Fischlexikon: Amerikanischer Seesaibling (Salvelinus namaycush)
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Süßwasserfische"
| Name: | Amerikanischer Seesaibling | |
| Ordnung: | Salmoniformes | |
| (deutsch) | Lachsartige | |
| Familie: | Salmonidae | |
| (deutsch) | Lachsfische | |
| Gattung: | Salvelinus | |
| Gattung+Art: | Salvelinus namaycush | |
| Gesamt: | 3227 Fischarten | |
Übersicht
Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush), auch Amerikanische Seeforelle oder auch Kanadische Seeforelle genannt, ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Lachsfische (Salmonidae).
Der Amerikanische Seesaibling kann eine Länge von etwa 150 cm und ein Gewicht von etwa 46 kg erreichen. Seine englische Bezeichnung lautet „Lake trout”.
Der Amerikanische Seesaibling stammt aus dem Norden Nordamerikas, wo er in tiefen, kalten und sauerstoffreichen Seen beheimatet ist. In den Großen Seen (Great Lakes) ist er aufgrund von Überfischung, Überdüngung und der Zunahme des parasitischen Neunauges nahezu ausgerottet. In den letzten Jahren wurde der Amerikanische Seesaibling auch in Südamerika und in Bergseen Europas eingeführt.
Es existieren drei Unterarten des Amerikanischen Seesaiblings: den Gewöhnlichen Amerikanischen Seesaibling (Salvelinus namaycush namaycush), die Siscowet-Seeforelle (Salvelinus namaycush siscowet) und die seltenere Rush-Seeforelle (Salvelinus namaycush huronicus). In der Natur hybridisiert der Amerikanische Seesaibling bekanntermaßen mit dem Bachsaibling (Salvelinus fontinalis).
Merkmale
Merkmale des Amerikanischen Seesaiblings:
- der Amerikanische Seesaibling hat einen langgestreckten Körperbau. Je nach Habitat kann dieser seitlich abgeflacht, spindelförmig oder bei sehr großen Exemplaren bauchseitig kräftig ausfallen
- das Maul des Amerikanischen Seesaiblings ist sehr groß und der Oberkiefer reicht deutlich hinter das Auge. Es ist mit kleinen, jedoch scharfen Zähnen besetzt
- der große Kopf ist äußerst kräftig und oben flach
- das Seitenlinienorgan ist vollständig ausgebildet und verläuft relativ geradlinig entlang der Körpermitte, wo es deutlich sichtbar ist
- seine Körperfärbung ist grau-braun bis olivgrün auf den Körperflanken, der Rücken ist dunkler gefärbt (bis schwärzlich)
- die Bauchseite des Amerikanischen Seesaiblings ist schmutzigweiß bis gelblich-orange gefärbt
- die Männchen zeigen während der Paarungszeit einen dunklen Seitenstreifen und ihr Rücken wird heller
- die Körperflanken, der Kopf und teilweise auch die Flossen des Amerikanischen Seesaiblings sind mit gelblich-weißen (niemals rötlichen) Punkten bedeckt
- der gesamte Körper einschließlich Kopf und Flossen des Amerikanischen Seesaiblings ist mit unzähligen, unregelmäßigen hellgelben bis schmutzig-weißen Punkten und Flecken bedeckt. Auf dem Rücken können diese Flecken teilweise zu wurmartigen Streifen (Marmorierungen) verschmelzen, was optisch leicht an einen Hecht erinnert.
- Brust-, Bauch- und Afterflossen besitzen einen hellweißen Saum. Die Schwanzflosse ist mittig tief eingeschnitten
- die relativ kurze Rückenflosse beginnt kurz vor dem Ansatz der Bauchflossen
- der Schwanzstiel des Amerikanischen Seesaiblings ist auffallend lang und schlank
- der Amerikanische Seesaibling besitzt, wie alle Arten Saiblinge (Salvelinus), eine Fettflosse
- Flossenstrahlen: D IV-V/8-10, A IV-V/8-10
- Wirbelzahl: 61-69
Größe
Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) kann eine Länge von etwa 150 cm und ein Gewicht von etwa 46 kg erreichen. Durchschnittlich wird dieser Fisch jedoch nur etwa 40 bis 80 cm lang und 5 kg schwer.
Maximales Alter
Die Lebenserwartung des Amerikanischen Seesaiblings (Salvelinus namaycush) beträgt mehr als 40 Jahre.
Lebensweise, Lebensraum, Vorkommen
Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) stammt ursprünglich aus der nördlichen Hälfte Nordamerikas, wo er in kalten, tiefen und sauerstoffreichen Seen lebte.
Der Amerikanische Seesaibling hält sich in den warmen Sommermonaten bevorzugt in tiefen, kühlen Bereichen auf. In den kälteren Jahreszeiten findet man ihn dagegen auch nahe der Wasseroberfläche und in flacheren Bereichen.
