Fisch-Gattungen




Gattung:
Thunnus
Familie:
Scombridae
(Makrelen und Thunfische)
Ordnung:
Scombriformes
(Scombriformes)
Thunfische (Thunnus) sind eine Gattung von großen, räuberischen Salzwasserfischen aus der Familie der Makrelen und Thunfische (Scombridae).
Thunfische (Thunnus) sind in allen gemäßigten, subtropischen und tropischen Meeren verbreitet.
Die Körperform derThunfische (Thunnus) ist spindelförmig, gestreckt und seitlich nur wenig komprimiert.
Bis auf eine Art liegt der höchste Punkt ungefähr in der Mitte der ersten Rückenflosse. Ihr Körper ist mit sehr kleinen Schuppen bedeckt, der Vorderkörper ist von einem Korsett größerer Schuppen umgeben
Der Kopf der Thunfische läuft vorne spitz zu, das endständige Maul ist tief gespalten.
Die Maulspalte verläuft schräg nach unten bis unter die Augen. Das Maul ist nicht vorstülpbar.
Die kleinen Zähne sind konisch und sitzen in jedem Kiefer in einer Reihe. Auf dem ersten Kiemenbogen sitzen 19 bis 43 Kiemenbogenrechen.
Thunfische besitzen zwei Rückenflossen, die lediglich durch einen kleinen Zwischenraum voneinander getrennt sind. Beide Rückenflossen sind relativ klein. Die Afterflosse sitzt unter der zweiten Rückenflosse und besitzt auch die gleiche Form die diese.
Zwischen der zweiten Rückenflosse und der Schwanzflosse sowie zwischen der Afterflosse und der Schwanzflosse sitzen 7-10 kleine Finlets, die auch als Flössel bezeichnet werden.
Die einzelnen Arten der Thunfische unterscheiden sich durch die Länge ihrer Brustflossen. Diese besitzen 30 - 36 Flossenstrahlen und damit deutlich mehr als alle anderen Gattung der Familie Makrelen und Thunfische (Scombridae).
Thunfische haben einen relativ schlanken Schwanzstiel, der an jeder Seite einen kräftigen, knöchernen Seitenkiel zwischen zwei kleineren Kielen zur Stabilisierung besitzt. Die sichelförmige Schwanzflosse ist in der Mitte tief eingebuchtet, der obere und untere schmale Schwanzflossenlobus endet spitz.
Thunfische sind äußerst schnelle Schwimmer. Um den Wasserwiderstand zu verringern, können sie erste Rückenflosse, die Bauchflossen und die Afterflosse in rinnenförmige Vertiefungen des Körpers zurück legen.
In den Bauchflossen findet sich ein zweiteiliger Interpelvic-Auswuchs (eine fleischige Hautfalte zwischen den beiden Bauchflossen).
Viele kleine oder sehr schnell schwimmende Arten der Thunfische fehlt die Schwimmblase oft ganz oder sie ist nur rudimentär vorhanden. Ist sie vorhanden, kann ihr Volumen stark verändert werden.
Die Färbung des Rückens und der oberen Körperhälfte ist meist ist dunkelgrau bis dunkelblau, die untere Körperhälfte und die Bauchseite ist meist weißlich oder silbrig gefärbt. Besondere Zeichnungsmerkmale sind nicht vorhanden. Die Rücken- und Afterflossen sind oft gelb gefärbt und besitzen bei einigen Arten schwärzliche Ränder.
Thunfische unternehmen weite Wanderungen über den offenen Ozean und führen zudem tagesperiodische Vertikalwanderungen durch.
Sie leben oft in Schulen mit Artgenossen gleicher Größe. Dabei sind die Gruppen kleinerer Arten in der Regel größer als die Gruppen größerer Arten.
Besonders große Individuen leben meist solitär. Thunfische können über längere Strecken hohe Geschwindigkeiten beibehalten.
Sie setzen ausschließlich ihre halbmondförmige Schwanzflosse zum Vortrieb ein. Dabei übertragen die Rumpfmuskeln ihre Kraft über Sehnenplatten auf die Schwanzflosse. Diese Schwimmweise ist unter Knochenfischen fast einzigartig und ist eventuell nur noch beim Schwertfisch (Xiphias gladius).zu finden.
Thunfische ernähren sich von kleineren Schwarmfischen, darunter auch wie z.B. Makrelen (Scomber scombrus) oder Heringen (Clupea pallasii), jedoch auch von Krebstieren und Tintenfischen.
Einige Arten tauchen beim Jagen in große Tiefen ab. So wurden beim Großaugen-Thun (Thunnus obesus) 1839 Meter und beim Roten Thun (Thunnus thynnus) 1000 Meter nachgewiesen. Weitere Information findet ihr bei der Beschreibung der einzelnen Arten.
Thunfische sind ovipar (eierlegend), die Eier und die Fischlarven sind pelagisch. Arten aus tropischen Gewässern, laichen das ganze Jahr über, während Arten aus gemäßigten, futterreicheren Regionen während der Laichzeit in wärmere Regionen wandern.
