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Fischlexikon der Süßwasserfische: Amerikanischer Seesaibling


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Name: Amerikanischer Seesaibling
Ordnung: Salmoniformes
(deutsch) Lachsartige
Familie: Salmonidae
(deutsch) Lachsfische
Gattung: Salvelinus
Gattung+Art: Salvelinus namaycush
Gesamt: 1926 Fischarten

Info

Seesaibling (Salvelinus umbla)

Amerikanischer Seesaibling

Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush), auch Amerikanische Seeforelle oder auch Kanadische Seeforelle genannt, ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Lachsfische (Salmonidae).

Der Amerikanische Seesaibling kann eine Länge von etwa 150 cm und ein Gewicht von etwa 46 kg erreichen. Seine englische Bezeichnung lautet „Lake trout”.

Der Amerikanische Seesaibling stammt aus dem Norden Nordamerikas, wo er in tiefen, kalten und sauerstoffreichen Seen beheimatet ist. In den Großen Seen (Great Lakes) ist er aufgrund von Überfischung, Überdüngung und der Zunahme des parasitischen Neunauges nahezu ausgerottet. In den letzten Jahren wurde der Amerikanische Seesaibling auch in Südamerika und in Bergseen Europas eingeführt.

Es existieren drei Unterarten des Amerikanischen Seesaiblings: den Gewöhnlichen Amerikanischen Seesaibling (Salvelinus namaycush namaycush), die Siscowet-Seeforelle (Salvelinus namaycush siscowet) und die seltenere Rush-Seeforelle (Salvelinus namaycush huronicus). In der Natur hybridisiert der Amerikanische Seesaibling bekanntermaßen mit dem Bachsaibling (Salvelinus fontinalis).


Maximales Alter

Die Lebenserwartung des Amerikanischen Seesaiblings (Salvelinus namaycush) beträgt mehr als 40 Jahre.


Merkmale

Seesaibling (Salvelinus umbla)

junger A. Seesaibling

Merkmale des Amerikanischen Seesaiblings:

  • der Amerikanische Seesaibling hat einen langgestreckten Körperbau. Je nach Habitat kann dieser seitlich abgeflacht, spindelförmig oder bei sehr großen Exemplaren bauchseitig kräftig ausfallen
  • das Maul des Amerikanischen Seesaiblings ist sehr groß und der Oberkiefer reicht deutlich hinter das Auge. Es ist mit kleinen, jedoch scharfen Zähnen besetzt
  • der große Kopf ist äußerst kräftig und oben flach
  • das Seitenlinienorgan ist vollständig ausgebildet und verläuft relativ geradlinig entlang der Körpermitte, wo es deutlich sichtbar ist
  • seine Körperfärbung ist grau-braun bis olivgrün auf den Körperflanken, der Rücken ist dunkler gefärbt (bis schwärzlich)
  • die Bauchseite des Amerikanischen Seesaiblings ist schmutzigweiß bis gelblich-orange gefärbt
  • die Männchen zeigen während der Paarungszeit einen dunklen Seitenstreifen und ihr Rücken wird heller
  • die Körperflanken, der Kopf und teilweise auch die Flossen des Amerikanischen Seesaiblings sind mit gelblich-weißen (niemals rötlichen) Punkten bedeckt
  • der gesamte Körper einschließlich Kopf und Flossen des Amerikanischen Seesaiblings ist mit unzähligen, unregelmäßigen hellgelben bis schmutzig-weißen Punkten und Flecken bedeckt. Auf dem Rücken können diese Flecken teilweise zu wurmartigen Streifen (Marmorierungen) verschmelzen, was optisch leicht an einen Hecht erinnert.
  • Brust-, Bauch- und Afterflossen besitzen einen hellweißen Saum. Die Schwanzflosse ist mittig tief eingeschnitten
  • die relativ kurze Rückenflosse beginnt kurz vor dem Ansatz der Bauchflossen
  • der Schwanzstiel des Amerikanischen Seesaiblings ist auffallend lang und schlank
  • der Amerikanische Seesaibling besitzt, wie alle Arten Saiblinge (Salvelinus), eine Fettflosse
  • Flossenstrahlen: D IV-V/8-10, A IV-V/8-10
  • Wirbelzahl: 61-69

Größe

Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) kann eine Länge von etwa 150 cm und ein Gewicht von etwa 46 kg erreichen. Durchschnittlich wird dieser Fisch jedoch nur etwa 40 bis 80 cm lang und 5 kg schwer.


Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen

Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) stammt ursprünglich aus der nördlichen Hälfte Nordamerikas, wo er in kalten, tiefen und sauerstoffreichen Seen lebte.