In den Großen Seen (Great Lakes) ist der Amerikanische Seesaibling wegen Überfischung, Überdüngung und des Befalls durch Neunaugen fast ausgestorben. Vorkommen gibt es noch im Südosten Kanadas (Ontario), in Quebec, Saskatchewan, Manitoba, in Alaska und in den Nordwest-Territorien Kanadas.
Der Amerikanische Seesaibling ist sehr empfindlich gegenüber veränderten Umweltbedingungen. Mittlerweile bemüht man sich, die Populationen durch Züchtungen in großen Anlagen aufrechtzuerhalten. Er wurde auch im Alpenraum in Europa erfolgreich angesiedelt.
Fortpflanzung
Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) wird erst relativ spät geschlechtsreif.
Abgelaicht wird in der Regel in südlichen Gebieten und meistens nachts, hauptsächlich in den Abendstunden zwischen 21:00 und 22:00 Uhr.
In seiner Heimat Amerika laicht der Fisch im Zeitraum von September bis November in tiefen Seen. Als Laichgründe werden Bereiche mit kiesigem Untergrund in Wassertiefen zwischen einem und 15 Metern aufgesucht.
Das Weibchen entfernt mit der Schwanzflosse Algen und Schlamm von den Steinen. Im Gegensatz zu Bachforellen (Salmo trutta fario) baut es jedoch keine tiefe Laichgrube.
Danach schwimmen ein oder mehrere Männchen um das Weibchen herum, drücken sich an seine Seite und beginnen zu zittern. Das Weibchen laicht seine Eier ab, die sofort von den Männchen befruchtet werden. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals, bis das Weibchen alle Eier abgelaicht hat. Zum Schluss bedeckt das Weibchen das Gelege mit Kies bzw. Sand.
Die Embryonen entwickeln sich über den gesamten Winter im kalten Wasser. Die Larven schlüpfen erst im darauffolgenden Frühjahr (März bis Mai). Nach dem Schlüpfen leben die Jungfische noch einige Wochen versteckt im Kies und zehren von ihrem Dottersack, bevor sie aktiv nach Nahrung suchen.
Nahrung
Je nach Habitat und Nahrungsangebot entwickelt sich der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) entweder zu einem kleinen, sich von Zooplankton, Insektenlarven, kleinen Wirbellosen und Krebstieren ernährenden Fisch oder zu einem großen Raubfisch, der sich von Fischen wie z. B. Maränen, Elritzen oder anderen kleineren Saiblingen und Forellenarten ernährt. Je nach Gewässer stehen auch größere auf seinem Speiseplan.
Bedeutung als Speisefisch
Der Amerikanische Seesaibling (Salvelinus namaycush) ist ein äußerst begehrter Speisefisch. Je nach Lebensraum und Ernährung variiert die Farbe seines Fleisches von weißlich über leicht gelblich bis blassrosa oder intensiv lachsfarben. Es ist trocken, fest und geschmacklich kaum von Lachs zu unterscheiden.
Man kann diese Fische braten, grillen, dünsten oder räuchern. Hier erhaltet ihr weitere Informationen zu den Nährwerten von Süß- und Salzwasserfischen.
Krankheiten
häufige Krankheiten bei Lachsfischen (Salmonidae):
- Ansteckende Blutarmut der Lachse (ISAV)
Die Erkrankung zeigt sich in einer Abnahme der roten Blutkörperchen und punktförmigen Blutungen. Die Erkrankung ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Tierseuche [weiterlesen...] - Bakterielle Kiemenschwellung
Die Bakterielle Kiemenschwellung durch starken Amöbenbefall wird seit mehreren Jahren bei Salmoniden (hauptsächlich Regenbogenforellen) beobachtet [weiterlesen...] - Drehkrankheit
Die Drehkrankheit befällt vornehmlich Jungfische. Sie deformiert das Skelett des Fisches und schädigt dessen Zentrales Nervensystem [weiterlesen...] - Furunkulose
Die Furunkulose der Fische ist eine bei Forellenfischen auftretende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Aeromonas salmonicida hervorgerufen wird [weiterlesen...] - Infektiöse Hämatopoetische Nekrose (IHN)
Die Fische zeigen im ganzen Körper petechielle Blutungen in Muskulatur, Flossen und Augen. Sie erblinden und nehmen deshalb reflektorisch eine dunkle Körperfärbung an. Vereinzelt zeigen sie Glotzaugen [weiterlesen...] - Infektiöse Pankreasnekrose (IPN)
