesen...]
Literaturhinweis
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