Der Amerikanische Seesaibling hält sich in den warmen Sommermonaten bevorzugt in tiefen, kühlen Bereichen auf. In den kälteren Jahreszeiten findet man ihn dagegen auch nahe der Wasseroberfläche und in flacheren Bereichen.

In den Großen Seen (Great Lakes) ist der Amerikanische Seesaibling wegen Überfischung, Überdüngung und des Befalls durch Neunaugen fast ausgestorben. Vorkommen gibt es noch im Südosten Kanadas (Ontario), in Quebec, Saskatchewan, Manitoba, in Alaska und in den Nordwest-Territorien Kanadas.

Der Amerikanische Seesaibling ist sehr empfindlich gegenüber veränderten Umweltbedingungen. Mittlerweile bemüht man sich, die Populationen durch Züchtungen in großen Anlagen aufrechtzuerhalten. Er wurde auch im Alpenraum in Europa erfolgreich angesiedelt.


Fortpflanzung

künstliche Besamung des Rogens

künstliche Besamung des Rogens

Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) wird erst relativ spät geschlechtsreif.

Abgelaicht wird in der Regel in südlichen Gebieten und meistens nachts, hauptsächlich in den Abendstunden zwischen 21:00 und 22:00 Uhr.

In seiner Heimat Amerika laicht der Fisch im Zeitraum von September bis November in tiefen Seen. Als Laichgründe werden Bereiche mit kiesigem Untergrund in Wassertiefen zwischen einem und 15 Metern aufgesucht.

Das Weibchen entfernt mit der Schwanzflosse Algen und Schlamm von den Steinen. Im Gegensatz zu Bachforellen (Salmo trutta fario) baut es jedoch keine tiefe Laichgrube.

Danach schwimmen ein oder mehrere Männchen um das Weibchen herum, drücken sich an seine Seite und beginnen zu zittern. Das Weibchen laicht seine Eier ab, die sofort von den Männchen befruchtet werden. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals, bis das Weibchen alle Eier abgelaicht hat. Zum Schluss bedeckt das Weibchen das Gelege mit Kies bzw. Sand.

Die Embryonen entwickeln sich über den gesamten Winter im kalten Wasser. Die Larven schlüpfen erst im darauffolgenden Frühjahr (März bis Mai). Nach dem Schlüpfen leben die Jungfische noch einige Wochen versteckt im Kies und zehren von ihrem Dottersack, bevor sie aktiv nach Nahrung suchen.


Nahrung

Je nach Habitat und Nahrungsangebot entwickelt sich der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) entweder zu einem kleinen, sich von Zooplankton, Insektenlarven, kleinen Wirbellosen und Krebstieren ernährenden Fisch oder zu einem großen Raubfisch, der sich von Fischen wie z. B. Maränen, Elritzen oder anderen kleineren Saiblingen und Forellenarten ernährt. Je nach Gewässer stehen auch größere auf seinem Speiseplan.


Fangmethoden

empfohlene Angelmethode

Posen-Schleppfischen, Fliegenfischen, Spinnfischen, Schleppen mit Sbirolinos
(die nachfolgenden Beschreibungen sind nur Vorschläge - natürlich können auch andere Methoden bzw. Gerätschaften benutzt werden)

Rute

Matchrute, Fliegenrute, Spinnrute, Sbirolinorute (3,30 - 4,60 m, ca. 30-60 gr. WG)

Rolle

Stationärrolle, Fliegenrolle

Hauptschnur

0,18 - 0,25 monofil

Vorfach, Montage

0,16 - 0,20

Haken, System

4er - 8er

Köder

Naturköder: Fliegenmaden, Bienenmaden, Würmer, Insekten, kleine Köderfische
Kunstköder: (Mini-) Wobbler, Spinner, künstliche Fliegen

Fangzeit

das ganze Jahr (außerhalb der Schonzeiten)

zusätzliche Tipps

Der Amerikanische Seesaibling ist ein guter Kämpfer und liefert einen spannenden Drill, weshalb nur gute Materialien verwendet werden sollten.

Im Winter verspricht das Eisangeln in Ufernähe gute Fangaussichten. Sobald das Eis im Frühjahr schmilzt, das Wasser jedoch noch kalt ist, sollte man es mit Fliegen- oder Spinnfischen versuchen.

In den warmen Sommermonaten steht der Amerikanische Seesaibling hingegen nur im tiefen und kühlen Wasser. Nun kann man ihn fast nur noch mit Schleppangeln, großen Blinkern oder beschwerten Köderfischen überlisten.



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