Die Infektiöse Pankreasnekrose (IPN) ist eine hochansteckende Viruskrankheit [weiterlesen...] - Kaltwasserkrankheit (CWD)
Die Kaltwasserkrankheit (engl. Cold Water Disease, kurz CWD) ist eine bei allen Spezies der Lachsfischen weltweit auftretende Krankheit [weiterlesen...] - Karpfenlaus (Argulus foliacaeus)
Die Karpfenlaus ist nur wenig wirtsspezifisch und bei einer Vielzahl von Fischen aus zahlreichen Fischfamilien nachgewiesen [weiterlesen...] - Kiemenkrebs (Ergasilus sieboldi)
Der Kiemenkrebs (Ergasilus sieboldi) ist ein Parasit (Ruderfußkrebs), der sich in den Kiemen von Fischen einnistet [weiterlesen...] - Kratzwürmer (Acanthocephalose)
Die Acanthocephalose der Fische ist eine Parasitose bei Fischen, die durch den Befall mit verschiedenen Arten der Kratzwürmer (Acanthocephala) ausgelöst wird [weiterlesen...] - Lachslaus
Die Lachslaus ist ein Parasit, der hauptsächlich auf Lachsfischen lebt, insbesondere auf Pazifischen Lachsen, dem Atlantischen Lachs und der Meerforelle [weiterlesen...] - Maul- oder Flossenfäule (Columnaris-Krankheit)
Wie man aus der deutschen Bezeichnung dieser Krankheit entnehmen kann, bilden sich an den Flossen, an den Rändern der Schuppen und im Bereich des Fischmauls milchig weiße Stellen (ähnlich Schimmel) [weiterlesen...] - Pilzerkrankung (Mykose)
Eine Pilzerkrankung (Mykose) oder Pilzinfektion tritt stets als Sekundärinfektion auf. Pilzerkrankungen nennt man auch "Fischschimmel" oder "Wasserschimmel" [weiterlesen...] - Proliferative Nierenkrankheit
Die Proliferative Nierenkrankheit ist eine Parasitose bei Fischen, die durch Bauchschwellung, Vergrößerung der Nieren, Dunkelverfärbung und ein Vortreten des Augapfels (Exophthalmus) gekennzeichnet ist [weiterlesen...] - Rotfleckenkrankheit (PFRD)
Der Hecht ist der Wirt für die Rotfleckenkrankheit. Das Virus wurde jedoch auch bei Graskarpfen, Bachforellen, Gründlingen, der Güster, dem Rotauge und der Schleie gefunden [weiterlesen...] - Rotmaulseuche (ERM)
Fressunlust, Dunkelfärbung der Haut und Abgeschlagenheit sind fast immer krankheitsbegleitend, außer bei junger Brut, bei der Todesfälle ohne sichtbare Krankheitsanzeichen auftreten können [weiterlesen...] - Samtkrankheit
Bei einem starken Befall erscheint die Haut "samtartig", daher der Name "Samtkrankheit". Die Färbung dieses samtartigen Belages ist meistens golden-gelblich. Die Kiemen der befallenen Fische sind außerdem stark verschleimt [weiterlesen...] - Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS)
Die Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS) ist eine mit Blutungen in die Organe (Hämorrhagie) einhergehende Viruserkrankung, die vor allem Forellenfische (Salmoniden), aber auch andere Fischarten befällt [weiterlesen...]
Angelmethoden (so fängt man diese Fische..)
empfohlene Angelmethode
Posen-Schleppfischen, Fliegenfischen, Spinnfischen, Schleppen mit Sbirolinos
(die nachfolgenden Beschreibungen sind nur Vorschläge - natürlich können auch andere Methoden bzw. Gerätschaften benutzt werden)
Rute
Matchrute, Fliegenrute, Spinnrute, Sbirolinorute (3,30 - 4,60 m, ca. 30-60 gr. WG)
Rolle
Hauptschnur
0,18 - 0,25 monofil
Vorfach, Montage
0,16 - 0,20
Haken, System
4er - 8er
Köder
Naturköder: Fliegenmaden, Bienenmaden, Würmer, Insekten, kleine Köderfische
Kunstköder: (Mini-) Wobbler, Spinner, künstliche Fliegen
Fangzeit
das ganze Jahr (außerhalb der Schonzeiten)
zusätzliche Tipps
Der Amerikanische Seesaibling ist ein guter Kämpfer und liefert einen spannenden Drill, weshalb nur gute Materialien verwendet werden sollten.
Im Winter verspricht das Eisangeln in Ufernähe gute Fangaussichten. Sobald das Eis im Frühjahr schmilzt, das Wasser jedoch noch kalt ist, sollte man es mit Fliegen- oder Spinnfischen versuchen.
In den warmen Sommermonaten steht der Amerikanische Seesaibling hingegen nur im tiefen und kühlen Wasser. Nun kann man ihn fast nur noch mit Schleppangeln, großen Blinkern oder beschwerten Köderfischen überlisten.
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