Große Weibchen können mehrere Millionen Eier abgeben, beim Roten Thun (Thunnus thynnus) sind es bis zu zehn Millionen. Weitere Information findet ihr bei der Beschreibung der einzelnen Arten.
Sie gehören zusammen mit dem Schwertfisch (Xiphias gladius), Gotteslachsen und Makrelenhaien zu den wenigen bekannten Fischarten, die einen partiell warmblütigen (endothermen) Stoffwechsel besitzen.
Ein nach dem Gegenstromprinzip arbeitendes und mit der Rumpfmuskulatur verbundenes Blutgefäßsystem (Rete mirabile) leitet die erzeugte Wärme in das Körperinnere ab.
Dadurch kann die Körperinnentemperatur 9 bis 12 °C über der Wassertemperatur liegen.
Der hierfür notwendige unverzichtbare intensive Gasaustausch über die Kiemen wird durch das andauernde und schnelle Schwimmen der Thunfische erreicht.
Die Fähigkeit, die Körpertemperatur zu erhöhen, nimmt mit der Größe der Thune zu. Sie ist beim Weißen Thun (Thunnus alalunga), beim Gelbflossen-Thun (Thunnus albacares) und beim Großaugen-Thun (Thunnus obesus) sehr gut entwickelt. Am weitesten entwickelt ist sie beim Roten Thun (Thunnus thynnus).
Ja, das Fleisch von Thunfischen der Gattung Thunnus signifikant mit Schadstoffen belastet. Besonders kritisch wird die anhaltend hohe Konzentration von Methylquecksilber bewertet.
Dabei ist das Fleisch großer Arten wie z.B. dem Roten Thun (Thunnus thynnus), beim Weißen Thun (Thunnus alalunga), beim Gelbflossen-Thun (Thunnus albacares) und beim Großaugen-Thun (Thunnus obesus) stärker belastet als bei den kleineren Arten.
Als langlebige Spitzenräuber am Ende der Nahrungskette reichern große Thunfische über Jahre hinweg Quecksilber in ihrem Muskelgewebe an. Studien von Anfang 2024 und Untersuchungen aus 2025 belegen, dass die Quecksilberwerte in Thunnus-Arten seit den 1970er-Jahren trotz strengerer Umweltauflagen nahezu unverändert hoch geblieben sind.
Tests von 2024/2025 zeigten, dass etwa jede zehnte Thunfischkonserve den gesetzlichen Grenzwert für Quecksilber von 1 mg/kg überschreitet. Frische Thunfischfilets der Gattung Thunnus weisen oft deutlich höhere Werte auf als Dosenware, die häufig aus kleineren Arten besteht.
Neben Schwermetallen ist das Fleisch zunehmend durch Mikroplastik und damit verbundene chemische Zusätze belastet, da Thunfische diese Partikel über ihre Beutetiere aufnehmen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Schwangeren und Stillenden Müttern dringend davon ab, Thunfisch zu essen, um die neurologische Entwicklung des Kindes nicht zu gefährden.
Experten empfehlen auch im Allgemeinen, den Konsum von Arten (insbesondere gößeren Arten) der Gattung Thunnus auf maximal eine Portion pro Woche zu beschränken.
Wir empfehlen daher den Verzehr des Echten Bonitos (Katsuwonus pelamis), der oft in Dosen als "Skipjack" verkauft wird und zur Gattung Katsuwonus gehört. Da dieser kleiner ist und kürzer lebt, ist er in der Regel deutlich geringer mit Quecksilber belastet.
Thunfisch, insbesondere wandernde Arten mit hohem Anteil an dunkler Muskulatur, ist aufgrund seines hohen Histamingehalts anfällig für hohe Histaminwerte. Diese entstehen durch die bakterielle Zersetzung der Aminosäure Histidin, wenn der Fisch nach dem Fang unsachgemäß gekühlt oder gelagert wird.
Histamin ist hitzestabil und wird daher durch Kochen oder Braten nicht zerstört. Bei einer Konzentration von über 200 mg/kg kann es zu einer Histaminose (Scombroid-Vergiftung) kommen. Mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit oder Hautrötungen. Diese treten oft schon kurz nach dem Verzehr auf.
Thunfische sind durch Überfischung gefährdet. Allerdings hat sich die Situation für einige Arten im Jahr 2026 im Vergleich zu früheren Jahrzehnten deutlich verbessert. Der Gefährdungsstatus hängt stark von der jeweiligen Art und dem Fanggebiet ab:
Hauptprobleme bei der Überfischung sind industrielle Fangmethoden wie Ringwadennetze mit Fischlockrechen, illegale Fischerei und der hohe Marktwert der Thunfische.
Thunfische (Thunnus) werden von Parasiten (wie Nematoden/Rundwürmern), bakteriellen Infektionen (z. B. Maul-/Flossenfäule) und Viren befallen. Gerade bei Aquakulturen treten die Krankheiten verstärkt auf. Weitere Information findet ihr bei der Beschreibung der einzelnen Arten.
Gattung Thunfische((Thunnus)) (Stand: 01/2026)
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